Fitness ist nicht zwei Stunden Training die Woche, Fitness ist ein Zustand und ein Prozess der sich im Alltag zeigt.

Sie dient nicht nur einem Aspekt des Lebens – um abzunehmen oder Muskeln aufzubauen – sondern bedeutet eine Verbesserung der Lebensqualität und der Nützlichkeit.

Der spielerische Charakter von Parkour, der dort mit einer Orientierung – und der Realität – von Nutzen gekoppelt ist, hat meine Sicht dieser Dinge beeinflusst.
Von der “natürlichen Methode” (Methode naturelle) haben sich die Erfinder von Parkour die Idee des “stark sein, um nützlich zu sein” (Être fort pour être utile) abgesehen… und ich finde das eine ausgezeichnete Leitlinie.

Waage

Nicht die “Abwägung”, auf die es ankommt

Die Körperliche Abwägung ;)

Tatsächlich nämlich kommt es nicht darauf an, ob man nun dünn oder stärker gebaut ist, wenn es darum geht, ob man gesund ist und sein Leben voll ausschöpfen kann.
Der Bewegungsspielraum, den man hat, der wird allerdings einiges dazu sagen.

Wer sich keine Mauer hochziehen und keinen Baum hochklettern kann, keinen Kinderwagen – oder die Einkäufe oder ein verletztes Kind – tragen kann, nicht zu Fuß nach Hause oder auf einen Berg gehen kann (oder die Stufen hoch), dem/der fehlt etwas wesentliches.

Nicht immer gibt es Rolltreppen und Aufzüge; wer nicht verletzt ist oder eine Behinderung hat, dessen Muskeln sollten diese Person bewegen können.

Dafür sollte man keine Ausreden akzeptieren. “Ich bin zu stark gebaut, um einen Klimmzug zu machen, du bist ja dünn” ist nicht, wie die Dinge liegen. Deine Muskeln müssen dich bewegen; das Verhältnis von Kraft und Gewicht sollte passen.

Ausreichend gesund zu sein bedeutet doch wohl nicht nur, es von der Haustür zum Aufzug zum Auto zu schaffen, oder?

Die Tägliche Bewegung

Eine solche Orientierung von Fitness an Funktion, an Nutzen, sollte nicht bedeuten, dass Fitness das gesamte Leben übernehmen soll.

Ein fittes Leben ist nicht eines, in dem jeden Tag eine Stunde im Fitnesscenter verbracht wird; es ist eines, in dem den anderen Stunden genug Bewegung innewohnt.

Nicht, weil man verzweifelt einem Ideal hinterherjagen muss, sondern weil das alles ein Teil des Lebens ist.
Nicht, weil ständig etwas als Training gemacht wird, sondern weil es eine Freude ist, sich bewegen zu können, sicher zu stehen und zu balancieren, sich und was-auch-immer-gehoben-werden-muss (in seinen persönlichen Grenzen) heben zu können.

Ein fittes Leben bedeutet also auch eine Balance zwischen den verschiedenen Aspekten von Fitness und den verschiedenen Zeiten, wann sie jeweils den Schwerpunkt bilden.

Zeit und Phasen

Um rundum gut “ausgebildet” zu sein, sollte man also nicht nur an seiner Ausdauer arbeiten und auf Stärke vergessen.

Wer Muskeln aufbaut, sollte aber trotzdem wohin laufen können, sich in einem guten Bewegungsrahmen bewegen können.

Wenn man nicht gerade ein professioneller Sportler ist, dann gilt “Spezialisierung ist für Insekten” für uns immer noch (und es würde wohl so manchen überraschen, wie viel Cross-Training professionelle Sportler betreiben…).

Das bedeutet auch, dass die Winterzeit vielleicht besser für Krafttraining drinnen als für Sprints draußen geeignet ist, man sich aber dennoch nicht davor fürchten sollte, bei Kälte vor die Tür zu gehen. Vielleicht sollte man gerade dann hinaus.

Hier auch möchte ich anfangen, über das Fit Leben zu reden. Im Winter.

Serie 1: Winter Lauf Ratschläge

Teil 1: Das Winter-Lauf-Warum… Oder Wie.

Teil 2: Winter-Lauf-Bekleidung (und Schuhe)

Teil 3: Das andere “Wie?” im Winter-Lauf – Wie anstrengend?