Adidas bietet mit der Marke Terrex, mit Agravic Pro (Parley) Stücken, einiges an Ausrüstung für das Trailrunning: Terrex Agravic Pro TR T-Shirt und Shorts und Rain.Rdy Jacke. (Ausserdem die Speed Ultra-Schuhe.)

Die übliche Offenlegung: Die Ausrüstungsteile, die ich hier getestet habe, sind zum Teil selbst gekauft, zum Teil von Adidas als PR-Samples zur Verfügung gestellt worden.

Ich hatte bereits beschlossen, einiges davon ausprobieren zu wollen, manches auch selbst gekauft, als Adidas PR mir anbot, etwas von der Kollektion zu schicken.

Wie üblich bei solchem Gewand scheint alles ziemlich ähnlich zu sein, egal von welcher Marke… bis man mehr sieht, genauer auf die Details achtet, die einen grossen Unterschied machen.

Fangen wir mit der Aussenlage an und bewegen uns nach unten.

TERREX AGRAVIC PRO TRAIL RUNNING RAIN JACKET

Die Terrex Agravic Pro TR Jacke ist ein spezielles Stück.

Das Material der Jacke fühlt sich relativ hart, aber zugleich seidenweich, an. Es macht sie voluminös, aber doch packbar, gut schützend, aber ziemlich luftig.

PackVolumen

Die Jacke ist, wenn man sie nur lose zusammenlegt, ziemlich voluminös, kann aber in einen offenen Mesh-Beutel, der innen bei ihrer Aufhängeschlaufe angenäht ist, zusammengepackt werden.

Dann ist sie nicht mehr viel grösser als ein Tennisball (wenn der in zylindrische Form gequetscht worden wäre).

Warum ich das betone ist, weil Packbarkeit wichtig ist – und diese Jacke einigen Platz braucht, wenn man sie nur in eine Tasche wirft, aber nicht wirklich gross ist.

(Ausserdem ist, vom Rab Phantom kommend, alles vergleichsweise gross.)

Leistung

Die Leistung der Jacke ist ausgezeichnet.

Ich habe sie nicht in schlimmen Regenstürmen verwenden müssen, aber würde ihr vertrauen, dass sie mich trocken halten kann.

Ich habe sie in Bedingungen von Kälte und Schnee bis hin zu relativ warmen Temperaturen genutzt, und was ihrer Leistung immens hilft, ist ihre Konstruktion.

Konstruktion

Die Terrex Agravic TR Pro Jacke fühlt sich dank ihres Materials solide an, aber sie ist mit Ventilationsschlitzen am Rücken gebaut.

Diese Ventilationsschlitze sind so gemacht, dass sie konstant offenstehen und guten Luftzug produzieren.

Sind die Bedingungen so wandelbar, dass man die Jacke anhaben möchte, aber sie doch mehr öffnen muss, dann hilft der Zweiwege-Zipp damit.

Zweiweg-Zipp

Zuerst war ich von diesem weniger begeistert.

Solche Zweiweg-Zipps sind ein wenig schwieriger einzufädeln, als normale. Bei dieser Jacke liegt nahe beim Zipp dann auch noch ein Druckknopf, den ich zunächst als eher störend empfand.

Beim tatsächlichen Laufen in der Jacke hat sich das allerdings als gut durchdacht herausgestellt.

Man gewöhnt sich schnell daran, wie man diesen Zipp richtig schliesst und dass man den Druckknopf zusammenschnappt – und wenn man dann mehr Lüftung braucht, kann man den Zipp von oben oder auch von unten her öffnen.

Unten hält der Druckknopf die Jacke davon ab, sich komplett zu öffnen und links und rechts vom Körper herumzuflattern. So gibt es einigen Luftzug um die Jacke, auch während man sie trägt.

Kapuze und Ärmelbündchen

Kapuze und Bündchen lassen sich nicht wirklich anpassen, aber sind mit Elastik konstruiert. In meiner Erfahrung haben sie auch einfach funktioniert.

Die Kapuze ist stark genug, um gut zu schützen, aber bleibt dank ihrer Grösse und den elastischen Teilen gut am Kopf.

Dasselbe gilt für die Ärmelbündchen; man kann sie etwas nach oben ziehen, um auf die Uhr zu schauen, aber sie bedecken Handgelenke und teilweise Handrücken sehr gut.

Grösse

Zugegeben, mit der Mischung an Luftigkeit und Schutz hilft auch die Grösse der Jacke.

Ich versuchte S, und es hätte mir gut gepasst, aber schlussendlich wurde es dann doch die Grösse M, die mir zum Testen geschickt worden war.

Die Jacke dieser Grösse ist etwas loser an mir, aber auf eine gute Art.

