#GetAtHome in China 2: Reise durch Hunan – Im touristischen Niemandsland des ländlichen China

China hat längst nicht nur Probleme, China hat auch viel zu bieten.

China ist aber nicht gerade ein beliebtes Tourismusziel.

Wo wir hingehen, weil Teile der Familie dort leben, fährt überhaupt kaum jemand hin.

Dementsprechend bietet es wenigstens gute Chancen, China so zu zeigen, wie es wirklich ist und wie kaum jemand es zu sehen bekommt.

Mit weniger Glanz als Instagram fordert, dafür aber mit mehr Ehrlichkeit und Authentizität…

Reisen, um gesehen zu werden?

Bei all den Beschwerden über Orte, die von Touristen überrannt sind, wird die Kehrseite oft übersehen:

Wir wollen an Orte reisen, für deren Besuch andere uns bewundern werden, Orte, die interessieren und faszinieren.

Orte auch, nach denen andere suchen werden und entdecken werden, dass wir dort schon waren (und darüber geschrieben haben, insbesondere wenn es bei diesem wir um Reiseblogger geht).

Authentizität wird dabei gerne verlangt, aber Instagram etwa scheint dazu da, Lifestyle vorzuzeigen, nach dem man strebt. Nur die besten Fotos auf einem elegant gepflegten Feed gehören hier hin.

Nicht so etwas wie China, so wie es wirklich ist.

Reisen ins Niemandsland, Hunan

Geht man nach dieser Perspektive, dann war ich nirgendwo.

Diesen Sommer noch mehr so als zuvor.

Instagram ist hier schliesslich mittlerweile auch, wie die meisten internationalen sozialen Netzwerke, blockiert.

Das ländliche Hunan ist ein Ort, wo Wanderarbeiter herkommen, wo man immer noch viele Reisfelder findet und wo Tourismus maximal für überregionale Ausflügler gefördert wird.

Es ist eine Region, wo nicht gerade viel den internationalen Tourismus anlockt, ausser vielleicht die “Berge von Pandora” in Zhangjiajie (die Berglandschaft, die als Inspiration für die schwebenden Berge im Film Avatar hergehalten haben soll).

Duancengu-Tal, Hunan
Nicht Zhangjiajie sondern das Duancengu Tal. Versucht mal, das in einem Reiseführer zu finden.

Das Essen wäre noch interessant würzig, wenn das jemanden interessiert, aber selbst bei dem Thema denken die meisten nur an Sichuan, nicht an Hunan – und ob es helfen würde zu wissen, dass Hunan eine Region ist, in der noch immer Hund gegessen wird…

Huangfeiqiao, Hunan
Huangfeiqiao, Hunan. Einfach ein anderer Flecken China-Kleinstadt-Erde

Dabei spielte das ländliche Hunan gleichzeitig eine Schlüsselrolle in der chinesischen Geschichte.

Es mag so aussehen, als wäre es weit weg von den Orten, an denen die Elite Chinas lebte und tätig wurde.

Das stimmt auch, aber es ist hier in Hunan, wo vieles an traditioneller chinesischer Kultur stark war (und zum Teil ist) und wo viele Führer und Revolutionäre, loyale Soldaten und Handwerker, gleichermassen herkamen.

Von der Hunan-Armee und ihren Generälen, welche die Taiping Rebellion massgeblich unterdrückten und so die Qing-Dynastie retteten bis hin zu Mao Zedong und der Gründung der Volksrepublik China, Hunan spielte eine wesentliche Rolle.

Es war auch Hunan, welches nach der Taiping-Rebellion sehr bekannt für starke Anti-Ausländer-Einstellungen war. “Laowai” wird einem hier immer noch oft genug nachgerufen, viele Ausländer sind am Lande nicht gerade zu sehen – aber es gäbe eine Menge zu sehen.

Ein paar kleine Eindrücke dazu, gleich hier:

Ich hoffe, es gefällt. Und, selbst nur am Reisen dorthin, wo man gewesen sein muss? Oder auch abseits der ausgetretenen Pfade?

Und, wie wäre es damit, den eigenen Lebensort einmal näher kennenzulernen?

3 Gedanken zu “#GetAtHome in China 2: Reise durch Hunan – Im touristischen Niemandsland des ländlichen China

  1. Interessant! Mein LieblingsChinese in Hamburg serviert Hunan-Küche. Köstlich scharf! Und in Changsha war ich auch schon mal. Ansonsten reizt mich Hunan nicht wirklich.
    LG
    Ulrike

    1. Tja, sag ich ja. Dabei kann man hier das wahre China entdecken. Aber das muss ich ja sagen, ich bin ja voreingenommen ;)

Und was sagen Sie?