Solche Einträge sind überall und ach-so-beliebt. Welche Länder man besuchen muss, welche Städte und Sehenswürdigkeiten man gesehen haben muss, die 5 Dinge die gegessen und 10 Dinge die getan werden müssen.

So etwas ist einfach zu schreiben und zu verstehen. Und es scheint nur zu logisch, dass die eigene Weltanschauung besser werden wird, wenn man mehr von der Welt angeschaut hat.

Wenn ich Mikroexploration vorschlage, dann klingt zumindest der Teil über “Exploration” wohl auch danach, dass ich in die weite Welt hinausweise. Zur Entdeckung und Erkundung neuer Orte, des Unbekannten.

In all diesem einfachen und klar schönen Marketing wird nur eines übersehen: Dass wir nur allzu oft, so sehr wir auch in der Welt unterwegs sein mögen, nicht in der Welt zuhause sind.

Ich kann die Stimmen hören, die mir jetzt sagen wollen, dass sie wunderbar zu Hause sind, ein Zuhause haben, vielen Dank. Natürlich wird, was ich hier erkläre, nicht auf jeden zutreffen.

Aber, was bedeutet es denn eigentlich, in der Welt zuhause zu sein?

Zu Hause Sein in der Welt

Ich denke nicht, dass es bedeutet, von einem Ort zum anderen zu jetten. Alle Länder der Welt bereist zu haben.

Ich denke, es bedeutet eine intimere Beziehung, ein tieferes Wissen.

Wie viele von uns kennen ihre Nachbarn noch?

Sind alle Wege um sie gegangen, nicht nur auf der ewig-gleichen Route in die Arbeit?

Kennen die Pflanzen, die um sie herum wachsen? Die Tiere, die dort existieren?

Wohin man einfach muss!

In all dem liegt dann auch das eine “Reiseziel”, das man sich wirklich einmal genauer ansehen sollte:

Der eigene, wörtliche oder metaphorische, Hinterhof.
Die eigene Nachbarschaft.
Der Ort, an dem man doch eigentlich lebt.

Wer meint, an einem unheimlich langweiligen Ort ohne irgendwas von Interesse zu leben, muss nur einmal einen Reiseführer für den Ort finden. Wenn etwas in einem solchen Reiseführer erwähnt wird, Menschen zum Besuch bringt, dann muss es doch wohl etwas von Interesse geben.

Und wenn nicht?

Dann hat man bloss eine noch interessantere Herausforderung vor sich! Den Anfang, womöglich, einer wahren Mikroexploration.

Faszinierende Entdeckungen

Bei meinem gewissen Hintergrund in Botanik etwa kann ich das Beispiel anführen, dass selbst das “Unkraut” in Ritzen ziemlich vielfältig und interessant sein kann.

(Auf Englisch gibt es einen YouTube-Kanal mit dem Titel “Crime Pays, but Botany Doesn’t” der wunderbar zeigt, was jemand mit offenen Augen und einiger Bildung so alles pflanzlich-interessantes finden kann.)

Menschen sind mindestens genauso interessant. Sie müssen keine besonderen Spielchen treiben. Wohin gehen sie aber und wie? Wie angezogen. Man kann Tage damit verbringen, Leute zu beobachten. Wenn nötig kann man sich auch einen Spass daraus machen, über sie zu spekulieren. Oder sie einfach fragen!

Noch immer keine Idee? Dann braucht es wohl ein Buch, um mehr über etwas zu lernen, sich dazu trainieren, dank dieses Wissens mehr zu sehen.

Eben, #MehrSehen, #MehrLernen, #NachHauseKommen ;)