Mikroexploration und die Notwendigkeit des #NachHauseKommen in Zeiten des Coronavirus

Mit einem neuen Virus, das sich ausbreitet, Leben überall negativ beeinflusst… da haben wir genau eine solche Sache, wegen der wir uns wünschten, wir wären kein Teil dieser Welt.

Aber…

Wir leben schon lange so, als ob Technologie und Wissenschaft (oder einfach Kapitalismus?) uns von der Ökologie der Erde getrennt hätten. Als wären wir immun, geradezu?

In Anbetracht dieses Fehlbildes und dieser Krise ist das jetzt eine Zeit und eine Situation, für die Mikroexploration gute Dienste leistet, praktisch wie psychologisch, als Mittel zum Nach-Hause-Kommen in dieser Welt.

#NachHauseKommen gegen Panik – oder Apathie

Reisepläne sind jetzt wohl für die vorhersehbare Zukunft aufgeschoben; selbst Mikroabenteuer können etwas frivol anmuten. Schon das Alltagsleben wirkt in der aktuellen Lage nur zu abenteuerlich.

Wie üblich, wenn wir uns neuen und unangenehmen Situationen gegenüber sehen, tendieren die Reaktionen zu den Extremen.

Panik

Bei manchen gibt es Panik.

Zumindest Panikkäufe der Dinge, die andere in Panik gekauft haben. Dass Fleisch und frisches Gemüse, als die kommende Ausgangssperre angekündigt wurde, ausverkauft waren, ist verständlich.

Schon die Nudeln sind schwerer zu verstehen. Mehl, geschweige denn Klopapier, lässt einen schon wundern.

Panik ist jedenfalls nicht ratsam, sie reduziert das vernünftige Denken – und genug davon sieht man in sozialen Medien.

In den sozialen Medien findet man einen anderen verzweifelten Versuch, sich in Kontrolle zu fühlen, mit ständig neu geteilten Fallzahlen, ständig neuen furchteinflössenden Details.

Es hilft eigentlich niemandem und nichts, aber man fühlt sich wissend – wenn auch (wahrscheinlich, womöglich) fälschlicherweise.

Apathie

Bei manchen herrscht die Apathie vor.

Ratschläge werden gezielt ignoriert, denn die betreffenden Personen fühlen sich jung und gesund und nicht betroffen.

Oder sie fühlen sich sogar nur insoweit betroffen, als sie werden aufgeben müssen, was auch immer sie tun wollten – und sie werden trotzig und ärgerlich.

Man lebt doch nur einmal, also auf zu einem letzten grossen Hurra! scheint die Einstellung zu sein.

Die schwierige Realität, zu Hause in dieser Welt

Aufs absolut Fundamentale reduziert bedeutet das Lernen, in dieser Welt zu Hause zu sein, dass man erkennt, dass wir alle ein Teil dieser Welt sind, nicht getrennt – zum besseren wie schlechteren.

Ein neuer Virus ist natürlich etwas besorgniserregendes – und nichts, was man ignorieren, sondern etwas, was man ernst nehmen sollte.

Ja, man lebt nur einmal – aber man ist hoffentlich nicht dermassen selbstsüchtig, dass es einen nicht kümmern würde, potentiell ein Krankheitsüberträger zu sein, der Tod und Verderben verbreitet.

Krankheit oder Tod können einen ausserdem auch selbst erwischen, und sicherlich will man sich nicht über alle Ratschläge hinwegsetzen, obwohl diese einfach zu befolgen sind und ein längeres Leben, mehr Erfahrungen, statt Tod und Verderben bedeuten könnten?

Leben mit der Spannung

Der einzige wirklich sinnvolle Zugang ist einer, der es sich in der Spannung an Gefühlen und Ansichten bequem macht.

Dieses Gegenmittel zur Nervosität ist ein essentielles, aber problematisches: emotionale Balance. Die man durch Akzeptanz erreichen kann.

Schwierigkeit 1: Der Druck des Negativen

Dieser Ansatz ist problematisch, weil er nicht leicht zu schaffen ist, wenn die Nachrichten voll besorgniserregender Meldungen sind – und noch besorgniserregenderer Vorhersagen.

Und Updates zweifelhaften Wertes werden zugleich von Leuten geteilt, die sich verzweifelt an jeder neuen (angeblichen) Information festklammern, die ihre Sicht der Dinge noch verstärkt.

Lösung 1: Tun, mit Sinn

Die sinnlose Diskussion kann man allerdings leicht vermeiden und sich darauf konzentrieren, was man jetzt tatsächlich tun kann.

