Anfang März habe ich die erste Dosis des vieldiskutierten Astra-Zeneca-Vakzins bekommen – und es war eine spannende Chance, persönliches Empfinden und die Resultate des Gesundheits-Trackings von verschiedenen Wearables zu vergleichen, nämlich von einer Garmin, einer Suunto und dem Oura-Ring.

Verglichen mit meinen Lehrerkolleg(inn)en – ich unterrichte jetzt ja an einer Mittelschule, darum war ich auch bereits mit der Impfung an der Reihe – war meine Reaktion auf den Impfstoff ziemlich milde.

Wir haben ziemlich stetig gesehen, dass Frauen stärker, mit mehr Effekten, auf den Impfstoff reagiert haben; Männer hatten weniger starke Reaktion.

Bei mir, wie gesagt, war die Reaktion eine der mildesten. Keine Ahnung, ob das gut oder schlecht ist…

Impfung? Ja natürlich!

Über die generelle Diskussion rund um den (Astra-Zeneca) Impfstoff möchte ich nicht zu viel sagen.

Darüber wird ohnehin viel zu viel geredet, ganz so, als wären plötzlich alle zu Impfexperten geworden – nur dass ihre Aussagen klar zeigen, dass sie weit entfernt von Expertise sind.

Ich fand die Entscheidung für den Impfstoff einfach: Ich kann ihn bekommen, also nütze ich diese Chance. Die Chancen, dass etwas damit schiefläuft, sind schliesslich wesentlich geringer als jene, dass bei einer Infektion und Erkrankung schwerere Verläufe auftreten. Die negativen Reaktionen werden ziemlich masslos übertrieben.

Ende der Geschichte.

Geimpft bin ich ausserdem auch schon gegen genug anderes; mein gelber Pass (der Internationale Impfpass) ist ziemlich voll. Wie er es bei einer weitgereisten Person auch sein sollte.

Meine Reaktion auf das Vakzin

Die erste Nacht nach der Impfung fiel das Schlafen nicht leicht. Ich schlief schlechter und weniger als ohnehin schon in einer normalen Nacht. Meine Körpertemperatur schien auch etwas erhöht; ich wachte auch oft auf.

Wenig überraschend hatte ich am Tag darauf ziemliches Kopfweh und fühlte mich nicht besonders gut.

Gut genug allerdings, dass ich etwas mit dem Fahrrad, langsam und vorsichtig, unterwegs war, um Bärlauch für das Mittagessen zu pflücken. Die frische Luft schien wesentlich besser als die (Un)Ruhe im Bett.

Die zweite Nacht fühlte sich schon wesentlich erholsamer an; am Tag danach war ich wieder so fit, dass ich eine Runde Laufen ging und nichts Besonderes bemerkte.

Am Montag ging es zurück in die Arbeit, in den Alltagsstress.

Resultate aus dem Tracking

Die Gesundheitstracker und Sport-Wearables, die ich während dieser Zeit verwendete, waren die Garmin Enduro, die Suunto 7 mit ihrem neuen Schlaf- und „Ressourcen“-Tracking (das ab 19. April 2021 öffentlich verfügbar sein wird) und natürlich der Oura-Ring.

Garmin Enduro Resultate

Die Garmin Enduro ist nicht gerade die Uhr für blosses Gesundheitstracking. Gesundheit und Ressourcen („Body Battery“) und Erholung spielen allerdings eine grosse Rolle bei den langen Ausdaueraktivitäten, für die die Enduro gedacht ist – und natürlich misst sie, typisch Garmin, eine Menge.

Dank Schlafaufzeichnung und Body Battery sollte sich hier schon etwas sehen lassen… und zumindest auf gewisse Art gab es das auch.

5. März, Arbeitstag, Impfung am Nachmittag

Der 5. März, an dem ich am Nachmittag das Vakzin bekam, war ein Arbeitstag.

Früh ging es also aus dem Bett. Die Fahrten in die Arbeit, zur Impfstelle und wieder nach Hause beinhalteten auch einiges an Gehstrecken.

Laut der Garmin Enduro erreichte meine „Body Battery“ beim Aufwachen 100, ging dann mit dem Arbeitsweg relativ rasch hinunter, um schliesslich im Laufe des Tages weiter abzusinken, bis ich mich am Abend entspannen konnte und schliesslich schlafen ging.

