in dieser Welt heimisch werden

#FuerstlicheMomente. Outdoor-Erlebnis Liechtenstein

Liechtenstein.

Schon mal daran gedacht, hier zum Wandern oder für andere Outdoor-Aktivitäten hinzufahren?

Oder überhaupt schon mal wegen irgendetwas an Liechtenstein gedacht? ;)

Nach meiner frühen Ankunft und Entdeckung der zahlreichen Verbindungen zwischen Österreich und diesem kleinsten seiner Nachbarländer ging es mit den für uns geplanten Aktivitäten los.

Es sollte sich als ein Wochenende herausstellen, dass genug Erfahrungen für eine ganze Woche bot.

Mountain Bike Touring, die e-infache Art

Los ging es sanft und sachte (und für mich total uncharakteristisch) mit einer e-Mountainbike-Tour.

Mein erstes Mal auf einem motorisierten Fahrrad war das nicht, auf einem ebensolchen Mountainbike aber schon. Dazu noch einem mit 29er-Reifen.

Im Vergleich mit meinem eigenen alten Rad war das wie ein Schlachtross versus ein Pony.

Mit uns ging es durch das Dorf, und hoch den Berg, Triesenberg…

Ausblick von/vom Triesenberg

Ausblick von/vom Triesenberg

Und Liechtenstein präsentierte sich gleich von seiner schönen Seite.

Almhütten in Liechtenstein

Almhütten in Liechtenstein

Noch immer etwas ver-muskelkatert vom Rennen am letzten Wochenende war das Cross-training am Mountainbike noch mehr Vergnügen, als ich erwartet hätte.

Die Downhills waren aufregend genug, das Bergauf nicht gar so schlimm, wie es ohne Hilfe des Motors sicher gewesen wäre, und ich fühlte mich allmählich nicht mehr so müde.

Natürlich machten wir, um die Dinge langsam anzugehen und für die Erholung, die Outdoor-Aktivitäten doch auch brauchen, gleich auch einen Stop. Auf dieser Tour, in der Sücka-Alm…

Sücka-Alm Restaurant

Sücka-Alm Restaurant

Das Zentrum von Vaduz und das Amarone

Die Tour endete, und wir machten bald mit dem Thema Erholung, und Abenteuer, weiter:

Erst einmal, mit dem öffentlichen Bus, in das Zentrum der Hauptstadt von Liechtenstein, Vaduz.

Wer einmal ein Land mit einer Hauptstadt kennenlernen will, deren Zentrum scheinbar binnen 10 Minuten wohlbekannt ist, der sollte hierher.

"Downtown" Vaduz von oben

“Downtown” Vaduz von oben

Die Liechtensteinische Nationalbank, die Regierungsgebäude, das Landesmuseum, die Hilti Art Foundation und das Schloss Vaduz über dem allem, kaum Leute… und man hat im wesentlichen schon alles gesehen.

Und doch ist es sehr hübsch.

Abendessen gab es gleich hier, im Amarone, das italienisches Essen mit lokalen Zutaten und lokaler Inspiration verbindet und ziemlich Flair hat.

Amarone, Vaduz, Liechtenstein

Amarone, Vaduz, Liechtenstein

Amarone, Vaduz, Liechtenstein

Amarone, Vaduz, Liechtenstein

Preise hat es allerdings auch, nämlich Preise die ziemlich schweizerisch-hoch sind, auch wenn die Qualität ebenso hoch war.

Wer mit kleinem Budget unterwegs sein möchte oder muss, für den ist Liechtenstein genau wie die Schweiz eher weniger gut, aber wenn man sich etwas gönnen möchte (und dabei mit Outdoor Beschäftigungen, die mit kleinem Geld möglich sind, etwas auf die Kasse sieht)…

In den Seilen, auf die Adventuring-Art

Während unseres Abendessens war der vorhergesagt Regen gekommen; genau richtig, um mit dem letzten Plan für den Tag doch nicht in Konflikt zu geraten.

Nun gut, dank Wolken sahen wir eher wenig von Nachthimmel, sicherlich nicht den Vollmond, den es gehabt hätte, aber im Lichte von ein paar Sternen und unseren Stirnlampen konnte es dennoch in den Hochseilgarten bei Vollmond gehen.

Genau, Hochseilgarten bei Nacht.

