Rab Mythic Ultra 360

Von Bergnächten Träumen, den Rab Mythic Ultra Schlafsack Näher Betrachten

Normal würde ich jetzt Nächte auf Bergen verbringen.

Davon träumend, habe ich mir zumindest endlich einen Schlafsack zugelegt, der wirklich gut sein sollte – und wir können uns zumindest einmal dessen Aufbau und Technologie ansehen: den Rab Mythic Ultra 360.

Rab hat eine lange Geschichte in der Produktion von Ausrüstung für die Berge, gerade mit Schlafsäcken.

Der Mythic Ultra, verfügbar in einer leichteren 180 und der schwereren/wärmeren 360-Version, wie ich sie mir gekauft habe, ist aktuell (2020) der neueste und speziellste ihrer Schlafsäcke.

Grundlegendes

Der Rab Mythic Ultra 360 wiegt 606 Gramm, aber seine Temperaturwertung geht für den Extremfall bis -27C.

Der Komfortbereich liegt bei -2C, das Normallimit bei -8C.

Rab Mythic Ultra Temperatur-Rating

Das ist das Rating nach dem EN-Standard, für den ein thermisches Mannequin verwendet und dessen Temperaturverlust gemessen wird – was laut Rab allerdings den Effekt der TILT-Technologie (sh. unten) nicht in Betracht zieht.

Trotz (oder wohl eher wegen) der Füllung, durch die der Schlafsack gewaltiges Loft hat – es ist ja auch europäische Gänsedaune mit 900 Fill Power – lässt sich der Schlafsack auf ein angenehmes Volumen komprimieren.

Dry Bag und das Packen

Der Dry Bag, der mit dem Mythic Ultra geliefert wird, scheint mir 3-4 Liter Volumen zu haben. Rab nennt ihn einen “compression stuff sack”, aber von Kompression ist eher wenig zu sehen. Es gibt keine Kompressionsriemen, sondern das Dry Bag typische Roll-Top für den Verschluss.

(Es ist ein netter Packsack, aber etwas mehr Kompression wäre mir recht, schliesslich schaue ich nicht nur auf geringes Gewicht, sondern auch wenig Volumen, schliesslich bin ich typischerweise schnell und mit einem – ziemlich – kleinen Rucksack unterwegs.)

Rab Mythic Ultra, eingepackt (und im Packsack so weit expandiert, wie möglich) mit Neo Air-Matratze und Lowe Alpine Uprise 40:50

Aufbewahrungsbeutel

Zur Aufbewahrung wird übrigens auch ein Baumwollsack mitgeliefert; selbst der hat einen elastischen Kordelzug zum Verschluss und der Öffnung gegenüber einen Tragegriff.

Der (Höchste) Standard des Schlafsacks

Der Mythic Ultra ist schon in seiner Nutzung eines sehr angenehm weichen super-leichtgewichtigen 7D Ripstop-Nylon für Hülle und Lining, 900 Fill Power europäische Gänsedaune mit hydrophober Behandlung von Nikwax und ausgezeichneter Konstruktion sehr hochwertig gearbeitet.

Form und Baffles

Insgesamt ist der Schlafsack in typischer Mumienform geschnitten, mit geneigter Fussbox, insgesamt an Körperkonturen angepasstem Schnitt.

Die Kammern/Baffles sind, wie bei Rab üblich, trapezoid geformt. Damit wird dafür gesorgt, dass die Daune bleibt, wo sie sein soll, während Luft zirkulieren kann (bzw. hinausgedrückt werden kann, wenn man den Schlafsack einpackt), indem die Baffles aus einem Mesh-Material gemacht sind. Ausserdem werden so natürlich Kältebrücken vermieden.

Die ‘Haube’ des Schlafsacks hat natürlich einen Wärmekragen, der ziemlich massiv gebaut ist.

Rab Mythic Ultra ‘Haube’ und Wärmekragen

Wärmekragen

Der Kragen formt sich sehr schön um Schultern und Hals (nicht einfach gerade, sondern mit einer Kurve, um sich an den Körper des Nutzers anzupassen). Rab spricht von einem ergonomisch designten internen Kragen und ‘Haube’.

Worüber ich mir noch nicht so sicher bin, dass sind die elastischen Bänder, mit denen man Haube und Kragen zuziehen kann; sie scheinen ziemlich weit in den Schlafsack zu ragen (und ziemlich ausgedehnt zu werden), wenn man alles eng zuziehen will.

Da frage ich mich, wie gut das funktionieren und auf längere Zeit funktional bleiben wird. So stark, wie das Loft des Schlafsacks ist, wird man ihn womöglich aber nicht einmal zu sehr schliessen müssen.

Zipp

In den Schlafsack hinein/hinaus kommt man per Zipp links.

Klettert man nicht einfach durch die Öffnung oben, die wahrscheinlich schon alleine weit genug dafür wäre (und wenn man den Schlafsack mit einem kleinen Bivy verwendet – ich denke etwa an jene von Outdoor Research, die ich oft verwende oder sogar noch kleinere).

Der Zipp geht bis auf Hüfthöhe hinunter, wo es auch einen zweiten Schieber dafür gäbe, falls man etwas Ventilation bräuchte.

Entlang des gesamten Zipps zieht sich ein Baffle/Kragen, wodurch jedwede Kaltluft davon abgehalten wird, durch den Zipp hinein zu kommen.

Zipp-Schieber-“Garage”

Am oberen Ende des Zipps gibt es eine ziemlich grosse Flappe, die als Schieber-“Garage” dient; das untere Ende hört recht abrupt auf (was mich manchmal in Sorge bringt, ob man den Zipper-Schieber dort nicht eventuell ausfädeln könnte – ich glaube, ich mache mir hier aber bloss zu viele Gedanken), innen allerdings sind die zwei Hälften des Schlafsacks auch hier sehr stark miteinander verbunden.