Das Minimum erreichte einen Wert von 42; im Lauf des Tages gab es mehr „Charge“ als „Drain.“

Meine Stresslevels wurden als erhöht gemessen, wenn ich am Herumlaufen (Gehen) war und bei Arbeitswegen, vielleicht auch beim Abendessen-Kochen und am Anfang der Arbeit.

Insgesamt allerdings war der Stresslevel niedrig (auf einem Wert von 21); es gibt wesentlich mehr Ruhe als Stress.

6. März, Tag nach der Impfung

Dann kam der erste Tag nach der Impfung. Mehr Sprünge in der Herzfrequenz und längst nicht nur, wenn ich aktiv war, beim Radfahren.

Angeblich hat meine Body Battery im Lauf der Nacht immer noch 82 erreicht, aber sie ging an dem Tag auch bis auf 26 hinunter. Und es gab wesentlich mehr Verlust als „Aufladung“.

Den Stresslevels nach gab es wesentlich weniger Ruhephasen (und das an einem Samstag) als am Arbeitstag zuvor, wesentlich mehr Stress, der in mittlere und sogar hohe Bereiche reichte.

Der Stress-Wert für den Tag ist 34, die Analyse dazu meint, ich hätte wenige ruhevolle Momente gehabt.

Alles (ausser vielleicht der hohe Anfangswert der Body Battery) ist kein Wunder, sieht man sich den Schlaf an. Der war noch wesentlich kürzer als normal und zeigt einen seltsamen Verlauf an Phasen.

Die Garmin hat viel REM-Schlaf in der zweiten Nachthälfte gesehen, was mich aber eher wundern würde. Die Wachphasen scheinen schon eher realistisch. Atmung und Pulse Ox (Sauerstoffsättigung) sagen nicht wirklich viel aus.

7. März, der zweite Tag nach der Impfung. Sonntag.

Der Schlaf war eher so, wie ich es von einer (für mich) guten Nacht erwarten würde, mit einer Mischung an Schlafphasen. (Ich wundere mich allerdings immer noch über den angeblichen REM-Schlaf ganz am Ende der Nacht.)

Pulse Ox sagt mir noch immer nicht viel; die Atemfrequenz sieht hier im Vergleich zu zuvor interessanter aus, hat sie doch im letzten Drittel der Nacht weniger Variation als zuvor. So würde ich das schon eher erwarten.

Eher niedriger Puls im Verlauf dieses Tages, außer beim Sport.

Body Battery wieder 94 erreichend, nur bis auf 48 absinkend, ein wenig mehr geladen als entladen im Lauf des Tages. Garmin Connect vermeldet ein glückliches Gute Arbeit! Das war ein guter Mix an Ladung und Entladung. Okay?

Stresslevels sind wieder auf 20 zurück, mit vielen Ruhephasen. Der höchste „Stress“ wird während des Sports gemessen (wo er vielleicht gar nicht hätte gemessen werden sollen; das war vielleicht auch nur dadurch produziert, dass ich die Radfahrten und den Lauf, „aus Gründen“, getrennt voneinander aufzeichnen wollte).

Mich wundert auch etwas, was mich am Nachmittag gestresst hat. Meine Frau? Die Aussicht auf den Montag?

Montag, 8. März, Arbeitstag

Insgesamt war der Schlaf… nun ja, für mich ziemlich normal, (wenn auch) mit einem hohen Anteil an leichtem Schlaf, sehr wenig tiefer oder REM-Schlaf (und letzterer angeblich fast nur in der zweiten Hälfte der Nacht).

Pulse Ox sagt mir wieder nicht viel; Atmung wurde als konstanter als zuvor gemessen.

Früh auf, zurück zur Arbeit.

Wieder werden Geh-Phasen am Arbeitsweg erkannt; wieder gibt es relativ wenig Variation im Puls in der Tagespulsaufzeichnung.

Body Battery ist wieder so weit, dass sie zu Ende meiner Schlafzeit 99 erreicht. Im Lauf des Tages geht sie dann allmählich auf 32 zurück. An diesem Tag gab es mal wieder mehr „Entladung“ als „Aufladung“; das Feedback lobt die Mischung der zwei immer noch.

