Tokyo kann man nur dann wirklich verstehen, oder zumindest fühlen, wenn man zu Fuss und auf Tuchfühlung geht.

Um überhaupt einmal ein erstes Gespür für die Stadt bekommen zu können, dafür allerdings hilft ein Blick von fern dann doch – und der beste Aussichtspunkt dafür ist der Tokyo Skytree.

Mit 634 m Gesamthöhe ist er der höchste Turm der Welt und das zweithöchste Gebäude. Nur Burj Khalifa ist höher; der Shanghai Tower, den ich diesen Sommer besuchte, ist das dritthöchste Bauwerk (hat allerdings die höchstgelegene Aussichtsplattform).

Die Aussichtsplattformen im Tokyo Skytree liegen auf 350 m (das Tembo Deck, Tickets dafür gibt es im 4. Stock) und 450 m (die Tembo Galleria, Tickets dafür werden im Tembo Deck verkauft).

Die 350 m haben mir schon ausgereicht, war der Tag doch klar, aber nicht ganz und stand doch auch noch der Grossteil meines Japanaufenthalts vor mir (so dass ich möglichst wenig Geld für Dinge ausgeben wollte, die ich nicht unbedingt machen wollte).

Hingekommen war ich jedenfalls, bevor sie überhaupt noch aufsperrten, hatte mich der Jetlag doch gleich um 4:30 Uhr aufwachen lassen. Ging ich halt in die Stadt, in diesen frühen, frühen Morgen hinaus.

Damit ging ich also gleich einmal die Strasse zur nächstgelegenen Metro-Station mit der für mich sinnvollsten Bahnlinie hinunter. (Tokyo hat einige Metro-/Zuglinien, die ganz unterschiedliche Strecken fahren. Je nachdem, wohin man will, kann der eine oder andere nahegelegene Bahnhof dadurch viel günstiger – oder ungünstiger – sein.)

Auf dem Weg dorthin ging ich auch gleich diverse Umwege, zu Tempeln und Schreinen, die auf Google Maps verzeichnet waren und meinem Interesse an ebendiesen nach.

Kanefukuinari Shrine

Kanefukuinari Shrine

Am Skytree schliesslich, da musste ich eben auf die Öffnung warten, dafür aber wenigstens nicht auf mein Ticket.

Als ich wieder hinunter kam, da sah die Sache anders aus. Zu dem Zeitpunkt waren unter anderem auch Schulklassen dort in der Warteschlange, deren Flughafen-ähnliches Mäandern nun allmählich wirklich ausgenutzt wurde. (Ratschlag also: Entweder früh genug kommen, sich auf längeres Warten einstellen, ein Ticket vorbestellen oder den Express-Schalter für ausländische Touristen, den es dort gibt, bemühen.)

Der Ausblick war, wie oben erwähnt, nicht schlecht, aber auch nicht perfekt. Eine gute Einleitung zur Megastadt Tokyo war er jedenfalls.

 

Selbst Fuji-san liess sich blicken.

Ihn sollte ich noch öfter sehen, es schlussendlich aber nicht auf den Berg schaffen. (Ich hatte das am Plan, hätte zur geplanten Zeit sogar passendes Wetter gehabt… aber bis dahin war meine Ausrüstung für Übernachtungen im Freien etwas nass und stinkig geworden, alles schien doch etwas zu unsicher, wettermässig, und der Rucksack wurde ohnehin schon schwer mit Einkäufen.)

Eine nette Einführung war es dennoch – und längst nicht alles auch nur dieses Tages.