Hallstatt von Gosau über Hoher Plassen

Hallstatt sieht dieser Tage weniger Touristen, aber der Besuch ist zu oft immer noch ein sehr touristischer: Direkt hin, hinein und wieder weg.

Ich suche immer noch andere Zugänge zu Hallstatt.

Nach den hochalpinen Hängen des Dachstein ging es diesmal von Gosau über den Hohen Plassen und hinunter durch das Areal des Salzbergwerkmuseums über Hallstatt.

Es ist schon eine schöne Sache, mit dem Zug an die Haltestelle Halstatt zu fahren und dann das Boot über den See hinüber in den Ort zu nehmen.

Trotzdem ist es etwas ganz anderes, wenn man sich noch langsamer annähert, von weiter her, auf eigenen Füssen.

Überland nach Hallstatt

Dieser Weg über den Hohen Plassen ist ein besonders interessanter.

Oft heisst es, dass Hallstatt früher nicht über Land erreichbar gewesen wäre, sondern nur über Wasser – aber natürlich gab es auch Bergwege.

Klar war es einfacher, Salz für den Handel per Schiff zu transportieren, aber man kann durchaus auch über Land nach Hallstatt – und der Weg über den Plassen ist ein recht direkter, hoch vom Ort, am Salzbergwerk vorbei und hinaus in das Gosautal..

Die Kurze Tour auf den Plassen von Hallstatt

Relativ beliebt ist die Wanderung in diese Richtung, von Hallstatt hoch auf den Plassen:

Man fährt dazu direkt nach Hallstatt, geht oder fährt hoch zum Salzbergwerk und wandert dann weiter auf den Gipfel des Hoher Plassen.

Diesen Weg sollte man nicht unterschätzen, er ist durchaus anstrengend genug, aber er ist doch eine absolut machbare (Halb)Tagestour.

Mein Weg war etwas länger, um durch die Berge nach Hallstatt zu gehen.

Die Wanderung Gosau-Plassen-Hallstatt

Für diese Tour geht es zuerst einmal mit dem Zug nach Steeg-Gosau, dann mit dem lokalen Bus bis Gosau Gemeindeamt.

Von dort muss man kurz die Strasse durch das Tal entlang laufen, bis es bald über Wiesen (mit einem schönen Blick zurück auf die zwei Kirchen dort) und in die Berge geht.

Der Weg ist anfangs grossteils auf Forststrassen, bis er links auf wirkliche Trails abbiegt.

Nach ein paar Kilometern, einen Berghang erklimmend und einen Blick zum Plassen – zumindest glaube ich, dass es der schon ist – erhaschend, war die Route, die ich mit einer App erstellt hatte, etwas falsch..

Sie folgte, was wohl einfach nur ein kleiner Bach war; selbst musste man wieder einmal schottrigen Forststrassen folgen.

Mit Blick auf eine kleine Hütte bog der Pfad plötzlich rechts von der Strasse ab und, markiert aber kaum sichbar, einen nassen Grashang hoch.

Auf die Art geht dieser Pfad weiter, oft kaum erkennbar, weiter oben mit Holzbohlen für etwas trockeneren Untergrund und als eindeutiger Weg.

Hat man den höchsten Punkt dieses Hangs erreicht, bekommt man einen Blick auf den ersten Hang des Plassen aus nächster Nähe, muss links weiter und kommt an eine Weggabelung, wo es auch geradeaus weiter, hinunter, ginge, man aber rechts auf den Plassen selbst hoch möchte.

Die Veränderung hier ist eine starke.

Es kommt durchaus noch mehr Kletterei, aber der Weg verändert sich binnen Schritten in einen hochalpinen Trail. Plötzlich hat man keine hohen Bäume mehr um sich, die Grasvegetation liegt auf weniger nasser Erde, die typisch scharfen Steine dieses Teils der Alpen dominieren..

Es fühlt sich viel mehr so an, als würde man nun über Felsen balancieren, von Stein zu Stein hüpfen, wirklich einen Berg erklimmen und dabei eventuellen Wetteränderungen viel mehr ausgesetzt sein.

Bald allerdings ist man am Gipfel.

Der Blick rundum ist beeindruckend, hinunter zum Hallstätter See, hinüber zum Sarstein, zum Dachsteinmassif mit seinem Gletscher und entlang des Gosau-Bergkamms.

Der Pfad hinunter nach Hallstatt zweigt fast sofort vom Weg hinauf ab – und sollte nicht unterschätzt werden.

Die meiste Zeit ist er ein schöner, typisch alpiner, Weg, aber damit hat er eben auch genug scharfe Steine. Zumindest ein Abschnitt wird relativ steil und ist mit Stahlseilen gesichert.

Nach diesen oberen Abschnitten wird der Weg bald ein sehr schöner Waldweg, der dann seinerseits auf Schotterstrassen führt und diese quert – und dort ist man dann auch schon gleich oberhalb des Salzbergwerkmuseum-Areals über Hallstatt.

Über dieses Areal mit seinen Eingängen zum Salzbergwerk und, wenn man will, mit dem kleinen Umweg zum Welterbeblick hinunter auf Hallstatt geht es weiter……

…und dann die mäandernden Spazierwege zum Ort, die Steinstufen in Hallstatt hinunter und durch das bezaubernde Dorf.

Wahrlich kein Weg, den man Salz hätte entlang transportieren wollen – aber tatsächlich hatte es Leute gegeben (und anscheinend oft, Frauen!), die tatsächlich Salz so transportierten.

Es gibt überhaupt einiges, was sich hier mehr lernen und damit entdecken – und mit persönlichen Erfahrungen, die Berge um Hallstatt durchwandernd, verbinden ließe.

Ganz sicher gibt es hier nicht nur den Foto-Point für obligatorische Selfies!

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