All die Ratschläge zum Winter-Laufen sollen motivieren und helfen, auch in der kalten Jahreszeit fit zu leben und sich hinaus zu wagen.
Idealerweise sogar zu lernen, die Herausforderung und Schönheit des Winters zu geniessen, der eine Extremsituation darstellt, aber nicht nur ein Extrem ist.

Winter, kein Grund, nicht draussen zu sein

Umso interessanter, von Leuten zu lernen, die in wirklich extremen Situationen tätig sein müssen – und dafür hat Österreich ein interessantes Beispiel: die mit Gebirgskampf betrauten Teile des Bundesheers.

Wer Soldat ist, der hat den Vorteil (und Nachteil) eines Outdoor-Sportlers schliesslich nicht: Man kann und muss als Sportler selbst entscheiden, ob die Bedingungen so sind, dass man wirklich hinaus kann und will.

Für einen Soldaten würde das schwierig.

Umso besser muss die Ausbildung sein, umso weitreichender die Erfahrung – umso interessanter ein Einblick in deren “Training”.

Kontakt mit dem Bundesheer (PR)…

Eine schnelle diesbezügliche Anfrage bei der Pressestelle des österreichischen Bundesheeres, ein paar organisatorische Telefonate, und ich fand mich in Saalfelden, in der Wallner-Kaserne, beim Zentrum Gebirgskampf.

Mit Oberst Hofbauer als meinem Betreuer ging es hinüber nach Hochfilzen an den dortigen Truppenübungsplatz, wo nicht nur die Biathleten Österreichs, sondern eben auch so manche Soldaten üben.

Zwei Tage lang durfte ich sie dabei begleiten – und ja, es war ein Einblick in einen etwas anderen Zugang zum Umgang mit Winterbedingungen.

Respektables Handeln…

Ich hatte mich am Kleintödlinggut, einem alten Erbhof und Biobauernhof – wie so oft, mit Gästezimmern – einquartiert.

Von den Besitzern wurde mir schon Respekt dafür gezollt, vom Bahnhof dorthin und am nächsten Tag von dort zur Kaserne marschiert zu sein…

… die Soldaten waren bei unserer Ankunft mit dem Bau von Schneebiwaks beschäftigt und hatten bereits die Nacht zuvor, bei gut -20 Grad C, draußen verbracht.

Im Notbiwak, also nur mit der mitgeführten Bekleidung und Biwaksäcken.

Dafür waren sie fit und gut aufgelegt genug bei der Sache; ich hätte bei solchen Temperaturen meinem Schlafsack und Biwaksack nicht genug vertraut, um eine Übernachtung draußen wagen zu wollen (wobei ich das auch schon getan hatte…).

Tag 2, einerseits der Umgang mit Schneeschuhen, andererseits aber auch Schiesstraining unter den tiefwinterlichen Bedingungen in jener Gegend.

Und das Interview, das im Video zu sehen ist…

Einblicke

Es wurde dabei schon klar, dass man sich von Extremen wie dem Winter noch viel weniger abschrecken lassen müsste, als wir uns gerne abschrecken lassen – wenn man sich darauf richtig, im Wissen und mit passender Ausrüstung, vorbereitet.

Gerade wo man als Normalbürger und Extremsportler – oder einfach Outdoor- Genießer – auch auf gewisse Gefahren verzichten kann, sollte man sich wohl richtig darauf vorbereiten, wenn man diese erleben und genießen will.

Wir müssen ja nicht auf die Berggipfel, um diese wirklich zu erobern und zu verteidigen.