Prag. Schöne Stadt, allem was ich gehört habe nach. Nur zu nahe an Österreich, also habe ich sie noch nie besucht…
Der Prag-Marathon gab mir einen guten Grund, dass endlich zu ändern. Und auch diese Stadt nicht nur auf Touristenpfaden zu sehen.

Anreise Wien-Prag

Von Wien braucht man nur einen der regelmässigen Züge nach Prag.

Sowohl die ÖBB fahren dorthin (und weiter nach Deutschland) wie auch das private tschechische Transport-/Tourismusunternehmen RegioJet.

RegioJet ist typischerweise günstiger und bietet verschiedene, ziemlich nette, Klassen. Mit dem Business-Sitzplatz hier bekommt man etwa auch Kaffee und Kekse, Wasser und Fruchtsaft… und einen sehr bequemen Sitzplatz.

Prag stellte sich als eine Stadt heraus, in der man so ziemliches alles gut zu Fuss erreichen kann.

Transport in Prag

Um zum Průmyslový palác an der Výstaviště Holešovice, zur Marathon-Expo – die ganz schön gross war! – und Startnummernabholung zu kommen, nahm ich zuerst schon einmal die Tram.

Einfach die Strasse hinunter vom Bahnhof, durch den Park davor und noch einen Häuserblock hinunter, und ab die Tram.

(Das Ticket dafür hatte ich vom Automaten am Bahnhof. Der war doch ganz einfach zu bedienen; vor dem Schalter daneben war eine ganz schön lange Schlange…)

Zurück ging es dann allerdings zu Fuss, gemeinsam mit den Freunden von Suunto, die hier auch mitlaufen wollten. Es gab etwas Regen, aber er war nicht zu stark.

Prag, Touristisch

Übertourismus ist auch in Prag allmählich so eine Sache. In den schmalen Pfaden durch die Altstadt drängen sich die Menschen schon sehr aneinander.

Es war dennoch schön, sich hier umzusehen – und nur ein paar Strassen abseits von diesen ausgetretenen Pfaden war kaum jemand unterwegs.

Das alles liess mich über diese ganze Thematik rund um das Online-Sharing der (angeblich) immer selben Dinge sinnieren…

Schon im Vor-Marathon-Modus ging es am Weg gleich noch in ein Gasthaus.

Amüsante Sache, ein Gulasch mit Knödel auszuprobieren, dass gut zur “österreichischen” mitteleuropäischen Küche zu passen scheint – und dann, zumindest im Fall des Knödels, doch ganz anders war als jene, die man in Österreich finden würde. (Und ich dachte es hiesse immer, Österreich hätte diese aus der böhmischen Küche übernommen.)

Vor-Marathon Gulasch in Prag
Carbo loading einmal anders

Dann wanderte ich nur etwas durch die Gassen, zu meinem Hostel nahe des Bahnhofs, bereitete alles für den Marathon am nächsten Tag vor, und gönnte mir etwas Nachtruhe.

Zum Start des Prag-Marathon

Vom Hostel war es nur ein paar Schritte zum Wenceslas-Platz, wo Umkleide, Gepäckabgabe und all das waren. Toiletten. Duschen für danach…

Den Startblock zu finden aber stellte sich als eine grössere Herausforderung heraus. Diese gehen in einem Bogen durch die Altstadt, und mit den Tausenden an Teilnehmern und Zusehern, den ganzen Absperrungen, ist der Weg nicht ganz leicht zu finden.

Ich kam an meinen Startblock, aber auf der gegenüberliegenden Seite vom eigentlichen Eingang dazu, schwang also einfach meine Beine über die Absperrung.

Uhren und Touren-Belange

Dann war es Zeit, in Temperaturen nur knapp über Null, auf den Start zu warten. Also auch, um zu versuchen, die Sportuhren die ich hier (für Einträge auf “Uhren und Touren“) ausprobieren wollte, einen GPS-Fix und meine Herzfrequenz finden zu lassen.

Optische Herzfrequenz in solcher Kälte, kein einfaches Unterfangen.

GPS-Positionsbestimmung in solch engen Gassen mit eingeschränktem Blick auf den Himmel: auch nicht einfach.

Die ganze Strecke des Marathons war aber ziemlich cool, um Daten bezüglich der, insbesondere GPS-, Leistung von Sportuhren zu sammeln. Manchmal offen, oft mit ziemlich eingeschränkter Sicht zum Himmel, mit einem Tunnel und einigen Unterführungen, da sind die Bedingungen schön variable.

Viel wichtiger ist, dass der Pragmarathon wirklich schön zu laufen ist.

Eindrücke vom Prag-Marathon

Es gibt einige Abschnitte, die man zuerst hinauszu und dann gleich wieder zurück läuft, wie ich es gar nicht mag, weil es psychologisch ziemlich unangenehm werden kann.

All die Leute zu sehen, die schon wieder zurück laufen, während man selbst noch viel länger weiter muss und noch nicht einmal sehen kann, wo der Wendepunkt sein wird – das ist oft nicht einfach.

Hier fand ich aber, dass es ganz okay war.

Im Prag-Marathon laufend

Es gibt auch Abschnitte, besonders den Bogen vom Start/Ziel in Richtung Norden, die man zweimal läuft.

Bei all den Brücken, die man auf der Strecke überquert, dem Fluss an der Seite, den vielbestaunten Gebäuden im Zentrum der Stadt und den weiten Strassen, der neuen Architektur… und den immer noch etwas kommunistisch anmutenden Häuserblöcken… ausserhalb des Stadtzentrums, da gibt es dennoch eine nette Vielfalt an Eindrücken.

So etwas macht das Laufen gleich etwas leichter.

Der Marathon lockt auch eine schön vielfältige Bandbreite an Menschen aus der ganzen Welt.

Und ich muss sagen, ich fand es wirklich schön, dass der Prag-Marathon sich nicht mit der Schnelligkeit der Strecke oder der Schönheit der Stadt bewirbt, sondern mit dem Motto “All Runners Are Beautiful!” – Alle Läufer sind schön!

Das ist doch mal ein schöner Gedanke!

Glücklich im Ziel des Prag-Marathon