Casio ProTrek Smart WSD-F20 Review, Teil 1: Smart nicht nur die Watch, Smart über die Welt

Die Casio ProTrek Smart WSD-F20, die zweite Generation einer Outdoor-Smartwatch von Casio mit Android Wear (2.0), wurde Anfang 2017 vorgestellt.

Sporttechnologie-Koryphäe DC Rainmaker bezeichnete sich als verwirrt davon.
Ich fand mich, jetzt wo GPS mit an Bord ist, sehr interessiert.

Mittlerweile hatte ich (dank der PR-Agentur von Casio in Deutschland, die mir eine Testuhr, ohne jedwede redaktionelle Einflüsse oder Vorgaben ihrerseits, zur Verfügung gestellt hat) die Möglichkeit, mit einer Casio ProTrek Smart WSD-F20 länger zu arbeiten:
Ich hatte sie bei den Reisen durch China diesen Sommer und in Österreich am Handgelenk, für alltägliche Nutzung, beim Training, und auf Wanderungen und Trailläufen.

In diesem ersten Teil meines Review/How-to will ich zeigen, warum die WSD-F20 mir als ein ausgezeichnetes #GetAtHome-Gerät erscheint, wenn auch eines mit einigen, nun, Besonderheiten.

Der Stand von Android Wear

Screenshot der Android Wear-Website von Google
Screenshot der Android Wear-Website von Google

Verwirrtheit, wie von DC Rainmaker angesprochen, ist keine schlechte Zusammenfassung der aktuellen Situation von Android Wear Smartwatches (und dieser Casio Smartwatch im besonderen, jedenfalls wenn man sie als ein Sporttechnologie-Reviewer mit – vorgeblich – Schwerpunkt auf Triathlon betrachtet).

Aktuell liegen Android Wear Smartwatches hart an der Grenze zwischen Werkzeug und Spielzeug. Zunehmend findet man sie noch dazu in der Schwebe zwischen der ursprünglichen Idee großartiger Funktionalität und der zunehmenden Übernahme als Modeartikel.

Als potentieller Käufer muss man sich dessen, meiner Meinung nach, auch bewusst sein:

Wie bei Android Smartphones, so gibt es auch bei Smartwatches eine gewisse Ähnlichkeit aller zig Varianten (klar, wenn sie alle dasselbe Betriebssystem nutzen), welche sie ziemlich austauschbar erscheinen lässt.

Das macht die Unterschiede, nicht zuletzt in der unterschiedlichen Implementierung desselben Android Wear durch unterschiedliche Hersteller, umso deutlicher (und problematischer).

Ähnliches gilt auch für Preis und Leistung.

Bei der Casio ProTrek Smart WSD-F20 Outdoor-Smartwatch ist das bei Look und Leistung besonders deutlich, und das macht es besonders wichtig, sich darüber klar zu werden, für welche Nutzung und welchen Nutzer diese Uhr gemacht ist.

Der Look der Casio ProTrek Smart WSD-F20

Wer das Lineup an Casio-Uhren von der “toughen” G-Shock zu den ProTrek kennt – und wer kennt diese Uhren nicht? – der wird die ProTrek Smart WSD-F20 sofort wiedererkennen.

Casio-Werbeplakat am Flughafen von Dubai
Beispiele dafür sind mir am Weg nach China gleich am Flughafen Dubai übergross begegnet

Gross, kräftig gebaut, betonte Knöpfe und Schrauben, Beschriftung der Funktionen und Eigenschaften, entsprechen alle ganz dem Casio-Look.

Wer ein Fan von klaren Linien und elegantem Aussehen geworden ist, der wird an dieser Casio – aber wahrscheinlich auch den meisten anderen – keine Freude haben.

Für Casio-Fans allerdings passt sie dank ihres Aussehens wie auch der Funktionen sehr gut ins Programm.

Sie hat dieselben Funktionen wie viele G-Shock und ProTrek-Uhren (ABC Triple Sensor – Höhenmesser, Barometer, Kompass), fügt einen weniger üblichen Schrittzähler hinzu und erhält den reichlich seltenen GPS-Empfänger.