Natürlich kann man die Pulls für den Zipp auch nach innen bewegen; der obere Pull hat auch eine Verlängerung mit etwas Schnur, damit man ihn leichter finden und greifen kann – und der Griff dort ist auch noch einer, der in der Nacht leuchtet.

Es gibt überall rundum jede Menge Material – oder eigentlich, luftig und leicht wie es ist, wenig Material, das aber nach viel aussieht – aber bei meinem bisherigen Herumspielen mit dem Zipp hat sich dieser noch nirgends verfangen.

Nikwax Hydrophobic Down

Mit der 900 Fill Power-Daune im ganzen Schlafsack ist der Loft, wie schon öfter gesagt, einfach fantastisch, wodurch der Schutz gegen kalte Nachttemperaturen produziert wird.

Dank der hydrophoben Behandlung der Daune von Nikwax kann diese Füllung ihre Funktion noch dazu auch bei feuchten Bedingungen viel besser erfüllen, als das bei normaler unbehandelter Daune der Fall wäre.

Das Problem mit Daune

Daune isoliert grossartig – aber nur, solange sie nicht nass wird.

An den Vögeln wird die Daune von den Federn geschützt – aber Wasservögel müssen ihre Federn regelmässig mit einem Sekret ‘imprägnieren’ oder sie würden das Wasser nicht abperlen lassen!

Die Daune für sich, noch dazu gereinigt, wie sie es für die Verwendung sein muss, nimmt Wasser auf, verklumpt, verliert den Loft und wird sehr unangenehm.

Das war schon immer das Problem mit Daunenschlafsäcken: Sie sind viel leichter und effizienter als synthetische Schlafsäcke – in trockenem Wetter. Und wenn man nicht zu viel schwitzt.

Die Lösung von Nikwax

Die “Nikwax Hydrophobic Down” kann direktem Kontakt mit Wasser 16 Stunden widerstehen, ohne ihre isolierenden Eigenschaften zu verlieren, wie Nikwax selbst das erklärt.

Das ist nicht nur für regnerische Tage (und Nächte) interessant, sondern auch schon für – hoffentlich – bessere Leistung des Schlafsacks wenn man selbst einfach ein warmer (und schwitzender) Schläfer ist, sich im Zelt oder Bivy Kondensation aufbauen könnte, etc.

Der spezielle TILT des Mythic Ultra

Wirklich differenziert sich dieser Schlafsack dadurch von anderen, dass in seiner Produktion nicht nur höchste normale Standards erfüllt wurden, sondern auch etwas Neues ausprobiert wird: TILT.

“Thermo Ionic Lining Technology”

Wie bemerkt man das? Ganz einfach, weil es so aussieht, wie die wärmereflektierenden Innenseiten so manchen aktuellen Outdoor-Gewands, vor allem bei Jacken.

Was heisst das? Es bedeutet dasselbe, wie bei jenen Gewändern – das Innere ist mit Metallionen (Titan nämlich) bedampft, welche Wärme in der Form von Infrarotstrahlung, die unser Körper abgibt, zurückreflektieren sollen.

Rab Mythic Ultra TILT Liner

Wie eine Rettungsdecke also?

Prompt hatten sich Leute gefragt, warum man dann nicht einfach eine reflektierende Rettungsdecke mit in den Schlafsack nimmt.

Nun, natürlich darum, weil eine solche sich zerknittert und laut ist und man darin so schlafen würde, wie eine Kartoffel im Bratofen.

Per TILT ist das Metall praktisch ein Bestandteil der Fasern.

Die Atmungsaktivität sollte immer noch gut sein (das ist klar einer der Punke, auf die ich achten will, wenn ich den Schlafsack praktisch testen kann).

Und das Gefühl ist absolut nicht wie Metall. Der Schlafsack ist durch und durch angenehm und weich!

Komfort – und bessere Leistung – die es zu testen gilt

Im Endeffekt bietet der Mythic Ultra mit TILT nicht nur Schutz gegen Wärmeverlust, in dem Wärme in den isolierenden Luftschichten der Daunenfüllung gehalten wird (worauf die Ratings nach EN/ISO-Standard, wie sie oben erwähnt wurden, basieren).

Es gibt eben auch die Wärmerückstrahlung – von IR (Infrarot) vom eigenen Körper, die durch die Ionen im Innenmaterial erfolgt. Damit sollte das Temperaturpotential des Schlafsacks noch besser sein!

Gleichzeitig wird Atmungsaktivität hoch gehalten – und die hydrophobe Daune sollte auch noch dazu beitragen, dass Feuchtigkeit reguliert und der Schlafsack funktional gehalten wird.

Jetzt also hoffentlich bald mal wieder in die Berge und damit dazu, zu sehen, wie sich der Mythic Ultra so verpacken lässt, in meinen Rucksack passt, mit dem Bivy funktioniert…


Offenlegung: Dieser Blogeintrag ist nicht nur mein eigener redaktioneller Content, ich habe diesen Schlafsack NICHT vom Hersteller erhalten, von diesem nicht einmal einen Rabatt bekommen; ich habe ihn einfach von meinem eigenen Geld gekauft.

Der Link zu einer Kaufmöglichkeit hier darunter ist allerdings ein Affiliate Link, ein Kauf über diesen Link könnte mir also eine kleine Kommission zukommen lassen.

Rab Mythic Ultra 360 (bei Bergfreunde; Affiliate Link)

Wer es leichter und wärmer haben will und kann:

Rab Mythic Ultra 180 (bei Bergfreunde; Affiliate Link)

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