Tokyo war, in meinen ersten Tagen dort, von oben wie eine Megalopolis, am Boden wie eine Ansammlung an Dörfern, erschienen.
Wieder zurück, mit dem Herbstfestival im Park des Meiji Schreines und im Trubel von Shinjuku und Shibuya, da war es Parkland – und Blade Runner.

Selbst die Ginza war, an meinem ersten (verregneten) Tag in Tokyo weniger urban erschienen als so manche chinesische Stadt.
Manche Luxusläden dort waren grösser. Dass ein Spezialgeschäft für Papier und Schreibwaren auf einer solchen Einkaufsstrasse immer noch überlebt, das zeugt von einer etwas anderen Kultur.

Aber, der Graben und die Kärntner Strasse in Wien kommen mir so vor, als hätten sie fast ebenso viel Luxus zu bieten, mit mehr Geschichte auf weniger Grund.

Andere Orte wie Nezu waren überhaupt wie Dörfer…

Tokyo, nicht mehr wie ein Dorf

Bei meiner Rückkehr nach Tokyo, nach der Pilgerfahrt am Kumano Kodo, dem Umweg durch Osaka und (nicht nur) seltsame Entdeckungen in Kyoto, da verbrachte ich die meiste Zeit allerdings gewissermassen auf der anderen Seite der Stadt, in und um Shinjuku und Shibuya.

Shinjuku & Shibuya

Dies ist eher das (andere) Japan im Allgemeinen, Tokyo im Besonderen, unserer pop-kulturellen Vorstellung.

Hier findet man das Tokyo von Hochhäusern, von nur zu vielen Sinneseindrücken, von Massen an Menschen, fast immer und überall.
Die Tage verfliegen nur so.

Die Nächte sind aber noch viel mehr wie eine Sinnesattacke.
Shopping, Bildschirme, Neonwerbung – das ist das Tokyo, das einen an Blade Runner denken lässt…

… oder vielleicht, mit der berühmten Kreuzung von Shibuya, an Tokyo Drift (den dritten(?) Film in der Reihe Fast & Furious).

Meiji Jingu Shrine

Gleichzeitig ist hier aber, nicht zuletzt durch den Meiji Jingu Schrein mitten in Shibuya, Parkland.

Und wie das Leben so spielt, ging ich diesen genau an jenem Tag besuchen, der sich als Tag des Grossen Herbstfestivals / Tag der Kultur herausstellte.

An diesem Tag läuft hier so einiges.

Ein Abgesandter des kaiserlichen Hofes besucht den Schrein.

Traditionelle (Kampf)kunst wird vorgeführt, nicht zuletzt von Yabusame, Bogenschiessen zu Pferde.


Viele Leute sind natürlich unterwegs, geniessen die Sonne, sehen sich alles Sehenswerte an.

Am Driften durch Tokyo, der Vlog

Rainbow Bridge, Odaiba

Die Kontraste Tokyos kamen etwas auswärts so richtig auf die Spitze, auf Odaiba für einen Blick auf die “Rainbow Bridge” (Regenbogenbrücke).

Spät(er) in der Nacht ist der Fussweg unter der Brücke geschlossen, man nimmt also besser die U-Bahn zum Tokyo Teleport, Odaiba, und geht von dort aus an den Strand.

Strand?

Ja, dort gibt es ein wenig Strand. Und ein erhobener Boardwalk führt entlang der Nordküste (durch Odaiba Seaside Park), wo die Statue of Liberty von Tokyo steht, mit einem schönen Blick auf die Rainbow Bridge.

Die Ausblicke sind wirklich nett – aber man sollte vielleicht auch einmal die Warnschilder bemerken, die anzeigen, wie hoch man jeweils wäre, nur für den Fall eines Tsunami.

Oder bedenken, dass dieses ganze Land hier von der Bucht von Tokyo “zurückgewonnen” – was ein seltsamer Ausdruck eigentlich – wurde.

Und am Weg gibt es auch einen kleinen Hinweis auf die manchmal seltsame Organisation Japans, denn auf der Fahrt hierhin wechselt man von den “normalen” JR-U-Bahnlinien (die man auch mit einem JR Pass nutzen kann) zu einer privaten U-Bahnlinie, für die man extra zahlen muss.

Alles nur kleine Details, leicht zu übersehen, sicher nicht mit typischen Instagram-“Schaut nur alle wie hübsch es hier ist”-Fotos geteilt – aber umso mehr aussagend, wenn man einmal anfängt, sich mit solchen Kontrasten zu beschäftigen.

Es begann bei meinem Spaziergang dort noch dazu zu regnen; es war gar nicht so einfach, den richtigen Weg aus der U-Bahn-Station hinaus zu finden; mancherorts liefen andere Besucher in Super Mario-artigen Kostümen herum und war ziemlich viel los (dort sind auch einige Shopping Center), andernorts wieder war es dunkel und verlassen.

Alles recht seltsam.

So sollte ein fremdes Land voller anderer Menschen – und man selbst, bei so einem kurzen Besuch schon überhaupt, die seltsamste Person unter denen allen – aber auch sein.…

Und, das war’s dann mit den Berichten über meine Reise durch Japan.

Wer sich noch mehr für den Essens- und Gewürze-Aspekt dieser Reise interessiert, darüber steht übrigens mehr auf ChiliCult