Die Regeln für ein China-Arbeitsvisum sind vor kurzem wirklich verschärft worden.

Was nur etwas unangenehm war, weil man mit der “angstmachenden” chinesischen Bürokratie zu tun hatte (aber kein Problem darstellte), ist ein etwas langer und seltsamer Prozess geworden…

Wenn ich von diesem Blog so lange abwesend war, dann lag das eben daran, dass etwas Arbeit immer noch fertigzumachen ist und alles, was für den Visumsprozess zu erledigen war, ganz schönes Kopfzerbrechen bereitet hat. Und das gleich auch noch für wesentlich länger, als irgendjemand erwartet hatte.

Wir – die World Chilli Alliance und ich – hatten über die Möglichkeit, dass ich für sie arbeite, um ein Buch über das Chilli in China zu schreiben, um Februar/März dieses Jahres herum zu sprechen begonnen.

Die Erwartung war, dass ich wohl etwas später im Frühling, wahrscheinlich April/Mai, nach China kommen könnte.

Benötigte Dokumente

Erster Schritt, alle Dokumente sammeln…

Oder eigentlich, weniger die Dokumente selbst als vielmehr deren Übersetzung und Beglaubigung. Dokumente wie Pass und Universitätsdiplome hat man schliesslich.

Insgesamt war schon so einiges nötig:

  • Pass (und der sollte sich als seltsame Hürde herausstellen)
  • Universitätsdiplome
  • Strafregisterauszug
  • Gesundheitszeugnis
  • Lebenslauf
  • Bestätigungen über Arbeitserfahrung

Die letztgenannten dieser Unterlagen bedurften nur einer Übersetzung ins Chinesische, die wenigstens selbstgestrickt sein konnte.

Arbeitserfahrung

Arbeitserfahrung muss für zumindest zwei Jahre nachgewiesen werden, was wohl nicht das grösste Problem sein sollte.

Bei all meiner unabhängigen (Kaum-)Arbeit und unregelmässiger Beschäftigung, da war aber nicht einmal das einfach.

Einzelunternehmertum oder dergleichen zählt für nichts. Ausser, vielleicht, wenn man wenigstens einen schönen Firmenstempel hätte und das ganze wie ein grosses Unternehmen klingen lassen könnte.

Stempel? Ja, offizielle Unternehmensstempel und Unterschriften waren nötig, um auch nur die Arbeitserfahrung nachzuweisen.

(Diese Erfordernis von mindestens zwei Jahren Arbeit gibt es schon länger, auf die eine oder andere Art; sie wurde eingeführt bzw. verschärft, um weniger frischgebackene Universitätsabsolventen als Lehrer in China beschäftigt zu haben.)

Gesundheitszeugnis

Das Formular für das Gesundheitszeugnis – “Foreigner Physical Examination Form” – kann man online herunterladen, selbst ausfüllen bzw. von Hausarzt/-ärztin ausfüllen, unterschreiben und abstempeln lassen.

Es braucht ein Lungenröntgen und ein Blutbild… und natürlich sollte es sich in China dann, aus den blödesten aller Gründe, als nicht ausreichend erweisen.

Was wirklich viel an Verzögerung bedeutete, das war die Beglaubigung der Universitätsdiplome und des Strafregisterauszugs. Und ihre Übersetzung. Und die Beglaubigung der Übersetzung und der ersten Beglaubigung. Man glaubt es kaum.

Strafregisterbescheinigung

In Österreich hat das bedeutet, dass ich zunächst einmal zu einer Polizeistelle im Innenministerium musste, um den Strafregisterauszug unterschreiben und abstempeln zu lassen.

In meinem Eifer, die Dokumente zu bekommen, hatte ich diesen online angefordert und natürlich erst danach bemerkt, dass er damit logischerweise ohne Stempel und Unterschrift sein würde, die aber für China zwingend erforderlich waren.

Dann ging es zu dem kleinen Büro des Ministeriums für Europa, Integration und Äusseres, dass die Gültigkeit des Dokuments (bzw. die Authentizität von Signatur und Stempel) bestätigt.

Nach einem schnellen Besuch beim Übersetzer für die chinesische Übersetzung des Dokuments bedarf es dann des Büros im Justizpalast (Landesgericht für Zivilsachen Wien), wo die Authentizität der Unterschrift und des Stempels des Übersetzers und damit die Korrektheit der Übersetzung bestätigt wurden… und diese mussten dann gleich noch einmal in dem Büro des Aussenministeriums beglaubigt werden.

