Goldene Ginkgoblätter und Sonne

Chongqing – Stadt des Nebels, Stadt des Hot Pot, Berg-Stadt – hat seine Sehenswürdigkeiten, um die es in dieser Reihe kurzer Artikel geht. Diesmal allerdings Saisonales: Sonnenschein, goldenes Herbstlaub der Ginkgos – und wozu das führt.

Den Chinesen wird nicht die grosse Naturliebe nachgesagt. Vielleicht hört man zu viel von Hundefleisch und Tigerpenis. Vielleicht liegt es an Umweltverschmutzung und Urbanisierung.

Nicht weit von einer landwirtschaftlichen Gesellschaft entfernt zu sein führt auch nicht unbedingt zu einer sehr romantischen Sicht auf die Natur. Obwohl, das traditionelle China war sehr landwirtschaftlich geprägt, “hydraulisch” – und hatte dennoch eine grosse Wertschätzung für mystische Berglandschaften…

Moderne Einstellungen sind mindestens ebenso kompliziert. Und einfach zu verstehen.

Sonne, Wärme, Farbenspiel

Ein gutes Beispiel: Ein sonniger Tag im Winter, während die Ginkgobäume ihr goldenes Herbstlaub tragen.

Ja, die Jahreszeiten scheinen hier etwas durcheinandergemischt; es ist schon Winter, aber viele Bäume sind ohnehin immergrün; Ginkgo werfen ihr Laub spät ab, so kalt ist es noch nicht.

Heizung? Wozu Heizung?

Die Mischung findet sich auch im alltäglichen Leben: Das hier ist der subtropische Süden südlich des Yangtze (okay, streng genommen genau am Yangtze), darum gibt es auch keine Heizung.

Die Temperaturen bewegen sich meistens allerdings meistens nur etwas über dem Gefrierpunkt; sie steigen nur an, wenn die Sonne herauskommt. Draussen. In den Zimmern bleibt es auch dann kalt.

Wärme…

Wenn es also Sonne und damit Wärme gibt, das Ganze zu einer Zeit, wo die Ginkgos gerade ihre wunderbar goldene Herbstfärbung tragen, dann lockt es alle hinaus. Viele, nicht nur um dieses Bild zu betrachten, sondern um es für Fotos (für soziale Medien) zu nutzen…

Schreibe einen Kommentar

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.