Ultimate Direction Hydro(Light) Skin Short Review

Sommerläufe können eine spezielle Herausforderung sein.

Handy, etwas Wasser; typischerweise etwas Kameraausrüstung brauche ich… Aber wie tragen, wenn schon das dünnste Gewand zu viel ist?

Dafür ist die Hydrolight-Reihe von Ultimate Direction gedacht, die Hydro Shorts oder Hydro Skin Shorts.

Im Sommer möchte ich – so sehr ich Laufwesten und bestimmte Rucksäcke auch mag – keinerlei zusätzliche Schicht tragen. Und ein wenig Wasser, meine DJI Osmo Pocket und/oder RX0 und das Smartphone brauchen nicht viel Platz.

In meine üblichen Tights passt allerdings nicht mehr als der Hausschlüssel.

Auftritt Ultimate Direction Hydro Shorts

Dieses “tragende Problem” ist genau das, wofür die Ultimate Direction Hydrolight-Reihe gemacht wurde.

Die zwei Shorts-Versionen in dieser Produktreihe sind:

1, die Hydro Shorts, bei denen Textil über den Beinen das Aussehen einer Shorts mit kurzen Tights darin ergibt.

Das Ergebnis erinnert mich etwas an die Anstandshöschen meiner Frau, die “Upskirt”-Fotos verhindern – wobei das Design für diejenigen ist, die Tights alleine zu unanständig aussehend finden.

2, die Hydro Skin Shorts, bei denen man nur die puren Tights hat.

Hauteng zeigen diese etwas von der Auswölbung im Schritt – aber wie der prototypische europäische Läufer habe ich kein Problem damit, diese zu zeigen.

Warum die (Skin) SHorts?

Meine Wahl fiel nicht nur darum auf die Hydro Skin Shorts, weil ich ohnehin in Tights laufe.

Der Grund war auch, dass es bei dieser Version Taschen an den Oberschenkeln gibt.

Wenn ich schon Tights mit Taschen kaufe, dann will ich wenigstens so viele Taschen, wie möglich!

Taschen

Die hauptsächlichen Taschen der Hydro Shorts (egal welchen Modells) sind die Smartphone-Tasche am Rücken, mittig (gleich unter dem Bund) und die zwei Wasserflaschen-Taschen links und rechts davon.

Smartphone Tasche

Die Smartphone-Tasche ist gross genug für die meisten, wenn nicht alle, aktuellen grossformatigen Handys. Mein Galaxy S9 passt, mit Hülle, mit genug Platz rundum hinein.

Selbst ein minimalistischer Erste-Hilfe-Satz könnte durchaus Platz finden.

Diese mittlere Tasche wird oben von etwas Textil abgeschlossen, das vom Hüftband nach unten geht und so einen Falz oben bildet; in der Mitte findet sich auch ein kleiner Klettverschluss, der diese Textilfalte an die Tasche hängt.

Ich habe Beschwerden darüber gesehen, dass dieser Klettverschluss-Teil zu klein wäre, aber ich bin mir ziemlich sicher, es würde erst recht Beschwerden geben, wenn er grösser wäre, weil alles dadurch etwas umständlicher würde.

Durch die Elastizität der Tasche und die Textilfalte darüber alleine wird das Smartphone (oder was immer man sonst hier hineingibt) schon gut gehalten.

Man müsste das Handy schon der Länge nach nur halb in die Tasche stecken, so dass einiges davon hinaussteht, um es zu verlieren. Gibt man es so in die Tasche, wie es darin liegen soll, dann müsste es schon von der Falte darüber daran gehindert werden, hinaus zu fallen, selbst wenn der Klettverschluss nicht weiter abschliessen sollte. (Und sollte der wieder aufgehen, nachdem man ihn zusammengedrückt hat, dann hat man wohl viel zu viel in dieser Tasche.)

Wasserflaschen und -Taschen

Die zwei Wasserflaschen, die mit der Shorts geliefert werden, sind (elastische) harte Fläschchen mit je 300 ml Volumen, mit Ventilen zum Aufziehen (wie man sie von älteren Trinkflaschen für das Fahrrad oder Sportverschlüssen an Mineralwasserflaschen gewöhnt ist).

Die Öffnungen und Ventile sind vom Hauptteil der Flaschen schräg abstehend geformt.

Die Form der Flaschen insgesamt ist natürlich so gestaltet, dass sie exakt in die Taschen passen, sich ziemlich leicht hinein- und hinausbewegen, aber doch gut am Platz gehalten werden.

Die Neigung der Ventile macht es leicht, sie gegen das Textil am Oberteil der Taschen einzuhängen, und das übt genug Druck aus, damit sie absolut sicher gehalten werden.

(Selbst ohne diese Fixierung habe ich noch keine Flasche hinausfallen sehen, aber es könnte schon leichter geschehen. Ausserdem schützt das Textil die Ventile wohl auch ein wenig vor Staub und Schmutz.)

Hydro Skin Short Oberschenkel-Taschen

Die erwähnten Oberschenkel-Taschen finden sich links und rechts, der Kurve des Beins nach vorne folgend.

Sie sind aus einem Mesh-Material geformt, das so aussieht, als wäre es nur per Tape angeschweisst und mit ähnlichem Material auch abgeschlossen.

Schon alleine, wie gut diese Schenkeltaschen noch aussehen, zeigt die guten Materialien und die durchdachte Konstruktion.

Ich warte darauf, dass sich mein Schlüssel einmal durch das Mesh durchsägt und herausfällt oder die RX0 oder Osmo Pocket die Tasche so sehr ausbeult, dass das Material permanent in neuer Form bleibt.

Nichts davon ist geschehen.