Dazu noch die Funktionalität, die durch die Nutzung von Android Wear 2.0 als Betriebssystem hinzukommt, und heraus kommt eine Uhr, die sich vom sonstigen Lineup doch heraushebt.

Preis/Leistung

Mit einem empfohlenen Preis von 500 Euro ist die Casio ProTrek Smart nicht billig.

Vergleicht man allerdings auch nur den Preisrahmen, in dem Casio-Uhren der G-Shock- und ProTrek-Reihen sonst liegen – der sich zwischen 300 und 700 Euro bewegt – und bedenkt, dass man hier immerhin eine der wenigen Android Wear 2.0 Smartwatches mit eingebautem GPS bekommt, so ist der Preis durchaus gerechtfertigt.

Gedanken zur Batterie-Laufzeit

Die ständige Verbindung von Android Wear zum Smartphone (oder besser gleich online) und die hellen Touch-Displays, die machen Smartwatches wie die Casio zu ganz schönen Batteriefressern.

Man muss schon so ziemlich alle Funktionen, die sie zu mehr als einer simplen DIgitaluhr machen, ausschalten, um sie nicht – wie ein Uhrwerk – jede Nacht an ihr Ladekabel anhängen zu müssen.

Möchte man die Uhr also zum Aufwachen, als Wecker, nützen, dann denkt man bei Auszeiten vor dem Computer besser gleich auch daran, sie regelmässig wieder aufzuladen.

Dessen sollte man sich bewusst sein, bevor man sich eine Smartwatch zulegt. Welche auch immer.

Zahlt sich eine Smartwatch also überhaupt aus?

Kommt auf den Nutzer an…

Meiner Erfahrung nach kann ich sie in der Früh ans Handgelenk nehmen, mit ihr 1-2-stündiges Lauftraining aufzeichnen, von ihr meine Position alle 6 Minuten aufnehmen lassen, meine Handvoll Benachrichtigungen im Verlauf eines üblichen Tages bekommen, sie allgemein als Uhr gebrauchen… und erst in der Nacht, wenn ich auch selbst wieder “aufladen” muss, muss auch die Uhr an das Stromnetz.

Seitdem ich sie auch zum Aufwachen verwende, stecke ich sie an ihren Ladestecker (der sich übrigens magnetisch an eine Ladebuchse auf der Seite der Uhr hängt) an, wenn der Batteriestand niedriger wird und ich weiss, dass ich mich für 1-2 Stunden ohnehin kaum vom Computer weg bewegen werde.

So wie bei den Suunto-Uhren, die zwar weniger smart, aber eben auch für den Sport gemacht sind, ist es eben hier nicht.

Diese Uhren kann man mit einiger Sicherheit nehmen, wann immer man will, und sie werden mit einiger Sicherheit genug Ladung für einen Marathon haben, selbst wenn sie eine Woche nicht wieder geladen wurden.

Selbst so aber war es kein Problem, mit der Casio über Dubai nach China zu fliegen, sie im Flugzeug auf Flugmodus zu stellen und in den Flughäfen auf normale Nutzung.

Dabei hilft auch, dass sich die Uhr automatisch an ihren Batteriezustand anpasst, bis sie schlussendlich nur noch Datum und Zeit anzeigt, was sie noch stundenlang durchhalten würde.

(Suunto’s Reiseuhr, die Kailash, ist mir hingegen schon öfter fast komplett leer gelaufen – und ist die Batterie erst einmal unter 10%, dann ist sie auch bald leer und hat sich einfach komplett ausgeschaltet, so dass man nicht einmal mehr wüsste, wie spät es ist.)

Bis so etwas mit der Casio ProTrek passiert, gibt es noch einige Möglichkeiten, sie an eigene Wünsche (und Energie-/Funktionsbedürfnisse) anzupassen…

Funktionalität der Casio ProTrek Smart WSD-F20, Gefühlsmäßig

Mit Android Wear 2.0 werden die Dinge wirklich interessant mit der Casio – aber auch etwas herausfordernd.