Universitätsabschlussdokumente

Für die Universitätsdiplome brauchte es zuerst einen Besuch beim Unterrichtsministerium, dass die Echtheit der Diplome bestätigt.

Hier hatte ich bereits Übersetzungen, weil ich diese schon für meine frühere Arbeit in China gebraucht hatte (für die damals allerdings nur Kopien der Diplome und Übersetzungen notwendig gewesen waren).

Diesmal musste ich die Übersetzungen also nur fix an die Diplome anheften lassen. (Das hatte ich davor nicht haben wollen, aber es ist eine Notwendigkeit, zumindest mittlerweile bzw. für diese Beglaubigungen.)

Zumindest war der Übersetzer wieder derselbe, so dass das Ganze mich nicht zu viel kostete.

Und gleich wieder weiter zum Büro im Justizpalast, wo die Korrektheit und Echtheit der Übersetzung beglaubigt wurde. Und zum Aussenministeriumsbüro, dass die Bestätigung über die Korrektheit der Übersetzung und die Authentizität der Unterschrift und des Stempels, die die Echtheit der Diplome bestätigen, erbringt.

Schon genug? Mitnichten.

Überbeglaubigung durch chinesische Botschaft

Mit diesen Dokumenten und Übersetzungen und Bestätigungen und Überbeglaubigungen ging es dann noch weiter zur chinesischen Botschaft (bzw. genau genommen, deren Konsularabteilung), um alle Dokumente noch einmal von chinesischer Seite überbeglaubigt zu bekommen.

So sieht dann alleine die Beglaubigung einer der Übersetzungen aus. Für die Übersetzung eines Diploms brauchte es ein extra angehängtes Papier; der Platz reichte nicht mehr.

Beglaubigungen für ein China-Arbeitsvisum in Kurzfassung

Dies also sind die Schritte des üblichen Prozesses für die Beglaubigung:

  • Erste Beglaubigung der Dokumente mit Stempel/Amtssiegel und Unterschrift.
    Für den Strafregisterauszug bedeutet das am besten, dass man ihn gleich auf seinem zuständigen Amt ausstellen lässt, wo er dann ohnehin Unterschrift und Amtsstempel erhält.
    Für die Universitätsdiplome gibt es eine zuständige Stelle (im Bildungsministerium), die die Echtheit bestätigt.
  • Übersetzung ins Chinesische
  • Beglaubigung der Unterschriften/Stempel, welche die Authentizität bzw. die Übersetzungen bestätigt, am Landesgericht (für Zivilrechtssachen)
  • Überbeglaubigung der Beglaubigungen in der zuständigen Stelle des Aussenministeriums
  • Beglaubigung durch das chinesische Konsulat

Schlussendlich sollte ich dann immer noch darüber etwas in die Bredouille geraten, was es bedeutet haben sollte, dass alle Dokumente im Original verlangt werden (und Österreich keine Kopien der Universitätsdiplome ausstellen soll, soferne man diese nicht komplett verloren hat).

Zum Arbeitsvisum für die Einreise

Endlich zum Arbeitsvisum, um nach China einzureisen

Digitale Kopien all dieser Dokumente gingen an meine Kontakte / meinen zukünftigen Arbeitgeber in China.

Und natürlich – wie kann ich das nur vergessen? – ging der Arbeitsvertrag etwas hin und her; der brauchte zumindest meine Unterschrift und musste in China unterschrieben und mit Siegel versehen werden.

Alles schien gegen Anfang… Ende?… Mai endlich erledigt.

Die Sache mit der Passkopie…

Was den Prozess doch noch etwas aufhalten sollte?

Die Kopien/Scans der relevanten Seite meines Passes waren nicht gut genug leserlich.

Das Scanner/OCR-System der relevanten Behörden konnte einige der Buchstaben nicht entziffern.

Unsere Pässe haben eine Folie über jener Seite, die Fälschungen wohl erschweren soll… und so seltsam reflektiv ist, dass man kaum ein Foto oder einen Scan dieser Seite machen kann.

Noch dazu war der betreffende Text jener, der Nachname, Vorname, etc. erklärt. Also der Text, der in kleinsten blauen Buchstaben geschrieben und dementsprechend im Pass selbst kaum zu entziffern ist.

Erst nach einem 10MB-grossen Foto mit dem Makroobjektiv hiess es dann endlich, dass das nun okay wäre.