Tja, Montag. Der Stresslevel ist wieder etwas höher, auf 30, mit häufigeren und längeren Phasen, in denen er mittlere und hohe Werte erreicht. Es gab allerdings auch genug Erholung – oder zumindest sagt die Analyse das.

Suunto 7 Resultate

Schlaf- und Ressourcenanalyse sind neue Funktionen auf der Suunto 7 WearOS-Smartwatch.

Genau genommen hatte ich nur darum die Möglichkeit, diese auszuprobieren, weil ich Beta-Tester bin; für die Allgemeinheit werden diese Funktionen erst von 19. April 2021 an verfügbar. Dementsprechend waren das natürlich auch nur Daten von einer Beta-Software, die jetzt wohl wieder anders aussehen würden.

5. März, Arbeitstag, Impfung am Nachmittag

Am Tag der Impfung sah die Suunto 7 mich richtig um 5 Uhr früh am Aufstehen. Hier geht der Tag allerdings nicht mit Body Battery 100 los, sondern mit „Ressourcen“ von nur 56%. Schlafqualität wird als mittelprächtig (moderat) erklärt, was allerdings nicht ungewöhnlich für mich ist.

Ressourcen sinken im Lauf des Tages ganz ähnlich ab wie auch die Body Battery.

Die aufgezeichnete Alltags-Herzfrequenz zeigt allerdings mehr Schwankungen, aber ich denke, passende. Sie ist z.B. höher zu den Zeiten, wo ich auch mehr Schritte zurückgelegt und Kalorien verbrannt haben soll – und ich bin mir ziemlich sicher, ich war da tatsächlich gelaufen, um einen Zug nach Hause zu erwischen, der Gipfel in der Herzfrequenz gegen 17 Uhr könnte also durchaus der Realität entsprochen haben.

Samstag, 6. März, Tag nach der Impfung.

Autsch.

Schlaf um einiges kürzer, durch die frühe Aufwachzeit wie auch den Schlafphasen nach. Beim Aufwachen nur 19% „Ressourcen“, nur 7% im Schlaf hinzugewonnen. Die Schlafqualität wird auch bloss als 14% bewertet, „Du hast nicht gut geschlafen“.

Habe ich ja auch wirklich nicht.

Irgendetwas ist hier mit der Ressourcen-Analyse komisch gelaufen; sie zeigt einen Sprung auf 60% in der Smartphone-App, als ich beim Radfahren bin.

Es hat sich zwar gut angefühlt, draussen unterwegs gewesen zu sein, aber das war wohl doch eher ein Fehler in der Beta-Software für diese Funktion.

Die Tages-Herzfrequenz spiegelt die Variation an diesem Tag allerdings sehr schön wieder. Die Abnahme an „Ressourcen“ im Lauf des Tages ist trotz dieser neuen Spitze gut verfolgbar; Aktivitätslevels finden sich in Schritten und Kalorienverbrauch auch sehr schön wieder.

7. März, Sonntag

Am Sonntag fühlte ich mich wieder gut genug, laufen zu gehen.

Ich hatte wesentlich mehr Schlaf bekommen. Viel davon zwar, laut der Suunto 7 Schlafanalyse, nur leicht, aber 66% als das Rating für die Schlafqualität ist schon etwas ganz anderes. Die Interpretation muss mir allerdings immer noch sagen, ich hätte nicht sehr gut geschlafen.

Der Zuwachs an Ressourcen ist auch nur 19% und erreicht damit beim Aufwachen gerade einmal 39%. Ich bin wohl keine grosse Ressource.

Sportliche Aktivität tut mir wieder gut, scheint aber auch wieder denselben Fehler wie zuvor zu zeigen. Das langsame Zurückgehen der Ressourcen im Lauf des Tages fühlt sich allerdings sehr passend an.

Montag, 8. März, Arbeitstag

Schlaf, der für meine Verhältnisse okay ist, mit 73% Schlafqualität laut der Analyse auf der Suunto 7… und auch das produziert immer noch ein „Du hast nicht sehr gut geschlafen“. Wie die Garmin zeigt auch die Suunto 7 hauptsächlich leichte Schlafphasen, wenig an tiefem und REM-Schlaf.