Nur zu leicht betrachtet man eine Uhr wie diese sofort als eine Outdoor-Sportuhr, schliesslich sieht sie so aus wie ebensolche andere. New Balance RunIQ, Polar M600, LG Watch Sports,…

Aus dieser (falschen) Perspektive ergibt sich einiges der Verwirrung…

  • Sollte eine Uhr wie diese nicht einen optischen Herzfrequenzsensor beinhalten?
  • Warum sind die Apps von Casio nicht besser für Sport?
  • Was soll man mit einer solchen Uhr anfangen, wenn sie keinen Ultramarathon durchhalten würde?

Etwas wahres ist an solchen Fragen schon dran.

Die ProTrek Smart fühlt sich in einigen Aspekten an wie eine Uhr, die sehr für den japanischen Markt mit seiner Vorliebe für hübsche und spassige, aber nicht unbedingt wahnsinnig sinnvolle, Features ausgelegt ist.

Von dieser Perspektive ausgehend allerdings findet man doch auch einiges, was für sie spricht, auch was Funktionalitäten realistisch nutzbarer Art angeht.

Das Display

Typisch für Android Wear-Smartwatches erhält man einige dieser Freude und Funktionalität von der Qualität des Displays.

Das Display der Casio ProTrek Smart fühlt sich für mich ein wenig zerbrechlich an – oder zumindest kam es mir so vor, ehe ich mich daran gewöhnt hatte. Saphirglas wäre hier sicherlich schön gewesen; einen ersten Kratzer hat sich das Display schon eingefangen.

Es ist aber jedenfalls relativ hell, wirklich detailreich und gut in der Farbwiedergabe.

Auf Touch-Input wird auch sehr gut reagiert. So gut, dass man das Display besser auf Standby stellt (siehe unten), wenn man die Uhr waschen möchte.

Als ein Werkzeug für Outdoor-Sport-Training, geschweige denn für Triathlons, darf man die ProTrek Smart allerdings nicht betrachten. Dafür war sie allerdings auch nie gedacht.

Was aber kann sie, und das gut genug, dass ich sie mittlerweile sehr gerne als meine Alltagsuhr verwende – und noch dazu finde, dass sie zu meinem Ziel des sich-zuhause-machens in der Welt ausgezeichnet passt?

Die ProTrek Smart als Werkzeug zum Sich-Zuhause-Machen

Der Spass der Casio ProTrek Smart WSD-F20 beginnt für mich da wirklich, wo Android Wear und das eingebaute GPS sich dazu kombinieren, die Position auf der Welt, auf der Landkarte, zu zeigen.

Zwei der Anzeigen von Casio selbst, “Location” und “Traveler”, arbeiten damit:

Casio ProTrek Smart WSD-F20 Location Watchface
Das “Location” Watchface, in Shanghai

Die “Location”-Anzeige zeigt den Teil der Weltkarte der mit der eigenen Position als Zentrum, angezeigt auch in Form der GPS-Koordinaten, dargestellt wird.

Casio ProTrek Smart WSD-F20 Traveler Watchface
Das “Traveler” Watchface, in Hong Kong

Die “Traveler”-Anzeige bietet verschiedene Datenfelder als “Komplikationen”, darunter eine Landkarte welche die eigene Position und die nähere Umgebung anzeigt (oder die Seehöhe, Kompass, Barometer, Weltzeit, Plan/Agenda oder einen Shortcut zu einer App).

Die Location History

Es wird auch die Position im Laufe der Zeit aufgezeichnet, wenn man diese Funktion nicht deaktiviert, und zwar je nach Einstellung entweder alle 1 oder 6 Minuten.

Die damit aufgezeichnete Track (und ‘historische’ Tracks) sind in der Casio Location Memory App (die man, so wie die Uhr fabrikseingestellt ist, durch Druck auf den “App”-Knopf erreicht) einsehbar.

Dort nämlich sieht man sie auf der Landkarte und hat damit eine schöne Aufzeichnung der Orte, an denen man sich an einem Tag jeweils aufgehalten hat…

Casio ProTrek Smart mit Anzeige der Route, die die Fähre von Shenzhen nach Hong Kong (bis dahin) genommen hatte
… oder auch, wo man sich gerade bewegt, wie hier auf der Fähre von Shenzhen nach Hong Kong

Wenn ich mich nicht völlig täusche, dann wird diese Aufzeichnung auch mit der Timeline auf Google Maps synchronisiert, wenn man auch diese verwendet. Man könnte sie auch individuell (für den jeweiligen Tag) als KML exportieren, wenn man das möchte.