Einladungsbrief für Arbeitsvisum

Damit bekam ich endlich den offiziellen Einladungsbrief, mit dem (plus natürlich dem Antragsformular dafür) endlich das Visum beantragt werden konnte. Aber nicht mehr länger am Konsulat.

In Österreich ist jetzt auch dazu übergegangen worden, dass ein China-Visumsservice die Anträge entgegennimmt.

Man muss dazu zuerst online alles ausfüllen, dann einen Termin für die Abgabe des Antrags ausmachen.

Zu der Zeit – und nur zu der Zeit – kann man dann den ausgedruckten Antrag, den Einladungsbrief und seinen Pass abgeben.

Aber nicht so schnell!

Halt, China will Originale – per Post!

Tatsächlich war da noch ein Schritt: Die Originale aller Dokumente hatten, nachdem diese für ausreichend und richtig befunden worden waren, nach China geschickt werden müssen!

Und wieder etwas mehr als 50 Euro…

Dann einmal Sorgen, bis die Dokumente endlich richtig eingetroffen waren (nach sehr besorgniserregenden Meldungen von wegen “falsche Adresse” im Online-Trackingsystem).

Verzögerungen, weil die in China alles ausführende Person nicht da war und natürlich langsamer Bearbeitung bei den zuständigen Behörden.

Dann hatte ich endlich den Einladungsbrief bekommen und damit um das Visum ansuchen können.

Das Visum, das geringste Problem

Wie üblich war das China-Visum wieder einmal das einzige, was trotz aller Sorgen ohne irgendwelche Probleme ablief.

Selbst ohne exakte Reisedaten, geschweige denn einen gebuchten Flug od. dgl. erhielt ich meinen Pass mit dem Work Visa genau wie vereinbart wieder, mit dem Einreisedatum, dass ich auf dem Antrag angegeben hatte (und spätester Einreise bis zu drei Monate später), gleich die Woche darauf.

Wie üblich ist das weniger ein Arbeitsvisum, als vielmehr eine Erlaubnis, für eine Arbeitsaufnahme einreisen zu dürfen. Darauf angegebene Zahl an Einreisen: Null.

Weil man ja ohnehin binnen 30 Tagen um die Aufenthaltsgenehmigung ansuchen muss.

Pläne. Und was passiert.

Wir hatten einige Diskussionen darüber gehabt, ob ich nun so schnell wie möglich nach China fliegen sollte. Oder noch warten, da es kaum mehr über 4 Wochen waren bis zu dem Flug, den ich (mit meiner Frau gemeinsam) ohnehin schon lange geplant und gebucht hatte.

Wo es doch aber nötig wäre, binnen 30 Tagen um eine Aufenthaltsgenehmigung anzusuchen, bis zu deren Ausstellung keine Chance gab, das Land zu verlassen, dazu schon genug Verzögerungen gegeben hatte, da funktionierte jetzt ohnehin nichts mehr, wie anfänglich geplant.

Originalplan… Ha. Ha.

Der ursprüngliche Plan wäre gewesen, dass ich vor dem Sommer gekommen wäre, die Aufenthaltsgenehmigung bekommen und nach einer schnellen Rückkehr nach Österreich meine Frau komplett begleitet hätte.

Das hätte eine Chance geboten, die erste OutDoor in München zu besuchen, bei einem Trail-Rennen in den Alpen mitzumachen, mit meiner Frau unterwegs zu sein (und jene schon Anfang des Jahres, als ich dachte, ich würde einfach als Lehrer weiterarbeiten, gebuchten Flüge zu nutzen), dann ein weiteres Rennen in den Alpen mitzumachen.

Zumindest eines der Rennen und die Outdoor hätte ich noch geschafft und den Hinflug nützen können, hätte ich gewartet.

Gewartet hatten wir alle aber ohnehin schon lange genug; alles hatte sich immer weiter verzögert. Ich wollte nicht mehr, bevor uns noch der Sommer vorbeizog.

Ein Flug Ende derselben Woche (in der ich das Visum endlich hatte) war günstig genug, dass ich diesen gleich noch buchte.

Endlich in China – und Nichts ist Erledigt

Nach China zu kommen war einfach genug.

Dank Hainan Airlines war der Flug nach Shenzhen ein direkter. Der Zoll war auch kein Problem, auch wenn ich so einige Dinge mithatte, die von meiner Frau an Verwandte gingen.

Einreise

Nur die Passkontrolle hat mal wieder gedauert.