Die „Ressourcen“ sind im Schlaf immerhin um 22% angestiegen, landen damit aber immer noch nur bei 44% beim Aufwachen.

Im Lauf des Tages sieht die Ressourcen-Analyse der Suunto 7 einen stetigen Abfall, mit 9 aktiven Stunden, 2:30 inaktiv und insgesamt 4 Stunden Stress.

Hohe Herzfrequenz geht einher mit hohen Schrittzahlen und hohem Kalorienverbrauch. Das sollte nicht anders sein, aber gerade darum ist es mir die Erwähnung wert; umgekehrt wäre es schliesslich ein Problem.

Resultate vom Oura Ring

Seit mittlerweile einem Jahr schon nutze ich den Oura-Ring. Es war gerade auch die COVID-Pandemie und alles, was Oura darum herum gemacht hat, was mich schliesslich zu diesem gesundheits-trackenden Ring geführt hat.

Hauptsächlich liefert der Oura-Ring Daten zu Schlaf und „Readiness“, in denen HRV (Herzfrequenzvariabilität) eine grosse Rolle spielt. Ausserdem gibt es die Messung der (Schwankungen in der) Körpertemperatur, die als das vorrangige Feature im Zusammenhang mit COVID präsentiert wurde. Davon sollte also besser etwas zu sehen sein, vor allem weil ich ja das Gefühl hatte, dass meine Temperatur in jener ersten Nacht erhöht war.

Samstag, 6. März, Tag nach der Impfung

Tatsächlich hat sich der Oura-Ring für diese Situation als sehr aufschlussreich erwiesen: Am Tag nach der Impfung hat mich die dazugehörige App gleich mit einem Hinweis auf erhöhte Körpertemperatur und dahingehend, dass ich es an diesem Tag lockerer angehen sollte, empfangen.

Readiness und Schlaf zeigten beide ziemlich niedrige Werte und Warnungen; die App schlug auch die Aktivierung des „Ruhemodus“ (bei dem Aktivitätsziele deaktiviert werden) vor.

Die eigene Seite für die Körpertemperatur zeigt +1.0C über der Temperatur zuvor. Meine Readiness war selbst in den Tagen zuvor schon niedriger gewesen, nicht die niedrigste, aber ganz schön niedrig – und die Mischung verschiedener Faktoren, alle im roten Bereich, machte schon sehr klar, dass da etwas nicht in Ordnung war.

Als Erinnerung versah ich den Tag zuvor und diesen auch gleich mit einem Stichwort „Impfung“ (also, Vaccination).

Sonntag, 7. März

Tag 2, ich fühle mich besser und die Readiness ist auch wieder ein wenig höher (auch wenn immer noch erhöhte Temperatur gemeldet und Erholung empfohlen wird), der Schlaf wird auch als besser bewertet.

Am Startbildschirm der App wurde an dem Tag auch nachgefragt, ob das Stichwort immer noch relevant wäre.

Ich entschied, den „Ruhemodus“ schon wieder auszuschalten; daraufhin informiert die App darüber, dass in den nächsten Tagen trotzdem noch spezielle Hinweise für die Erholung angezeigt würden.

Im Blick zurück auf die App-Einträge für diesen Tag wird er dann auch als Tag mit „Recovery in progress“ (also, Erholung stattfindend) gekennzeichnet.

Montag, 8. März

Montag, und die Körpertemperatur war wieder zurück auf der Grundlinie.

Die Readiness war höher, „Positive Trends“ werden erkannt… auch wenn die Schlafanalyse gleich wieder nach Aufmerksamkeit (auf Schlaf und -gewohnheiten) schreit.

Das Problem mit dem Schlaf ist allerdings – leider – mein ganz übliches.

Alles, was ich als Lehrer und in Sachen Bildung weiterbringen möchte, lässt mich nicht gerade ruhig schlafen.

Die HRV-Trends zeigen auch die Erholung:

Alles in allem, eine interessante Erfahrung.

Der Oura-Ring zeigt da schon, dass er eben für solches grundsätzliches und gesundheitsbezogenes Tracking sehr gut ist.

Die Sportuhren bieten auch einen gewissen Einblick, aber sind doch in Trainingsaufzeichnungen viel mehr zuhause als im Gesundheitstracking.