Casio Location Memory Taihexian Detail
Hier ein Detail von einer solchen Aufzeichnung der Bewegung an einem Tag, nämlich der Fahrt (links oben) und der Wanderung (rechts unten) zum Taihexian und von dem Berg wieder hinunter

Wird man irgendetwas davon wollen?

Im Alltag, wenn man die Uhr einfach nur am Handgelenk trägt, dann werden all diese Funktionen rund um die Position und Landkarten wohl nicht die meistgenutzten sein. Wahrscheinlich auch nicht die nützlichsten.

Dennoch finde ich die Erinnerung an die eigene Verortung auch schon so eine gute.

Und das ist noch nicht alles.

So zu sehen, wo man sich aufhält, wie es die Casio ProTrek Smart bietet, kann wirklich hilfreich sein, wenn man sich irgendwo wiederfindet, wo man einen Blick auf eine Landkarte wirklich gebrauchen kann.

Besonders auf Reisen erinnert mich diese Funktionalität an jene der Suunto Kailash, aber sie ist eine wesentliche Verbesserung.

Man bekommt schliesslich nicht nur eine Aufzählung der Städte und Länder, die man besucht hat, sondern eine Aufzeichnung der Strecken, die man bereiste (die schon in der Location Memory App gut ist, in der Google Maps Timeline, wenn man diese nutzt und die Orte gut erkannt werden, noch besser), welche Distanzen man gereist ist und welche Orte man besucht hat (wiederum, per Google Maps Timeline).

Ohne diese Funktionen hätte ich mich wesentlich weniger angenehm dabei gefühlt, Shanghai, Haikou und Hong Kong einfach so zu Fuss zu erkunden.

Noch hätte ich so schnell und unproblematisch gewusst, was die geographische Lage von Chengmai, Hainan, war.

Position auf der Landkarte, dank der "Maps"-App von Brave the Skies und der Casio ProTrek Smart
Hier, am Shanghai Tower, konnte man sich nicht gerade verlaufen, aber es war ein umso besserer Ort, um sich mit einer heruntergeladenen Landkarte (von Mapbox, in der “Maps” App von Brave the Skies) zu spielen

An den meisten dieser Orte hätte ich mein Smartphone zudem nicht so gut als Internetzugang nutzen können; das wäre teuer gewesen und Google Maps wäre in China ohnehin blockiert.

Ich konnte aber zumindest einige der Landkarten, die ich brauchte, auf die Uhr hinunterladen. (Google Maps ist nicht nur blockiert, es lässt auch keine China-Landkartenausschnitte mehr für die Offline-Nutzung hinunterladen; die Casio nutzt aber ohnehin meistens Mapbox-Landkarten.)

Für Reisen und das #GetAtHome, das SIch-Zuhause-Machen, ist das kein schlechter Anfang – und zu diesem Thema werden wir noch einmal zurückkehren wollen, da es noch einiges mehr bietet!

Casio Outdoor “Tools” auf der ProTrek Smart WSD-F20

Zurück zu den Outdoor-Grundlagen, welche dies eine echte Casio ProTrek machen, gibt es wie eingangs erwähnt alle üblichen Sensoren. Allerdings in einer wesentlich weniger üblichen Darstellung und mit einigen speziellen Tricks dank Android Wear.

Hier haben wir:

  • Kompass
  • Höhenmesser
  • Barometer
  • Sonnenaufgang/-untergang
  • Gezeitenanzeige
  • “My Graph” mit einer Anzeige, die ein graphisches Display (im Tagesverlauf) von bestimmten Werten darstellt, und zwar rund um Kalorienverbrauch oder Schritte oder Höhe oder aktive Zeiten (Workout).

Die Sensoren sind für Outdoor-Uhren mittlerweile ziemlich übliche, und sie scheinen alle ganz gut zu funktionieren – mit ein paar Höhen und Tiefen.

Nicht so gut etwa wird die Gezeitenanzeige angenommen, die nur bestimmte Städte zur Auswahl anbietet; die jeweils gewollte Stadt fehlt also möglicherweise.
Haikou, zum Beispiel, ist nicht in der Liste zu finden; Hong Kong schon. Ich bin ohnehin eher ein Berg- als ein Meer-Mensch, dementsprechend hat mich das nicht sehr gestört.

