In meiner Beschäftigung mit der Kälte und dem Winter-Laufen, da spielen die Berge natürlich eine Rolle.

Ich lebe allerdings ganz am Rand der Alpen, wo man schon eher die Ungarische Tiefebene als auch nur Hügel hat – was das Bergtraining natürlich etwas limitiert. Erst muss ich mich also in die Berge begeben…

Damit bleibt das Salzkammergut (insbesondere die Gegend um den Traunsee) eine Region, wohin ich einigermassen regelmässig fahre. Das braucht seine Zeit, aber ich komme mit dem Zug ziemlich gut hin und kann auf dem Weg etwas arbeiten oder lernen oder ausruhen – und ich kenne mich dort aus.

Der Trail den Feuerkogel hoch von Ebensee ist einer, den ich schon oft hinauf bin. Trotzdem ist er mir noch immer nicht langweilig geworden, sondern eines der besten Beispiel dafür, wie ein einfacher und günstig gelegener Weg immer anders sein kann.

Und, noch mehr als der Sonnsteine-Trail (den ich üblicherweise hier beende, manchmal auch hier anfange), kann ich hier einfach hinaus aus dem Zug und los.

Der Trail im Winter

Winter ist eine seltsame Zeit, hierher zu fahren. Eine Zeit, die für Überraschungen gut ist, die aber auch alles interessanter macht.

Es gab Zeiten, da habe ich versucht, diesen Trail mit Schneeschuhen hinauf zu gehen und konnte es nicht einmal so, weil der Schnee zu tief war. Meistens aber ist der Trail ziemlich einfach zu gehen, auch im Winter – und wo er dann schwierig wird, dort ist er Teil des Skigebiets Feuerkogel.

Natürlich wird das seltsam.

Zuerst geht man einen Wanderweg hoch, den kaum jemand zu dieser Jahreszeit nutzt. Es geht ein wenig auf und ab, im wesentlichen aber einfach nur bergauf.

Dann, etwa den halben Weg hinauf, steigt man den obersten Teil des “Lawinenhangs” hinauf zur Talstation eines kürzeren Skilifts.

Dort geht es vorbei und entweder den steilen Hang den Wanderweg hinauf – so wie ich gegangen bin und es nur erzählen, nicht zeigen, konnte weil der Schnee so tief und weich war (unter einer harten Kruste, die mein Gewicht aber nicht tragen konnte), dass es viel Energie kostete und eher gefährlich war.

Zumindest wäre es eine Gefahr gewesen, die Kamera dort zu verlieren ;)

Oder, man geht gleich den Skihang / die Strasse hinauf.

Dann kreuzt man über den Skihang um zum oberen Teil des Wanderwegs zu kommen, wo öfter mal Skitourengeher ihre Spuren gezogen haben… bis man dann wirklich in das Skigebiet kommt und der einzige ist, der dort hinauf schnauft anstatt mit einem Heissa hinunter braust.

Schlussendlich erreicht man die Bergstation der Feuerkogel-Seilbahn. Die meisten Besucher, auf jeden Fall Skifahrer, kommen natürlich auf diesem Weg.

Oben kann man den Ausblick geniessen, aber auch – wenn man Zeit und Lust hat – noch weiter gehen. Etwa auf die Schneeschuh-Trails, die oben angelegt sind. Oder man wirft sich wieder den Trail hinunter.

Ich probierte auf diesem Weg auch gleich die Icebug Pace2 weiter aus, hoch und auf einem der Schneeschuh-Rundwege. Mit Spikes und hoch geschnitten, dazu noch Gamaschen, waren sie perfekt für den hartgetreten-präparierten Schneeschuhtrail. Nur Schneeschuhe wären absolut unnötig…

Lustigerweise – wenn es immer heisst, denselben Trail noch einmal zu machen wäre es nach einem Mal schon nicht mehr wert – ging der Schneeschuhtrail einen Weg entlang, den ich noch nie zuvor gegangen war und von dem ich nicht gedacht hätte, dass er sich als derart interessant herausstellen würde. Das war er aber, auf jeden Fall für den etwas anderen Blick hinunter in das Trauntal – oder, an jenem Tag, auf die Nebelsuppe dort unten – als jener vom Feuerkogel.

Dann sprintete ich einfach zurück zu meinem üblichen Trail, den ich gerade erst hoch gekommen war. Unterwegs mit öffentlichen Verkehrsmitteln, wie ich es eben bin, da wurde die Herausforderung nun jene, schnell genug hinunter zu kommen, um den nächsten Zug, früher als geplant, zu erreichen.

Was sich auch ausging.

Klar, das alles ist nicht gerade das grosse Abenteuer, einen abgelegenen Gipfel alleine zu “erobern”.

Es war aber Spass, inklusive im Plaudern mit anderen Leuten, die dort unterwegs waren, in der vergleichsweisen Einsamkeit am Trail weiter unten, in der Hilfe, wieder aufzukommen, der ich einem skifahrenden Mädchen sein konnte, die sonst nicht mehr so schnell mit ihren verdrehten Skiern aufgekommen wäre.

Und es war wieder einmal etwas Training, hinauf und downhill, für Stärke und Ausdauer und einfach Spass.

Damit kam ich wieder hinunter, zeitgerecht nach Hause, um meiner Frau die heisse Schokolade zu machen, die sie liebt (besonders wenn ich sie ihr nach einem langen Arbeitstag mache), unter die Dusche und in das warme Bett.

Dinge, die man besser schätzen lernt, wenn man sie weniger alltäglich macht – und sich selbst zu Hause.