Eindrücke von Nixi, im Tibetischen Sichuan – Goldenes Chilli, Schwarze Keramik, Harte Landschaft

Von Xianggelila (Shangri-la) in Yunnan fuhren mein Kollege und ich schnell einmal, auf der Suche nach einem speziellen Chilli, auf der Strasse Richtung Lhasa…

Über diese Entdeckung eines mehrjährig wachsenden goldenen Chilli in/aus Tibet lässt sich auf ChiliCult mehr lesen, aber hier wollte ich auch noch mehr Eindrücke aus dieser Region teilen.

Die Region, das ist das Land um Nixi, wo nun wirklich nicht mehr viele Touristen hinkommen.

In Xianggelila waren schon weniger Besucher, als ich erwartet hatte (und als in Lijiang zu sehen waren), aber Nixi wäre noch einmal um einiges schwieriger zu erreichen.

Ich habe es dorthin auch nur geschafft – und das nur als Tagesausflug – weil meine Feldforschung zum Chilli mich hier eben mit einem chinesischen Kollegen, mit einem Auto, das wir uns dazu gemietet hatten, auf dem Weg sah.

Xinyangcun – Auf den Berg

Zuerst einmal suchten wir nach dem Ort Xinyangcun.

Davon hatte ich – typisch Moderne – in einer Doku über das Chilli (und eben jenes goldene Chilli) in China gehört…

Wobei, suchen ist etwas übertrieben; unsere GPS-App führte uns problemlos in das Dorf.

Wir hatten allerdings der Strasse, die uns dorthin führte, kaum getraut; es ging von einem ziemlichen Highway (und der war schon eine Bergstrasse, mäandernd, mit nur je einer Fahrspur je Richtung, Felswand auf der einen Seite, tiefes Tal auf der anderen) auf eine komplett einspurige Trasse, die sich den Berg hinaufschlängelte.

Der Ausblick allerdings…

Auf der Strasse Richtung Lhasa

Wieder unten, zurück auf dem Highway, weiter seinem Lauf weit über dem Jinsha-Fluss folgend, kamen wir an einer Aussichtsplattform vorbei, die jemand dorthin gebaut hatte – und an der wir einfach stehenbleiben mussten…

Schlussendlich fanden wir dann auch einen Ort, an dem das gesuchte Chilli tatsächlich angebaut wurde. Und was eine faszinierende Landschaft das war!

KaizhongShui, Ort des Goldenen Chilli

Was ich in meinem Eintrag und Video über das Chilli etwas verschwiegen hatte: Es war nicht nur beeindruckend, um diese kleine Siedlung namens Kaizhongshui herum entlang zu klettern.

Die paar Leute, die wir trafen, waren auch sehr nett – und mein chinesischer Kollege hatte ziemlich genau so viele Kommunikationsprobleme mit ihnen, wie ich; sie sprachen fast nur Tibetisch.

Aber, unter all den Pflanzen, die dort wuchsen, war auch so einiges an Beifuss… in voller Blüte.

Genau der Beifuss, auf den ich ziemlich heftig allergisch reagiere. Auf den Teil des Erlebnisses hätte ich gerne verzichten können; ich war die ganze Zeit dort am Niesen und Schniefen und hatte zunehmend mehr Kratzen in den Augen.

Tja, auch so etwas gehört dazu, wenn man sich auf Mikroexploration in die Welt begibt…

Die Gegend war dennoch fantastisch interessant zu sehen – und Nixi hat noch eine Besonderheit zu bieten:

Hartes Leben – Lange Besiedlungsgeschichte

Weit entfernt von allem, wie der Ort ist, und hart, wie das Leben dort sicherlich ist, scheint Nixi nicht gerade ein Ort, wo man lange Besiedlung erwarten würde. Die Region aber hat eine der ältesten Keramiktraditionen Chinas.

Tibetische schwarze Keramik aus Nixi wird immer noch hergestellt bzw. wurde in den letzten Jahrzehnten revitalisiert und zu einem nationalen Kulturerbe erklärt. Ihre Tradition geht zumindest 1200 Jahre zurück!

Wie aus der Welt – und nur ein Wechat Entfernt

Dieser Tage muss man nur auf dem Highway fahren, um an Geschäften vorbei zu kommen, die solche Töpferarbeiten anbieten – und während man das tut, stellt man sich vor, wie das Leben hier wohl so ist.

Heute – oder vor mehr als 1000 Jahren, Töpfereien produzierend und Getreide und Gemüse für die eigene Versorgung anbauend – und wahrscheinlich ein paar Yaks hütend.

Was Menschen so alles für Umwelten besiedeln können!

Und wie seltsam es doch alles ist, heutzutage.

Einerseits kann man selbst im angeblich alleswissenden Internet praktisch nichts über so eine spannende ‘Ackerfrucht’ wie das goldene Chilli hier erfahren.

Andererseits haben Leute begonnen, es zu vermarkten – und mit denen kann man online in Kontakt treten. Sie sind nur eine Wechat-Nachricht entfernt!

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