Der Kompass hat auch manchmal ein wenig seltsam reagiert und verlangt, kalibriert zu werden; ich bin mir aber noch immer nicht sicher, wie man das eigentlich täte (auch wenn Hilfe dazu auf der Uhr angezeigt wird). Schlussendlich allerdings schien er ohnehin immer gleich wieder korrekt funktioniert zu haben.

Im positiven sind die Anzeigen alle hell und hübsch und ziemlich hilfreich.

Ein wenig überraschend für mich war es insbesondere die Anzeige der Sonnenaufgangs- und Sonnenuntergangszeiten, die ich wirklich zu lieben lernte:

Diese zeigt sowohl nautischen Beginn als auch ziviles Ende des Sonnenaufgangs bzw. zivilen Anfang und nautisches Ende des Sonnenuntergangs.

Man erfährt damit also, wann der Nachthimmel beginnt, lichter zu werden und wann sich die Sonne über den Horizont erhebt bzw. wann die Sonne untergeht und die Dämmerung in die Nacht übergeht.

Das ist genau das, was man braucht, um seinen Wecker richtig zu stellen um rechtzeitig für Sonnenaufgangs- bzw. -untergangsfotos und die “goldene Stunde” mit dem besten Licht auf und unterwegs zu sein.

Casio ProTrek Smart Sonnenaufgangs-/-untergangs-Anzeige vor Shanghai Skyline
Wer wissen will, warum mir das so wertvoll wurde, sehe sich meinen Eintrag “Zwei Ansichten des Bund” an :)

Wo wir schon vom Alarm sprechen, da sollte ich wohl auch die Nutzung der Casio ProTrek Smart WSD-F20 als Uhr – und zudem als Smartwatch – erwähnen, bevor wir uns später einmal weiter mit spezifischen Apps beschäftigen…

Die Casio ProTrek Smart Uhr als… Uhr

Zwei der möglichen “Zifferblätter” haben wir schon gesehen, aber natürlich gibt es deren noch mehr.
Android Wear bietet schliesslich eine ziemliche Vielfalt an Möglichkeiten, die Uhr anzupassen…

So wie die Casio ProTrek Smart üblicherweise eingestellt ist, nutzt sie ein Standby-Display, das Wochentag, Tag des Monats und Zeit anzeigt. (Dieses Display ist immer an; eine Abschaltung wie bei Suunto-Uhren, wenn die Uhr nicht bewegt wird, gibt es hier nicht.)

Das Standby-Display der Casio ProTrek Smart WSD-F20
Das Standby-Display der Casio ProTrek Smart WSD-F20

Man kann die Uhr allerdings auch so einstellen, dass sie stattdessen stets das ausgesuchte Display anzeigt, wenn man sie lieber gutaussehend und immer alle ausgewählten Daten anzeigend hätte (wobei es auch von diesen Anzeigen leicht vereinfachte Standby Versionen gibt).

Oder man kann die Uhr so einstellen, dass sie das ausgewählte Zifferblatt anzeigt, wenn man sein Handgelenk zu sich dreht, um auf die Uhr zu sehen.

Je mehr man das ausgewählte Aussehen, zumal eines mit mehr Details (eben “Komplikationen”, wie man sie bei Smartwatches ja nennt) allerdings nutzt, umso höher steigt der Batterieverbrauch.

Umgekehrt zu dem eben beschriebenen kann man auch das “Dual Layer”-Display von Casio verwenden, um Batterie zu sparen. Dabei wird dasselbe Display wie im Standby auch als reguläres Ziffernblatt verwendet (nur in einer anderen, orangen, Farbe).

Das 2Layer-Display von Casio
Das 2Layer-Display von Casio

Noch mehr Batterie kann man sparen und die Uhr gleichzeitig vor unabsichtlichem Input schützen, indem man das Display auschaltet. Wobei diese Ausschaltung es nicht wirklich deaktiviert, sondern so lange im Standby-Display behält, bis man wieder den “Power”-Knopf drückt.