Der Abschluss oben liegt vielleicht nicht mehr exakt so eng an, wie er das einmal getan hat, aber selbst das ist bloss ein Eindruck davon, nicht unbedingt etwas, was ich belegen könnte.

Natürlich ist es ein wenig seltsam im Gefühl gegen das Bein, und es beult die Tasche ordentlich aus, hierin die RX0 unterzubringen (klein wie diese im Vergleich zu einer “echten” Kamera ist). Selbst das aber hat gut funktioniert und keine bleibenden Schäden produziert.

TraGEKOMFORT UND -hINWEISE

Das eine, dessen man sich bewusst sein muss (und man möglicherweise nicht mögen könnte) ist, dass diese Tights wirklich dafür gemacht sind, alles mit so gut wie keiner Wackelei zu tragen – was nur dann geht, wenn sie sehr eng anliegen.

hÜFT-zUGGURTBAND

Das “Gurtband” in der Hüfte der Shorts muss man dementsprechend so weit öffnen, wie es nur geht, bevor man sie anzieht. Selbst dann sind es definitiv echte, enge Tights, die man wirklich an-ziehen muss.

(Zu versuchen, sie anzuziehen, wenn man die Wasserflaschen und sonstiges schon drin hat, ist nicht gerade empfehlenswert. Sie zu den Knien hinunterzuziehen, falls man auf einem Lauf schnell dem Ruf der Natur folgen muss, geht schon – nachdem man den Zugbund geöffnet hat! – aber man gewöhnt sich besser irgendwann im Vorhinein daran, wie.)

Dann fängt man an, den Bund etwas zuzuziehen, steckt die Ausrüstung in die Taschen – und sollte sich ansehen, ob man den Bund nicht doch noch enger schnallen kann, um Wackelei endgültig zu vermeiden.

Den Längenunterschied des Bandes, der sich dabei ergibt, finde ich immer wieder etwas beunruhigend; das alles könnte, wenn man – nun, sagen wir, einen höheren Körperfettanteil hat, auch nicht so gut funktionieren wie bei mir und in Anbetracht meiner Figur.

Einen eventuellen Kritikpunkt muss ich hier auch anbringen: Das Band im Bund scheint sich bei mir verdreht zu haben.

Für den Tragekomfort ist das noch immer kein Problem (es gibt hier genug Material, dass man das nicht spürt), nur beim Zuziehen muss ich aufpassen, dass das Material nicht gefaltet ist, sonst würde es sich natürlich nicht gut zuziehen lassen.

Schwingen?

Das Wasser in den Flaschen schwappt natürlich etwas herum, wenn diese nicht mehr ganz voll sind, schliesslich sind das harte Flaschen.

Das ist aber auch das einzige an “unangenehmem” Auf-und-Ab, das ich je bemerkt habe.

Naja, stimmt nicht ganz: Mein Schlüssel kann sich in der Schenkeltasche genug bewegen, um gegen den Schlüsselring zu klimpern – und dass ich das als etwas, was ich bemerkt habe, erwähnen kann, zeigt wohl schon, wie ruhig man in diesen Tights laufen kann, selbst wenn man sie für einiges an Ausrüstung nützt.

Preis und Wert

Betrachtet man dieses Kleidungsstück als ein Paar Shorts, dann sind sie mit ihren ca. 90 Euro nicht billig, aber das ist gut vergleichbar mit vielen Kompressions-Tights oder -Shorts – und noch besser, wenn man bedenkt, dass man sich dadurch eine kleine Laufweste ersparen kann.

Klar hätte ich gerne eine Kooperation mit Ultimate Direction geschafft, aber das Geld für diese Hydro (Skin) Shorts war gut investiert.

Erfahrungen

Ich verwende die Ultimate Direction Hydro Skin Shorts jetzt den zweiten Sommer.

Ich hatte sie im Sommer 2019 in China mit und habe sie dort – bei den hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit, durch die etwas Wasser mitzubringen zu einer *wirklich* guten Idee wird – schon intensiv verwendet.

Schweiss?

Wenn schon nicht auf den Beinen, aber zumindest im Schritt, würde ich eigentlich genug Schweissproduktion erwarten, aber ich habe mich in diesen Shorts nie unwohl gefühlt.

Sie leiten Schweiss schnell genug ab, um angenehm zu bleiben und sich nicht feucht anzufühlen, obwohl das Material so anfühlt, als sollte es heiss und nass werden können, wenn es nur genug Sonne und Schweiss gibt.

(Zugegeben, in einen Regenguss bin ich mit den Hydro Skin Shorts noch nicht geraten.)

Dasselbe geht nun, in den Hundstagen des europäischen Sommers mit ständig wiederkehrenden Hitzewellen – und mit einigermassen vielen Läufen meinerseits, in Österreich weiter.

Nutzen

Viele meiner aktuellen Läufe sind nicht so speziell oder lange, dass ich mehr als mein Telefon, etwas Wasser und ein wenig weitere Ausrüstung brauchen würde.

Insgesamt 600 ml Wasser sind nicht aufregend viel, aber diese Shorts sind natürlich auch nicht dafür gedacht, eine Laufweste bei Bergabenteuern oder einen Rucksack für Übernacht-Fastpacking zu ersetzen.

Sie sind allerdings ein Werkzeug für Trainingsläufe in der Hitze, bei denen es eine ziemlich gute Idee ist, ein wenig Wasser mit sich zu führen, die aber keine Marathonlänge erreichen werden.

Dafür und für mich haben sich die Ultimate Direction Hydro Skin Shorts als ausgezeichnet herausgestellt – und einmal abgesehen von dem heiss applizierten Label, das sich allmählich abgelöst hat, sehen sie noch immer wie neu aus und funktionieren vor allem wie schon von Anfang an.

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