Kapuzengrösse und Ärmellänge passen mir in dieser Grösse sehr gut; ich kann die Jacke alleine tragen, ohne dass sie unangenehm sack-artig aussieht oder im Wind flattert, aber ich kann sie auch über einer Laufweste tragenl

Auf diese Art schützt sie auch weitere Ausrüstung und lässt sich schneller überwerfen, wenn benötigt.

Die Ventilation der Jacke – und womöglich die seltsame Flappe an Material, die an ihrem Rücken unten hängt – sind tatsächlich dafür gemacht, mit einer Laufweste genutzt zu werden.

Ob die Laufweste nun unter oder über der Jacke ist, die Luftzufuhr funktioniert gut. Ich bin dennoch nicht ganz davon überzeugt, dass diese Art an Konstruktion wirklich nötig war.

Design

Vom Design her gibt es nur zwei Varianten der Jacke; eine grau-weisse und eine in „Acid Mint“ (dem Farbschema in dem die meisten meiner Terrex-Teile, bis hin zu den Speed Ultra-Schuhen, gehalten sind).

Es ist ein schön klares Design, wenn ich nicht ganz so minimalistisch, wie ich es in meiner alltäglichen „Performance“-Bekleidung vorziehe.

Definitiv für TrailRunning

Was man in dem Zusammenhang allerdings wissen muss, das ist, dass die TR Pro-Jacke wirklich für Trailrunning gemacht ist.

Sie wäre aus stärkerem Material, aber für Berg-(Übernacht-)Touren habe ich das Rab Phantom eher bevorzugt, das zwar stärker durchschwitzt werden kann, aber mehr Wärme zu halten scheint.

Die Agravic TR Pro Jacke hingegen ist besser durchlüftet und damit, meiner Meinung nach, besser für Aktivitäten ohne Stopps (über Nacht) geeignet.

Wahrscheinlich würde sie dabei besser abschneiden, als ich jetzt denke, aber trotzdem…

Häufig habe ich die Terrex-Jacke einfach über einen Terrex Agravic Pro T-Shirt angezogen. Selbst in kühlen Temperaturen, auf schnellen Trailläufen in den Schnee, hat diese Kombination für mich funktioniert.

TERREX PARLEY AGRAVIC TRAIL RUNNING PRO T-SHIRT

Das Terrex Agravic Parley TR Pro T-Shirt mit seinem Aeroready-Material ist, wenig überraschend, noch angenehmer, wenn man es für sich alleine tragen kann.

Im Wesentlichen ist es nichts als ein sehr leichtes T-Shirt, aber Material wie Konstruktion machen es doch aussergewöhnlich.

Material: Terrex Pro Shirt AeroReady

Das Material fühlt sich, wenn man mit den Fingern darüber fährt, etwas rauh an, aber es trägt sich angenehm auf der Haut.

Das strukturierte Zellen-artige Gewebe mit dichteren wie lockeren Abschnitten ist das bisher beste, was ich getragen habe, wenn es um Schweisskontrolle geht.

Draussen bei Hitze, viel schwitzend, ist das das Shirt, das sich auch nach einiger Zeit nicht komplett durchnässt anfühlt, sondern angenehm bleibt.

Es fühlt sich nicht nur luftig an, sondern es ist das auch, ohne irgendwelche klammen, nassen Stellen (ausser vielleicht, wo ein Rucksack oder eine Laufweste direkt am Material aufliegt, was natürlich die Verdunstung verhindert).

Schnitt und Nutzbarkeit

Der Schnitt ist relativ einfach, aber so ausgeführt, dass es insgesamt nur wenige Nähte gibt. Keinerlei Nähte liegen an Körperstellen, wo Rucksack- oder Laufwestenriemen oder Rückenteile zu liegen kommen.

Leicht wie das Shirt ist, ist es natürlich nicht für kalte Bedingungen gedacht, aber wie gerade erwähnt war es mir auf Trailläufen, unter der Jacke, in einem weiten Temperaturbereich von gutem Nutzen. Für sich alleine reicht seine Nutzbarkeit bis hin zu ordentlich hohen Temperaturen.

Langlebigkeit

Trotz der Leichtigkeit und trotz der Materialverarbeitung, die so aussieht, als sollte es leicht hängenbleiben, hat das TR Pro T-Shirt selbst meine Querfeldeinläufe durch Gebüsch sehr gut ausgehalten.

Vielleicht hatte ich einfach nur Glück, vielleicht liegt es aber auch an den sich rauer anfühlenden Fasern im Gewebe dieses Shirts.

Design

Das Design sollte ich wohl auch für das Shirt wieder erwähnen: Wieder gibt es hauptsächlich ein weiss-grau-schwarzes und ein „acid mint“-Farbschema.