Ähnliches bietet Android Wear mit dem “Timepiece”-Modus, in dem alles ausser der Uhrenfunktion deaktiviert wird.
Ist der Modus erst einmal aktiv, dann schaltet ein kurzer Druck auf den ” Power”-Knopf nur die Hintergrundbeleuchtung des Displays an; es braucht einen langen Druck auf “Power”, damit die Uhr sich wieder als wirkliche Smartwatch neu startet.

Ein paar Worte mehr zu Display und Batterie

Natürlich kann man auch die Helligkeit des Displays einstellen, dies allerdings nur in einem geringen Rahmen.

Starkes Sonnenlicht kann dementsprechend schnell zu einem Problem werden und die Lesbarkeit des Displays schnell reduzieren, in meiner Erfahrung aber meist nicht so sehr, dass es komplett unleserlich wird. (Ich scheine auch ein Problem damit zu haben, dass manche Apps eigene Displayeinstellungen vornehmen und ich diese nicht immer richtig, ausreichend hell, einstelle.)

Nachtsicht ist schon eher ein Problem, denn das aktive Display ist im Dunkeln sehr hell. Womöglich ist das Dual Layer Display mit seiner orangen Farbe dafür am besten geeignet.

Mein wesentliches Fazit zum Display ist und bleibt aber:
Es ist eine Freude.

Detailreichtum und Farbwiedergabe des Displays bezahlt man allerdings auch damit, dass die Uhr viel Batterie braucht. Dennoch, Landkarten ebenso wie Benachrichtigungen darauf zu sehen ist wirklich cool.

Wecker, Timer/Countdown, Stopuhr

All diese üblichen Funktionen einer Uhr findet man hier, unter den Apps.

Zum Beispiel, den Alarm (der sich, wenn ich mich richtig erinnere, schon wieder geändert hat, seit ich das erste Video hierzu vor ca. einem Monat gemacht habe):

Sie bieten keine besonders hervorzuhebenden Funktionen, sie sind allerdings wieder schön bunt gestaltet – und eine Besonderheit mit ihnen, die ich doch als schönen Trick empfinde und damit besonders betonen möchte, die bieten sie schon: Man kommt meiner Meinung nach nämlich besser zu diesen Funktionen (mitsamt ihren Einstellungen), wenn man den Google Assistant auf Android Wear dazu verwendet.

Dazu muss man einfach den “Power”-Knopf länger drücken, um Google Assistant zu starten und ihm zu sagen, was man will… Et voila.

Hier natürlich kommt man schon wieder dazu, dass es sich hier eben wirklich um eine Smartwatch, keine reguläre Uhr, handelt.

Die Casio ProTrek Smart WSD-F20 als Smartwatch

Die Anzeige von Position und (auf!) Landkarten, spezielle Anzeigen für die verschiedenen Sensordaten, der Hinweis auf den Assistant… Damit haben wir bereits über die WSD-F20 als ziemliche smarte Uhr gesprochen.

Wenn von einer Smartwatch die Rede ist, dann werden viele wohl aber zuerst an Benachrichtigungen denken, gefolgt von Dingen wie der Nutzung als Kontrolle für Musik vom Smartphone und von Apps.

Sehen wir doch gleich einmal auf das Thema Benachrichtigungen!

Benachrichtigungen auf der Casio ProTrek Smart WSD-F20

Wohl die Daseinsberechtigung Nummer 1 der Smartwatches ist ihre Funktion als Benachrichtigungsmanager.

Die Vision von der Smartwatch jedenfalls war, dass man mit ihrer Hilfe gleichzeitig in Kontakt und informiert bleiben und zugleich das ständige Hervorkramen eines Telefons vermeiden könnte.
Soll doch einfach die Uhr diskret vibrieren, ein Blick auf das Display entscheiden, ob die Neuigkeit wirklich wichtig wäre und die Arbeit weitergehen. Oder das Leben.

Natürlich hilft es dabei immer noch, wenn man die meisten Benachrichtigungen einfach deaktiviert, aber die Art, wie die Casio ProTrek Smart mit Android Wear 2.0 die Benachrichtigungen managt ist schon sehr angenehm.

So wie voreingestellt ist das wie folgt:

Ist das Display auf Standby, dann erhält man nur das Signal einer kurzen Vibration als Hinweis auf etwas Neues.

