Rom, Anders Gesehen

Alle Wege führen nach Rom, jaja… aber man sollte vielleicht trotzdem etwas andere Wege beschreiten.

Eine der leichtesten Möglichkeiten – und Herausforderungen – um Dinge auch einmal anders zu sehen ist ganz einfach, die üblichen Zeiten für alles, was man gesehen und getan haben muss, zu vermeiden.

Wer sich auch einmal viel früher nach draussen begibt, als die meisten Leute, kann schnell gänzlich andere Eindrücke gewinnen als normalerweise, inmitten der Touristenhorden.

Eintritt zu einer unüblichen Zeit, etwa wenn es eine Nachtöffnung gibt, ist leider vergleichweise selten, aber dadurch auch nur umso interessanter.

Eine Nacht im Vatikan-Museum

In Rom, oder eigentlich eben im Vatikan, gibt es eine der vielleicht interessantesten kleinen Nachtveranstaltungen, an der man leicht teilnehmen kann, nämlich die Nachtöffnung der Vatikanischen Museen.

Jeden Freitag während der (verlängerten) Sommersaison haben die Musei Vaticani ab 19 Uhr (und bis 23 Uhr) geöffnet.

Das Ticket kostet die selben 16 Euro plus 4 Euro für Vorab-Reservierung online wie auch untertags, und die Online-Reservierung ist (immer) dringend empfohlen, denn man erspart sich dadurch unter Umständen ganze Stunden an Warterei.

Das Museum sieht nicht nur in der reinen Kunstbeleuchtung der Nacht anders aus; es fühlt sich auch anders an. Wenn man dann noch einen der (nicht so wenigen) Freitage mit Konzertbegleitung erwischt und während des Spaziergangs durch die Korridore an Antiquitäten auch die Musik durch die Gänge zieht, dann ist das schon ein ganz besonderes Erlebnis.

Für die Action-Cam, mit der ich meine meisten Videos mache, ist das alles natürlich nicht ideal. Meine Entschuldigung also für die mediokre Qualität der Aufnahmen – aber ein Eindruck, bis in die Sixtinische Kapelle, wird davon immer noch vermittelt:

Ein Morgenlauf um einen ganzen Staat

Mit der Vatikanstadt und San Marino befinden sich auf italienischem Gebiet gleich zwei der Zwergstaaten der Welt – und ich schätze die Scherzhaftigkeit eines frühen Laufs um einen solchen einfach zu sehr.

Wo anders als in Rom kann man, dank des unabhängigen Status des Vatikan, die Laufschuhe schnüren, kurz laufen gehen und dann erklären, man hätte jetzt einen ganzen Staat umrundet?

Noch dazu auf einem frühen Morgenlauf erlebt man die Dinge wiederum ganz anders und findet einen guten Weg, sich wieder einmal in der Welt etwas heimischer zu machen.

Wo untertags die Touristenmassen wogen, wo man selbst in ihrer Mitte nichts anderes als noch ein solcher Tourist in der Masse sein kann, da teilt man sich die Stadt auf einem Lauf zum Sonnenaufgang gerade einmal mit wenigen Einheimischen.

Hier stiess meine Action-Cam auch wieder ziemlich an ihre Grenzen, aber grenzwertige Eindrücke sind immer noch besser als keine:

Zwischen diesen Zeiten, da wird man sich ohnehin oft genug als ein Tourist unter vielen durch die Stadt bewegen müssen. Und verschiedenste Orte dennoch, auch so, aufsuchen wollen.

Umso schöner, auch andere Eindrücke zu sammeln.

Und was sagen Sie?