Das konstante Drohnen guter Ratschläge behauptet, man müsse nur seiner Leidenschaft folgen und hätte niemals zu arbeiten; man braucht nur seine Gründe und die Ergebnisse würden folgen; man muss nur Prioritäten setzen und alles würde nach Plan laufen.

Das Leben funktioniert so nicht. Genauer hinsehend können wir näher zur Realität gelangen, raus aus der Ideologie, die uns blind hält.

Leidenschaft

Man muss nur einmal damit anfangen, dass man sich das Wort Leidenschaft genauer ansieht (geschweige denn das englische „Passion“).

Da steckt das „Leiden“ passenderweise schon drin, und das bedeutet eine Leidenschaft oft auch: etwas, weswegen und wofür man leiden wird, aber auch leiden will.

Motivation

Klar sollte es einfacher sein, anzufangen an etwas zu arbeiten, wenn man eine Leidenschaft dafür hat.

Anzufangen ist meistens auch das schwierigste, vor allem, wenn man sich immer wieder neu zu einer Arbeit hinsetzen muss.

Die Leidenschaft hilft also mit der Motivation.

Leidenschaft muss produktiv sein

Die Leidenschaft für etwas wirklich wirksam werden zu lassen, vor allem wenn es nicht nur eine Leidenschaft fürs Ausgehen zum Trinken und Tanzen ist (was ich nicht gerade als Leidenschaft zählen würde, das ist gerade einmal ein Zeitvertreib – ich bin allerdings auch eine intellektuelle Person), das bedeutet Arbeit.

Man muss seine Leidenschaft aber in etwas Produktives übersetzen.

Lernen ist notwendig. Seine Fähigkeiten zu verbessern, zu üben–aber es muss auch Resultate geben.

Ohne ein Resultat, ein Produkt, das aus der Beschäftigung mit einer Sache heraus entsteht, hat die Leidenschaft keine Wirkung, keine Realität.

Es fehlt ihre Umsetzung.

Die Leidenschaft in die Praxis, geschweige denn praktische Resultate, umzusetzen, das ist nicht immer leicht.

Leidenschaft folgend ein Buch zu schreiben, ein Unternehmen aus seiner Leidenschaft für Fotografie zu machen (oder zumindest ein schönes Portfolio zusammenbekommen und präsentieren), etwas zu veröffentlichen (und sei es „nur“ online)–das alles bedeutet viel Arbeit.

Work, work, work

Es ist schon Arbeit für sich, seiner Leidenschaft wirklich zu folgen, und es wird genug weitere Arbeit beinhalten: Dinge, die man gar nicht so gerne, so leidenschaftlich, macht.

Will man seiner Leidenschaft aber folgen, dann wird man das akzeptieren müssen und entscheiden müssen, wie weit man damit (oder dafür) gehen möchte. Oder wie wichtig einem die Dinge sind, die Arbeit bedeuten und inwieweit man auf sie zugunsten dessen, was Vergnügen bedeutet, verzichten will.