Meine Daten sind nicht die erwarteten (wegen des Doppelnamens… und weil meine Passbehörde es sich nicht sparen konnte, zumindest einen meiner Doktortitel als Teil meines Nachnamens in den Pass zu schreiben).

Dann kam noch die neue(re) Abnahme von Fingerabdrücken an einer Maschine, deren Funktionsweise man erst einmal verstehen muss (bis sie sich dann als eigentlich ganz einfach herausstellt).

So waren, bis ich fertig war, alle die hinter mir gewesen waren inzwischen an einem neu aufgemachten Schalter schon durch die Kontrolle.

Weiterflug irgendwann

Der Flug nach Chongqing, ohnehin schon für viel später an dem Tag meiner Ankunft geplant, war prompt wegen Schlechtwetters gestrichen. Der neue Flug sollte wenigstens noch später an dem Tag starten.

Schlussendlich ist dieser Flug, als einer von sehr wenigen an dem Tag, auch tatsächlich geflogen, nicht auch wieder gestrichen worden. Aber statt um 22 Uhr war der Abflug schlussendlich um 3 Uhr morgens.

Endlich war ich angekommen.

Registrierung… und Däumchendrehen

Die Registrierung meiner Wohnstätte ging einfach genug: Die Firma kennt jemanden in der lokalen Polizeistation und damit war das ganze einfache mit einer Passkopie erledigt.

Und jetzt also binnen 30 Tagen, wie gefordert, um die Aufenthaltserlaubnis ansuchen? Denkste.

Gesundheitscheck, die Zweite

Ende der ersten Woche musste ich gleich einmal zum hiesigen Reise-Gesundheitsservice, um zu sehen, ob das Gesundheitszeugnis in Ordnung war.

War es natürlich nicht.

Wie konnte es nur ausreichen, wenn es doch nur einmal Stempel und Unterschrift am Ende hatte – dort also, wo “Stempel und Unterschrift” angegeben ist.

Nein, nein, so ist das nicht ausreichend. So viele Ausländer haben das nicht richtig; es braucht doch auch einen Stempel an dem Abschnitt, der keine ansteckenden Krankheiten bescheinigt. Oder gleich überall?

Tja, Mist, aber man kann wohl wenigstens die Lungenröntgen, die ich extra mitgebracht habe, verwenden? Nein natürlich auch nicht…

Die Leute waren wenigstens nett, aber ohne den jungen Chinesen, der für sein Gesundheitszeugnis für ein Auslandsstudium dort war, wäre ich ziemlich verloren gewesen.

Englisch? Eher Fehlanzeige beim Personal.

Der ganze Prozess war nicht zu schwer zu verstehen; das notwendige Formular listet auch auf, wo man überall hin muss, aber trotzdem: Blutabnahme, Urinprobe, Lungen-/Organ-Check, Sehstärke…

Lustige Sache: Ich hatte in der Früh meine Kontaktlinsen genommen. Dem Arzt, der meine Sicht kontrollierte, konnte ich das nicht verständlich machen.  Nein, nein, keine Brille. Ich sehe offenbar perfekt. Na gut.

Arbeitserlaubnis

Meine Vermittlerin zwischen Unternehmen und Behörden übernahm den Rest der notwendigen Schritte für die Arbeitserlaubnis. Das heisst, für das Kärtchen, das meine Qualifiziertheit für eine Arbeitstätigkeit in China bestätigt.

Dies ist der berühmt-berüchtigt gewordene Prozess, in dem eine Person, die in China arbeiten möchte, als A, B, oder C-Kandidat eingestuft wird.

A-Personen sind von Fortune 500-Unternehmen und Eliteuniversitäten. B ist jeder, der nicht nur C ist… und C würde typischerweise als unqualifiziert abgelehnt werden.

War dafür gleich wieder ein Formular auszufüllen gewesen? Ich weiss es nicht einmal mehr. (Ja, natürlich.)

Die Vermittlerin jedenfalls war mal wieder eine Zeit nicht da, alles nahm sowieso mehr Zeit in Anspruch, also dauerte es alles.

In der Zwischenzeit fanden wir heraus, dass ich ohne die Aufenthaltserlaubnis kein Bankkonto eröffnen könnte. Oder die Versicherung (von der Firma).

Antrag auf Aufenthaltstitel

Es brauchte alles bis Mitte Juli, bis meine Frau (mit dem als gemeinsam geplanten Flug) in China angekommen war, um endlich soweit zu sein, dass ich den Aufenthaltstitel beantragen konnte.