Sich selbst in grössere Sicherheit bringen nämlich und die Dinge für andere nicht noch schlechter machen.

Schwierigkeit 2: Der Druck der Unsicherheit

Es ist auch eine schwierige Sache, weil man nicht so recht weiss, was wirklich Sache ist.

Es hilft nichts, dass widersprüchlich erscheinende Aussagen gleichermassen zutreffen können, je nachdem, von welcher Perspektive sie gesehen werden.

Millionen könnten möglicherweise sterben, auch man selbst – und im Lauf der Geschichte wäre das dennoch alles gar nicht so schlimm.

Wenig kann man tun, vernünftigerweise. Nichts ist je sicher, nichts bietet absoluten Schutz.

Wir werden niemals absolute Gewissheit über zahlreiche Dinge haben, am allerwenigsten darüber, wie unsere Leben und die unserer Familien sich entwickeln werden – oder enden.

Die Tatsache ist jedenfalls, dass Leben enden; darüber in Panik zu verfallen erfüllt keinerlei Nutzen.

Lösung 2: Auch zu Tun, mit Sinn

Aber, es gibt Dinge, die man tun kann und die helfen werden.

Man kann nur einen kleinen Einfluss ausüben – aber diesen kleinen Einfluss, den hat man jedenfalls.

Damit hat man auch Verantwortung, ob man sie nun annehmen möchte oder nicht. Man nimmt sie also besser an.

Hat man also entschieden,vernünftig zu sein, diesen schmalen Grat der Vernunft zwischen Panik und Apathie zu beschreiten, zu Hause zu bleiben, soziale Distanzierung zu betreiben, sich mehr um die Hygiene zu sorgen… dann was?

#Mikroexploration

Dann hilft die Perspektive Mikroexploration – dass man abenteuerlich-lernend-forschend sein kann, nicht nur auf grossen Abenteuern, sondern auch im Studierzimmer und mit Training und ähnlichem – auch.

#Mikroexploration für Mentale Gesundheit

Ein Schritt, bei all dem Reden darüber, dass man lernen müsste, die Spannung, die bittere Realität, zu akzeptieren: Mehr sehen, mehr lernen – und sich dadurch ablenken lassen.

Vorbereiten, Planen, Lernen – und Nachbereiten

Wenn man jetzt schon nicht hinaus und Dinge unternehmen kann, dann kann man doch zumindest planen, was man danach tun wird.

Man kann lernen und (sich) vorbereiten.

Es ist ein idealer Zeitpunkt, um Notizen von früheren Reisen wieder hervorkramen und mehr über die Orte zu lernen – schliesslich war man doch sicherlich nicht nur darum dort, um coole Instagram-Fotos produziert zu haben, richtig?

Wer hinaus kann, kann auch die eigene Umgebung erkunden.

So manche Überraschung erwartet einen, wenn man nun endlich einen Grund hat, die Dinge alle so zu sehen, als würde man sie vielleicht zum letzen Mal zu Gesicht bekommen. Oder sie zum ersten Mal bewusster als Besonderheit wahrzunehmen.

#Mikroexploration für Gesundheit und Fitness

Im Hinausgehen – oder Drinbleiben – kann man auch Körper und Geist besser kennenlernen.

Seht euch mal an, welchen Bereich von Fitness ihr vernachlässigt habt – und geht das endlich an. Für grundlegendes Stretching oder Krafttraining, für Core-Stärkung, braucht es nicht viel Platz.

Es ist auch ein guter Zeitpunkt für Atemmeditation. Wenn man sich schon wegen eines Virus, der Kurzatmigkeit und Lungenentzündung verursacht, sorgt, wo man also mehr auf seine Atmung hört – glaubt mir, mir jedenfalls geht es so – da kann man auch gleich lernen, dem Aufmerksamkeit zu widmen. Und wie man seine Gedanken zugleich zur Ruhe bringt.

Man kann mehr von den “Essbarkeiten”, die die Welt zu bieten hat, kennenlernen. (Mehr dazu auf meinem Food-Blog ChiliCult.)

Es ist keine gute Zeit für eine Diät, aber eine grossartige Zeit dafür, sich seine alltäglichen Essgewohnheiten noch einmal anzusehen, zu überlegen, wie gesund die eigentlich sind.

Oder um zu lernen, neues zu kochen. Oder angenehm-vertraute Dinge zu kochen, die man bisher nicht selbst gemacht hat.

Also, nicht in Panik verfallen – aber die Situation auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Bleibt gesund. Und lernt aus dem allem, während dem allem.

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