Bei diesen Shirts in dieser Saison ist die Vorderseite einfärbig; die Rückseite hat zufällig verteilte „Ecken“, wie Adidas sie in letzter Zeit in der Terrex-Linie viel verwendet hat.

(Es gibt ähnlich designte Tanktops und Langarmshirts in der Terrex-Linie, aber mit etwas anderen Farbschemata. Auch das Gewebe des Aeroready-Materials ist hier oft anders.)

Grössen

Die Wahl der richtigen Grösse war auch hier wieder so eine Sache: Eines der schwarz-grau-weiss-gelben Shirts habe ich selbst in S gekauft. Es ist ein wenig eng. Vor allem der Kragen ist so, dass ich mich beim Anziehen vorsichtig durchzwängen muss, aber die Schultern und der Rumpf passen sehr gut.

Grösse M (in Acid Mint) ist auch nicht wirklich weit, nur ein wenig flatternder; ich persönlich bemerke zwischen den zwei Grössen keinen grossen Unterschied (aber wie immer kann das bei anderen Personen wieder anders aussehen).

TERREX AGRAVIC PRO TRAIL RUNNING SHORTS

Shorts. Wie viel kann man schon über Shorts sagen?

Über die Terrex Agravic Pro Trail Running Shorts, durchaus einiges.

Grösse

Das erste, was man wissen sollte: Mit der Grösse ist es hier eine etwas andere Sache.

Diese Shorts sind klein geschnitten; Grösse M passt mir hier wie angegossen – und dementsprechend wäre alles kleinere entschieden zu klein…

Das Hüftband ist sehr angenehm (und engsitzend), mit einem flachen Band darin, mit dem man sie enger schnüren kann, wenn nötig. Und nötig kann das sein.

Ausstattung

Die Shorts haben hinten eine Tasche mit Zipp. Sie ist nicht gross, aber (mit etwas Stretch) gross genug, um ein Smartphone wie mein Xperia 5 II gerade noch fassen zu können.

Links und rechts der Zipptasche gibt es zwei schräg angebrachte Elastikschlaufen, durch die man zusammengefaltete Trekkingstöcke schieben könnte.

Der schwarze Teil oben und seitlich an den Shorts schliesslich ist nicht nur das Aeroready-Material der Shorts, sondern auch eine Schicht feines Mesh-Material, abgeschlossen mit Elastik (und mit kurzen Textilschlaufen in ihrer jeweiligen Mitte). Damit bilden sie stretchbare, kleine (nicht tiefe, aber lange) Taschen für Schlüssel oder Gels.

Das Gewicht all solcher Dinge – auch wenn es keinen Platz für Wasser gäbe – könnte leicht hoch genug werden, dass das Bändchen zum weiteren Engermachen der Shorts eine gute Sache ist; auf jeden Fall ist der enge Schnitt eine gute Wahl (auch wenn es dadurch nötig ist, die Grösse sorgsam zu wählen).

Material

Der Hauptteil der Shorts ist natürlich von den Beinen gebildet, die in Aeroready-Material in einer anderen Farbe gehalten sind. In meinem Fall natürlich wieder die Farbe „Acid Mint“.

Das Material ist vorne und hinten ein wenig geschlossener gewebt, an den Seiten ein wenig offener. Oder zumindest sieht es so aus; es ist so oder so sehr dünn und leicht.

Bei diesen Terrex Agravic Pro TR Shorts muss man sich trotzdem keine Sorgen machen, dass vielleicht etwas sichtbar wird, was im Privaten bleiben sollte. Sie haben nämlich innen auch noch einen sehr bequemen, seidigen „Slip“ aus Aeroready-Material.

Leistung

Trotz all dem würde ich ja sagen, dass die Shorts einfach Shorts sind.

Sie müssten schon irgendeinen auffälligen Fehler haben, um unangenehm aufzufallen… was ich für diese Shorts nicht gerade berichten kann.

Ihre Vorteile – als Shorts – werden jetzt auch nichts sein, was man gross beschreiben müsste. Die Terrex Agravic Pro Shorts sind allerdings sehr nett.

Sie sind angenehm zu tragen, bieten ein wenig Platz für gewisse Ausrüstung, sollte man diese(n) brauchen, und es ist auch kein Problem, sie unter einem Rucksack mit aller Ausrüstung für eine Übernacht-Tour zu tragen.

Zum Rest der Kollektion passen sie, in Aussehen wie in Komfort, ohnehin sehr gut.

Wobei, mit dem ganzen Outfit sind wir hier noch immer nicht fertig. Es fehlen noch die Terrex Agravic Speed Ultra-Schuhe – aber wie üblich möchte ich meinem Schuh-Review seinen eigenen Eintrag geben.

An dieser Stelle gehört allerdings als Fazit schon einmal angemerkt, dass ich über diese Ausrüstung sehr froh bin. Es ist eine Freude, darin zu laufen!