Laufen im Salzburg Marathon

Die Festung Hohensalzburg thront über Salzburg; die Museen and um den benachbarten Mönchsberg geben der Stadt weiteren kulturellen Wert und klaren alpinen Charakter…

Und doch stellt sich auch dieser Ort als anders heraus, wenn man ihn in seinen eigenen Schritten vermisst.

Die (Un)Entschiedenheit

Für dieses Jahr machte ich eigentlich keine Pläne, an Rennen teilzunehmen. Plötzlich war ich dann aber doch für einige registriert, und weniger lange, als meine üblicheren Ultramarathons.

Zur Vorbereitung dachte ich mir, dass ein Marathon oder Halbmarathon schön wäre. Und der Salzburg Marathon sollte zur genau richtigen Zeit stattfinden.

Die Strecke erschien vielversprechend, und nachdem der volle Marathon einfach in zwei Runden gelaufen würde, gab mir das einen guten Anlass, hier “nur” den Halbmarathon zu machen.

(Ich bin ja eigentlich ein grosser Befürworter des Laufens in Kreisen, der Wiederholung – aber nicht so sehr bei einzelnen Läufen. Das hatte ich letztes Jahr beim Bratislava Marathon und brauche ich nicht unbedingt.)

Die Strecke des Salzburg Marathon

Die Strecke der (einen Runde und Halbmarathon-Distanz) des Salzburg Marathon ist sehr nett:

Der Start ist vor dem Schloss Mirabell, dann geht es vorbei an der barocken Salzburger Altstadt, die Hellbrunner Allee hinunter zu Schloss Hellbrunn und durch dessen Innenhof, durch die Keltenallee und wieder Richtung Norden rund um den Leopoldskroner Weihler, dann durch einen weniger besuchten und für Besucher weniger interessanten Teil Salzburgs (wo man allerdings auch an der Stiegl Brauwelt vorbei kommt). Dort mäandert die Strecke etwas, bis sie sich wieder der Salza zuwendet, über eine der Brücken darüber quert und zurück zum Start führt.

Salzburg Marathon Streckenplan 2018
Salzburg Marathon Streckenplan 2018 [Quelle: Offizielle Website]
Die Kombination langer, gerader Alleen mit mäandernden Stadtwegen, einfacher Wohngegenden und eindrucksvoller alter Architektur ist sehr schön; man läuft grossteils auf Asphalt aber auch auf etwas hartgepresstem Kies, die Landschaft ist urban und zugleich doch oft grün… Alles eine schöne Abwechslung.

Und auch wenn der Name Salzburg einen an die Alpen denken liesse, so ist dieser Lauf tatsächlich sehr flach!

Salzburg mit Festung Hohensalzburg von oben
Salzburg mit Festung Hohensalzburg von oben. Da erkennt man besser, dass die Landschaft eigentlich sehr flach ist – wie dann auch die Laufstrecke!

Meine Salzburg Marathon Erfahrung

Normalerweise ist ein 20 km Lauf eine längere Runde für Spass und Training. Ein Lauf, wo ich etwas herum kommen werde, aber mich auch ein wenig verirren lasse.

Der Vorteil davon ist, dass ich also weiss, diese Distanz schaffen zu können. Dafür allerdings habe ich keine Erfahrung damit, sie als Rennen zu laufen, wusste also nicht, mit welcher Zeit ich rechnen und wie schnell ich  machen sollte.

Ich bin auch nicht ausreichend der Wettläufer (und dafür gar nicht schnell genug), um mich wirklich um Zeiten und persönliche Rekorde zu kümmern – aber ein wenig Wettbewerbsdenken ist dann doch in mir. Zumindest genug, um sehen zu wollen, wie schnell ich sein kann.

In diesem Halbmarathon bin ich dementsprechend recht flott gelaufen… und es ging bis zu km 10 ziemlich gut. Dort war ich nach gut 45 Minutes…

… und dann ging es los mit Magenproblemen.

In einem Ultramarathon wüsste ich, ich müsste jetzt langsam weiter gehen und darauf vertrauen, dass Probleme auch wieder vorbei gehen werden.

Bei einem solchen Lauf wie hier aber, da lässt sich nicht so viel machen. Man wird regelmässig verlangsamt von solchen Problemen, hat es etwas unangenehm, muss die Chance auf einen, ähm, Stopp nutzen, wenn sie sich bietet und nötig wird, aber auch einfach weiter, so flott wie möglich.

Wie so oft bei mir bedeutete das, dass mein Tempo immer unregelmässiger wurde – und ich mit dem Ziel endlich vor Augen immer noch die Energie für einen Sprint hatte.

Mit solchen Problemen in sich, einem weniger schönen Teil der Stadt um sich, da sieht man dann natürlich weniger von seiner Umgebung, lernt nicht mehr von ihr.

Alles in allem aber ist der (Halb)Marathon dennoch ein schöner, der einen interessanten Eindruck von der Stadt Salzburg in ihrem Kontrast zwischen “touristischen” und echt bewohnten Teilen vermittelt.

Und schlussendlich schaffte ich es, in knapp unter 1:45 über die 21.1 km gelaufen zu sein, womit ich ziemlich zufrieden bin.

Als nächtes geht es, wie ich ein wenig befürchte, zum Hochkönigman Sky Race. Auch “nur” etwa 30 km… mit so 2500 Metern Höhenunterschied.

Das wird wohl etwas anders…

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