#GetAtHome in China 8: Ein Risiko mit Profit, eine Wanderung am Lion Rock Trail, Hong Kong

In Hong Kong wollte ich eigentlich dem Fjällräven Classic in seiner Erweiterung nach Asien vorgreifen und die Route, die mehr oder minder entlang des Maclehose Trail zu verlaufen scheint, beschreiben.

Nachdem ich nicht einmal den genauen Streckenverlauf hatte herausfinden können, hatte ich allerdings schon vorgeplant, zumindest auf einen kleinen Abschnitt des Maclehose Trails zu gehen und den Abstecher von diesem zum Lion Rock Trail zu nehmen.

Kaum mehr 24 Stunden verblieben bis zu unserem Abflug zurück nach Österreich.

Die Wetterprognose für den allerletzten Tag: Der Regen sollte abziehen.

Immer noch gut möglich, dass die Trails über Hong Kong nass und schlammig wären, dass es regnen würde, dass ich in Wolken hängen bleiben und keine Aussicht haben würde – aber es war auch die letzte Chance dieses Jahr, auf einen Trail um Hong Kong zu kommen.

Hoch und raus… und hoch zum Trail

Es hiess also früh aufstehen, mich so leise wie möglich fertig machen, um meine Frau nicht zu wecken, hinausgehen, im ersten Licht des Tages durch Hong Kong spazieren bis zu einer Metrostation, die nahe am Betriebsbeginn war.

Hong Kong Metro-Station beim Aufsperren für den Tag
Grosse Eröffnung… der Metro für den Tag

Und rein in die allererste U-Bahn des Tages…

Hinaus an der Station Wong Tai Sin und in Richtung Sha Tin Pass Road, geradewegs in Orientierungslauf-Lektionen.

Die Route war auf der Casio ProTrek Smart WSD-F20, die ich am Testen bin, die Landkarte war auch am Smartphone, ein gewisses Gefühl für die Lage des Landes habe ich auch noch… und die Strasse war doch typisch Hong Kong. Also eher seltsam verlaufend.

Aber es war doch die richtige Strasse.

Hoch also, an ein paar Orten vorbei, von denen ich gerne näheres gewusst hätte, an Stellen, die schon wie ein möglicher Einstieg in den Trail aussahen. Dann endlich wirklich der Anfang des Trails…

Der Anfang des Lion Rock Trail (und ein Stück des Maclehose Trail) an der Sha Tin Pass Road
Der Anfang des Lion Rock Trail (und ein Stück des Maclehose Trail) an der Sha Tin Pass Road

Lion Rock Trail Video

Die ganze Strecke brauche und will ich hier aber gar nicht beschreiben; das meiste davon kann ich ohnehin auch zeigen:

Lion Rock Trail Hinweise

Einige Dinge scheinen es aber doch wert, auf sie explizit hinzuweisen:

Tierleben

Wie man auch am Video sehen kann, gibt es hier tatsächlich Affen.
Man sollte mit diesen besser aufpassen, aber ich sah keine weiteren davon.

Dafür krachte etwas plötzlich über den Weg vor mir, geradewegs durch das Unterholz… das stellte sich allerdings als ein wildes Schwein heraus.

Das gefährlichste, was die Tierwelt angeht, schien noch der eine Hund von den Hunden zu sein, die man kurz sehen kann. Plötzlich, hinter mir, knurrte der meine Wade an…

Nur für geübte Wanderer?

Der Weg war glücklicherweise nicht so matschig und rutschig, wie ich es befürchtet hatte.

Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind dennoch anzuraten.

Viel von dem Trail ist, wie so oft um Hong Kong, sehr einfach zu gehen, manches davon aber auch nicht – und die wirkliche Gefahr, jedenfalls für mich, liegt auf den einfachen Wegen mit ihrer Steinpflasterung.

Die sind für einfache Spaziergänge gemacht… und wirklich rutschig, wenn man läuft, schlecht aufkommt oder seine Geschwindigkeit reduzieren will.

Am Trail beim Abstieg vom Lion Rock
Am Trail beim Abstieg vom Lion Rock

Drohnenflug in Hong Kong

Meine Drohnenfliegerei mit der neuen, in Shanghai gekauften, DJI Spark kam doch noch zustande.

Leute waren keine in der Nähe, an dem Ort sollte die Fliegerei auch gestattet gewesen sein… der erste Start allerdings brachte mich nur gleich wieder zum Landen, weil ich den Wind für entschieden zu stark hielt.

Wie man am Video erkennen kann, bin ich später dann doch noch zum Fliegen gekommen und habe auch das Active Track ausprobiert.

Die längste Zeit und die meisten Aufnahmen blieben nervenaufreibend.

Würde ich auch weitere Videos, in denen die Drohne näher bei mir war, zeigen, so wäre unschwer die Grimasse zu sehen, die ich die meiste Zeit zog.

Das grösste Problem mit diesen Aufnahmen wäre ja, dass die Stabilisierung der Drohne selbst und des Gimbal so gut funktioniert hat, dass man am Video gar nicht so gut merkt, wie sehr der Wind die Drohne bewegt hat .In dem Kontrast sieht es dann aus, als wären all meine Grimassen völlig grundlos gewesen.

Der Lion Rock Trail als Traillauf?

Für einen Trailrun jedenfalls wäre diese Route etwas zu kurz, aber für eine entspannte kleine Wanderung ist sie wunderbar geeignet.

Der Lion Rock Trail zeigt, auf perfekte Art, die eigentümliche Schönheit der Wanderwege um Hong Kong: Sie führen durch rechten Dschungel, aber mit einem Blick hinunter und in die Ferne auf Urbanität zum Extrem.

Ausblick vom Lion Rock über Hong Kong
Ausblick vom Lion Rock über Hong Kong

Der Hong Kong Trail bietet einen solchen Ausblick manchmal, mit einem Blick von Hong Kong Island in Richtung Kowloon; der Lion Rock Trail bildet das perfekte Gegenstück mit Blick über Kowloon und hinüber zu Hong Kong Island.

Schon der blosse Anblick ist beeindruckend, noch viel interessanter aber ist es, das alles auf eigene Faust zu erkunden, getragen von den eigenen Füssen.

Hong Kong zum Heimisch-Machen in der Welt

Schön und interessant sind schon die Ausblicke; interessant sind zudem die Drohnen-Eindrücke, um eine neue Perspektive zu eröffnen und einen wieder einmal an (s)einem Ort zu verwurzeln.

Einen Teil dazu trägt auch die Aufnahme des Tracks bei, die ich hier gleich einmal von der Casio ProTrek Smart WSD_F20 und der Suunto Spartan Ultra zum Vergleich (und zum Download) anbieten möchte:

All das ist es, was mich so an Hong Kong fasziniert.

Ich hatte schon in der Schule (vor dem Lehrbuch mit einem Foto von Victoria Harbor als Umschlagbild) davon geträumt, es einmal hierher zu schaffen, und so hat das immer noch einen Hauch von einem Traum, der in Erfüllung geht, an sich.

Mit verschiedenen Arten von “verbindender Technologie” unterwegs fühle ich mich immer auch etwas mehr mit dem Kontext der Orte, an denen ich bin, verbunden. Und auf diese Art bin ich in Hong Kong immer unterwegs, früher oder später.

Der Kontrast schliesslich, den viele der Trails um Hong Kong bieten, zwischen Natur und Stadt, wildem und menschengemachtem… und nicht so wenig wildem in dem menschlichen Handeln, der gibt mir immer das Gefühl des Vorankommens in meinen Versuchen, in dieser Welt heimischer zu werden.

Und was sagst du?