Die Tempel einer Strasse in Kyoto…

Im Zentrum von Kyoto findet man Nishiki Market, die Shijo Dori mit ihren zahlreichen Läden und grossen Department Stores wie Daimaru und Takashimaya… also, jede Menge Geschäft(e) und Geschäftigkeit.

Inmitten von all dem kann man, wenn man vom Shopping nicht komplett abgelenkt ist, einen Schrein bemerken.

Was man eher nicht bemerkt und wo man nicht daran denken würde, dort hinunter zu gehen, das ist eine kleine Seitenstrasse. Warum auch sollte man?

Diese Seitenstrasse, die Teramachi Dori, hinunter hatte ich allerdings noch einen Tempel oder Schrein bemerkt.

Mein Schwerpunkt am mehr sehen, mehr lernen, #SichZuhauseMachen in der Welt, der hilft in solchen Fällen ganz wunderbar – insbesondere, wo ich eine Faszination für (buddhistische) Tempel habe.

Auf meinem Weg hinaus aus Kyoto ging ich also diese Strasse hinunter.

Eine Tempeltour – eine Strasse hinunter

Diese “Tour” wird man nicht im Reiseführer finden.

Die schiere Anzahl an Tempeln, die man auf dieser einen Strasse findet, ist schon genug, um für längere Zeit genug von Tempeln zu haben.
Besonders wenn man, wie ich, erst kurz zuvor all die wesentlichen Tempel besucht hatte.

Interessanterweise sind all die Tempel und Schreine durchaus auf Google Maps zu finden, aber man muss erst einmal weit genug hineinzoomen – und findet ja doch kaum bis keine Informationen über sie.

Dennoch, wollte man jemals einen schnellen Beweis, dass sich in Kyoto alle paar Schritte ein Tempel finden liesse – hier ist er.

Ich kann dementsprechend kaum etwas über diese Plätze erzählen.

Ein wenig Info gibt es ab und an aber doch.
Und dieser Mix an wenig Info, kaum Ratschlägen, zu Orten, die mitten vor einem versteckt sind, trägt nur zur Faszination dessen bei, eine religiöse Struktur nach der anderen zu finden, neben und hinter Häusern, Läden und Parkplätzen…

Shuncho-ji

Ein leicht zu verpassendes Eingangstor an der Strasse, und geht man von der Landkarte aus, dann versteckt sich dahinter ein wesentlich grösseres Areal…

Hiyoke Tenmagu Schrein

Immer noch derselbe Häuserblock, der an die Einkaufsstrasse grenzt. Es fühlt sich an, als könnte das immer noch dasselbe Gebäude sein, mit all seinen Geschäften.

Da liegt aber nicht nur der Shuncho-ji, da findet sich auch dieser kleine Pfad an der Hinterseite. Ein kleines Torii und das übliche Shimenawa Reisstroh-Seil mit den blitzförmigen Papieranhängen markiert allerdings einen heiligen (Shinto-) Ort.

Dort versteckt sich der Hiyoke Tenmagu Schrein, dessen Name und Bedeutung netterweise von einer Tafel erklärt wird: Gegründet wurde er also in Kyoto im Jahr 1579, an diesen Ort 1587 verlegt.

Verehrt wird hier ein Gott des Lernens, und dieser Stadtteil wurde 1864 während des Hamaguri Gomon-Kriegs (und später) von Feuer verschont, so dass der Schrein einen Ruf als Ort der Bildung und Beschützung erhalten hat.

Jokyo-ji

Praktisch nichts lässt sich über diesen Tempel herausfinden; Hinweisen nach könnte er zur Jodo Shinshu-Sekte des Buddhismus gehören und (passend, wenn dem so ist) eine Amida Buddha-Statue beherbergen.

Möglicherweise werden der Tempel bzw. seine Statuen aktuell auch restauriert und sollen ab 2020 der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Daijingu Schrein

Und dann war da dies: Ein Schrein, der einer guten ‘Verpaarung’ in der Ehe gewidmet ist.

Nun, bedenkt man die Jammergeschichten, die über den japanischen Heiratsmarkt berichtet werden, dann scheint das sehr passend. Ob allerdings die Manga-ähnlichen Darstellungen von Tempeldienerinnen wirklich ideal sind?

Man denke darüber, was man will. Aber bedenke doch, dass das in Japan – so wie das Land nun einmal ist – genauso gut weibliche wie männliche Bittsteller ansprechen könnte…

Togen-ji

Shoko-ji

Kuya-ji

Jogan-ji

Eiyō-ji

Jōkoku-ji

Warum habe ich über diese nächsten Tempel nichts gesagt?

Nun, weil es praktisch null Informationen über sie gibt…

Das macht sie allerdings nur noch interessanter. Oder so sehe ich das jedenfalls – auch wenn es nicht gerade ideal für sinnvoll informative Blogeinträge ist und Reisevlogs ergibt, die keine echten Reisevlogs sind:

Und was sagst du?