Wiener Alpen Wege: Entlang der Zahnradbahn auf den Schneeberg

Der Schneeberg strahlt mir oft schon über den Neusiedler See hinweg und auf dem Weg nach Wien entgegen; er ist der höchste Berg Niederösterreichs und der östlichste 2000er der Alpen – also den Ausflug von Wien wert.

Der Zug

Mit dem Zug kommt man von Wien Hauptbahnhof in 30 Minuten nach Wiener Neustadt und dann in fast einer Stunde mit dem Regional-Bummelzug nach Puchberg am Schneeberg.

Wer nicht gut zu Fuss ist, kann hier die bekannte Schneeberg-Zahnradbahn nehmen.

Wer ein schneller Bergläufer ist, probiert, “Mensch gegen Maschine” das bekannt langsame (aber nicht gerade zu unterschätzende*) Tempo der Zahnradbahn zu unterbieten.

Wer ganz gut zu Fuss ist, kann eben den Zahnradbahn-Wanderweg im eigenen Tempo nehmen.

Die Strecke ist eine gute Entdeckungstour und gut für die Fitness – und mit Genuss liesse sich das alles auch noch verbinden…

Der Weg

Zunächst geht es auf einem kleinen Pfad direkt neben den Gleisen entlang, dann durch einen kleinen Ortsteil auf Feld-/Wanderwege.

Im Wesentlichen geht es dabei immer bergauf, nur ganz selten unterbrechen flache bis leicht abschüssige Abschnitte den Anstieg.

Immer wieder denkt man, dass die Bahngleise ganz woanders sein müssten, sie liegen aber gleich unterhalb des Weges am Hang.

So geht es, grossteils durch Waldabschnitte, stetig bergauf, vorbei an Hengsthütte und, schon viel später, Haltestelle Baumgartner.

Die Baumgartner-Hütte da ist übrigens bekannt für ihre Schneebergbuchteln. Die könnten den weiteren Aufstieg allerdings erschweren, auch wenn die Kalorien nicht schlecht wären.

Praktisch durch die Haltestelle Baumgartner gegangen, verändert sich der Weg zum alpinen hin; er wird zu einem alpinen Wanderweg, der steiler ansteigt und steiniger ist.

Man kreuzt die Bahngleise etwas weiter oben, und es geht weiter auf steinigen Pfaden, zunächst zwischen Bäumen, dann bald über der Baumgrenze zwischen verzwergten Nadelbäumen, über die hinweg man schon nahe zu den oberen Tunnels der Bahnstrecke blicken kann.

Bald geht es aufwärts genug, aber gar nicht mehr so schlimm im Vergleich zu allem, was man an Distanz und Höhenmetern schon hinter sich gelassen hat, in Richtung Elisabethkirchlein hinauf und daran vorbei zum Bergbahnhof Hochschneeberg.

Auf 1800 m Seehöhe gelegen ist dieser Bahnhof der höchstgelegene Österreichs.

Von hier oben aus kann man die Blicke schon weit Richtung Osten streifen lassen, nach Wien und über den Neusiedler See hinweg. – Für mich eben war das dann auch der Blick in die Gegenrichtung dazu, wie ich normalerweise auf den Berg blicke.

Der Blick vom Schneeberg gen Osten
Der Blick vom Schneeberg gen Osten

Dieser Perspektivenwechsel alleine hatte schon was für sich.

Der Gipfel

Wer hier noch nicht hoch genug ist oder noch anders weiter will – wie das bei mir der Fall war – kann weiter auf dem Schneeberg wandern.

Vorbei am Damböckhaus etwa kann man, zuerst erstaunlich flach, zu dem Anstieg (markiert mit hohen Holzpflöcken) auf den Klosterwappen-Gipfel des Hochschneeberg.

Die 2076 m Seehöhe hier werden allerdings etwas speziell genutzt; hier steht nicht nur ein Gipfelkreuz, sondern auch eine Sendeanlage, die den Gipfel mit ihren Antennen noch etwas überragt.

Der Ausblick ist trotzdem noch einmal so interessant, weit wie er über das Land rundum geht. Einerseits noch einmal in das Flachland rund um Wien und den Neusiedler See, andererseits zu den Raxalpen und weiter, in die Richtung in die ich nach Kaiserbrunn hinunter weiter lief.

Spannend ist, neben der körperlichen Erfahrung und dem Ausblick, auch der Blick vor die Füsse und zurück in die Geschichte.

#MehrSehen

Die Änderungen in der Vegetation und im Untergrund, die sich unter den eigenen Füssen und rund um die Wege so allmählich, auf nicht ganz 15 km Wegstrecke und (aber immerhin!) 1500 m Aufstieg ergeben, sind spannend.

Man könnte sich hier gut einmal näher damit beschäftigen, öfter einmal Pausen einlegen und Pflanzen bestimmen.

Zumindest kann man sehen, welche Pflanzen man ohnehin kennt und wie sich, wie üblich, die Berglandschaft mit der Höhe ändert.

Und natürlich hat der Schneeberg, gerade im (wortwörtlichen und metaphorischen) Blick auf die Zahnradbahn, seine Geschichte.

2022 besteht die Schneebergbahn für 125 Jahre, in denen der Schneeberg ein beliebtes touristisches Ausflugsziel gewesen war und geblieben ist.

*Die Schneebergbahn braucht allerdings, langsam wie das Tempo erscheint, auch mit der klassischen Dampflok gerade einmal 90 Minuten für die Strecke von 10 km Länge (inzwischen gibt es auch Dieselloks, mit denen öfter am Tag in 40 Minuten auf den Berg gefahren wird; die Dampflok fährt nur zeitweise als Nostalgiezug)!

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