Nach Beijing, um meine Frau dort abzuholen, hatte ich nun schon einmal nicht gekonnt; netterweise hatte sie sich überreden lassen, mich wenigstens in Chongqing besuchen zu kommen.

Den Antrag stellen zu können, das bedeutete, dass die Arbeitserlaubnis-Karte nun endlich ausgestellt war.

Beinahe hätte das nicht einmal innerhalb der geforderten 30 Tage geklappt… von denen ich naiv angenommen hatte, dass ich meine Aufenthaltserlaubnis innerhalb dieses Zeitraums bekommen würde. Kleines Dummerchen.

Unwohles Schauern beim Antrag

Die Antragstellung war ein wenig schauerlich.

Vor mir am zuständigen Ort, während ich daneben wieder einmal Formulare auszufüllen hatte – schon wieder eine ganze Lebensgeschichte, mit weniger als 3 cm Zeilenhöhe an Platz, auf dem man seinen Werdegang seit dem Schulabschluss darlegen sollte – war ein Amerikaner, der prompt abgelehnt wurde.

Dummerchen hatte gedacht, mit einem Work Visa im Pass nach China einzureisen würde bedeuten, er könne in China arbeiten und für die Arbeit reisen. Oh nein!

Endlich konnnten wir meinen Antrag einreichen… und prompt fragte der Polizist, für welche Arbeit ich denn dort wäre und maulte, es bräuchte doch wohl keinen Ausländer, um über das Chilli in China zu schreiben. Gibt’s nicht genug Chinesen, die das können?

Der Antrag wurde aber immerhin angenommen.

Gute Nachricht: Das bedeutete, dass ich mit meiner Frau (mit dem Nachweis der Antragstellung) in China reisen konnte.

Ich hätte sie immer noch nur nach Hong Kong begleiten können, hätte ich die Aufenthaltserlaubnis davor bekommen – aber das Datum für die (späteste) Abholung war etwas nach ihrem Flug von dort.

Noch einmal 3 Wochen nach der Antragstellung zu warten.

Endlich, die Aufenthaltserlaubnis

Schlussendlich hätte ich den Aufenthaltstitel sogar gerade noch rechtzeitig bekommen, nach 2 Wochen, um meine Frau noch einmal in Shenzhen zu treffen.

So “schnell” ging das aber auch nur, weil ein höhergestellter Kollege eine Bekannte bei der Polizei um den Gefallen bat.

Für die Reisen meiner Frau war das schon nutzlos; wir hatten bereits entschieden, dass wir uns die Ausgaben besser sparen sollten.

Also dann, fertig?

Sechs Wochen nach meiner Ankunft in China bin ich nun endlich an dem Punkt, dass ich ein Bankkonto eröffnen, mein Gehalt so bekommen, reisen kann – und nicht zu vergessen, wirklich legal für Arbeit im Land bin, aus China aus- und wieder einreisen kann.

Zumindest dachte ich das mit dem Bankkonto.

Damit gibt es offenbar gleich noch einmal Probleme, denn alles soll anscheinend ganz genau kontrolliert werden, Konten für Ausländer müssen erst einmal vom Board der Bank genehmigt werden… Wie bitte?

Was ist eigentlich ein Originaldokument?

Und ein kleiner Teil der Geschichte fehlt noch:

Ich hatte erwartet, dass ich meine Dokumente – ihr wisst schon, die Dokumente, die im Original geschickt werden mussten – irgendwann während dieses Prozesses wieder zurück bekommen würde.

Schliesslich musste ich danach fragen – und das chinesische Verständnis von Original stellte sich als ein etwas anderes heraus, offenbar näher an “beglaubigter Kopie” denn an “einziges Original”.

Meine Vermittlerin mit den Behörden musste Wunder erbringen, denn offenbar hätten diese Dokumente alle bei den Behörden bleiben sollen, nicht zurückgegeben werden.

Wie ich mich schon darauf freute, in Österreich erklären zu müssen, dass ich meine Universitätsdiplome neu ausgestellt bräuchte.

Grund für den Verlust: chinesische Bürokratie.

Oder meine Dummheit, nicht gewusst zu haben, dass die Aussage von österreichischer Seite, dass keine Kopien erstellt würden und von chinesischer Seite, dass Originaldokumente für das China-Arbeitvisum notwendig wären, tatsächlich bedeuten sollten, dass man notarisierte und beglaubigte Kopien bräuchte?

Wie dem auch sei, ich habe meine Universitätsdiplome zurückbekommen. Sogar mit den Übersetzungen und Beglaubigungen!