Ist das normale Ziffernblatt an (bzw. dreht man die Uhr kurz nach der Vibration zu sich, um einen Blick darauf zu werfen), dann erscheint unten darauf ein rundes Symbol, ähnlich jenen neben dem Sendernamen in Gmail und anderen Google-Angeboten (wie etwa auch dem Icon für das eigene Google-Konto) das anzeigt, wovon oder von wem die Benachrichtigung kam (z.B. dem Foto des Senders, wenn ein solches gespeichert ist oder einem @ für eine Twitter-Erwähnung oder ähnlichem).

So oder so wird, sobald mehr als eine ungelesene Benachrichtigung da ist, deren Zahl in einem kleinen Icon oben am Ziffernblatt angezeigt.

Streicht man von unten nach oben, dann gelangt man zur Anzeige dieser Benachrichtigungen.

Dort wird zunächst einmal das Icon und der Name des Absenders der Nachricht bzw. Benachrichtigung angezeigt, gemeinsam mit den ersten Zeilen, z.B. dem Betreff einer E-Mail und der ersten Worte in der Nachricht.

Mit einem Wisch nach rechts oder links ist die Benachrichtigung als fertig abgehandelt, auf der Smartwatch wie auch am Telefon.

Mit einem Tap auf die Benachrichtigung wird sie geöffnet und mehr Daten werden angezeigt, z.B. Datum bzw. Uhrzeit der Benachrichtigung oder der gesamte Text (der Benachrichtigung, soweit diese ihn weiterleitet). Hier kommt man auch zu den weiteren Optionen.

Im Falle von Tweets, zum Beispiel, kann man auf diese antworten (was dann allerdings die Antwortfunktion auf dem Smartphone aktiviert, nicht von der Uhr selbst aus funktioniert), re-tweeten oder den Tweet favorisieren.

E-Mails etwa kann man, je nach Programm, als gelesen markieren/archivieren, aber auch per Sprachnachricht, Emoji, Eingabe über die Smartwatch-Tastatur oder vorgefertigten Antworten beantworten.

Es kommt alles darauf an, von welcher App die Benachrichtigung kommt und was diese für Möglichkeiten bietet.

Erstes Fazit

Bis hierhin hat das alles hoffentlich schon einen Eindruck der Casio ProTrek Smart WSD-F20 ergeben.

Wenn ich meinen eigenen Eindruck richtig vermittelt habe, einen der positiv ist, aber auch weiss, dass wieder einmal “kommt darauf an…” gilt.

Wer 100-Meilen-Läufe absolvieren und seine Leistungsdaten dabei perfekt kontrollieren will, ohne sich um Batterie sorgen zu müssen während die Herzfrequenz mit aufgezeichnet wird, für den wird diese Outdoor-Smartwatch nichts sein.
(Auf die Gründe dafür und sinnvolle Verwendungen für ähnlich gelagerte Abenteuer möchte ich in Teil 2 meines Reviews eingehen, der in 1-2 Wochen online gehen wird.)

Eine Smartwatch wie die Casio ProTrek Smart ist möglicherweise noch nicht einmal ideal für jemanden, der jeden Tag tausende Benachrichtigungen bekommt.

Für mich allerdings, so wie ich mit Benachrichtigungen schon am Telefon umgehe, das Google-“Ökosystem” zum Vollsten ausnütze und Hinweise auf meine Position und Situation in der Welt zu schätzen weiss? Ja, für mich hat sich die Casio ProTrek Smart als sehr gut erwiesen.

Genau wie mein Smartphone muss auch sie mindestens jede Nacht an den Strom, um wirklich den ganzen Tag gut genutzt werden zu können. Der Nutzen aber macht diesen Aufwand, auf den Batteriezustand zu achten und nach wegen zu suchen, um die Uhr im Extremfall sogar abseits vom Stromnetz und unterwegs aufladen zu können, mehr als wett.

Die Uhr ist mir eine Freude, und ich fand sie auf meinen Reisen selbst durch China, wo Google-Dienste oft kaum zu benützen sind, so hilfreich, dass sie die Uhr geworden ist, die ich mittlerweile täglich trage.

Und was sagen Sie?