Hochseilgarten bei Nacht

Hochseilgarten bei Nacht

Unsere Einweisung wurde uns noch im letzten Tageslicht gegeben, dann ging es in den Wald und auf den wahren Kletterparcours, wo alles kaum noch auszumachen war.

Ist es nun besser oder schlechter, wenn man nicht mehr so recht sehen kann, wie weit hinunter es bis zum Boden wäre?

Das muss jeder wohl, Klischee wie es ist, selbst entscheiden.
Bilder ließen sich natürlich keine besonders guten mehr machen. Spass allerdings hatten wir genug, sowohl durch die Herausforderung des Parcours, als auch den puren Rausch der Ziplines am Schluss.

Tour 2: Wandern am Fürstin-Gina-Weg

Den zweiten Tag ging es ziemlich früh hinaus zum Familien-Ski- und Wanderer von Liechtenstein, Malbun.

Gleich wieder mit dem öffentlichen Bus mit dem Liechtenstein Erlebnispass.

Region Malbun

Region Malbun

In Malbun ließen wir die Dinge langsam angehen, mit dem Sessellift hinauf zur Sareiser Hütte… (auch die Fahrt inkludiert für Inhaber eines Erlebnispasses) und zum Frühstück hier.

Sareiser Hütte

Sareiser Hütte

Frühstück in der Sareiser Hütte

Und plötzlich wurden die Outdoor-Blogger zu Food Bloggern.

Mit Kalorien, die verbrannt werden sollten, machten wir uns auf den Fürstin-Gina-Weg…

Hoch auf den Gipfel des Augstenberg mit 2359 man Seehöhe… Damit allerdings auch nur etwa 500 m höher als der Punkt am Sareiser Joch, wo wir losgegangen waren.
Wunderbare Ausblicke rundum!

Mitte dieser Wanderung: die Pfälzer Hütte.

Letzte Meter zur Pfälzer Hütte

Letzte Meter zur Pfälzer Hütte

Noch ein Stop mit etwas Foodie-Charakter. So nahe an der Schweiz wollte ich dann doch auch eine Liechtensteinische Version von Rösti ausprobieren ;)

Rösti an der Pfälzer Hütte

Rösti an der Pfälzer Hütte

Dies wäre auch wieder nicht billig (17,50 CHF), aber die Portion war gut und schmackhaft (und nahrhaft) war das allemal.

Und weiter ging es, mit mehr schönen Ausblicken wieder hinunter nach Malbun.

Malbun, Blumen und Ausblick

Malbun, Blumen und Ausblick

Wir hatten es kaum bemerkt, aber der Tag hatte sich wesentlich schöner und sonniger entwickelt, als die vorbeiziehenden Wolken und kühlen Winde es hatten scheinen lassen. Wie der metaphorisch Frosch im allmählich wärmer werdenden Wasser hatten wir es nicht bemerkt, aber kamen ziemlich sonnenverbrannt wieder hinunter.

Tja, 2000m Seehöhe sollte man nicht unterschätzen; die Sonne ist hier stark…

Flügel in der Falknerei Galina in Malbun

Murmeltiere hatten wir gesehen, Adler die im Aufwind in der Höhe kreisten… Aber wann bekommt man schon die Chance, einen Adler wirklich aus der Nähe zu betrachten?

In Hotel, Falknerei und Restaurant Galina hatten wir diese.

Der Falkner kam von einer der von ihm angebotenen Adlerwanderungen, bei denen die Teilnehmer den Greifvogel von Nahe und beim Flug sehen und viel über ihn erfahren können, zurück.

Wir kamen auch näher…

Gerald Zhang-Schmidt mit Adler

Fast Auge in Auge mit Adler

… und bekamen viel über die Brutalität der Natur und das Missvergnügen für einen solchen Vogel, fliegen zu müssen, erzählt.

Nur wir in unseren zivilisierten und einfachen Bedingungen würden das Fliegen mit Vergnügen gleichsetzen.

Den Gedanken sollte man sich mal kurz merken.

Wo wir aber schon von ‘zivilisiert’ sprechen: Hier in Restaurant und Falknerei Galina hatten wir auch gleich unser Abendessen.

Interessant: Sie bieten eine relativ kleine Auswahl an Speisen, einige davon die zu-erwartenden Klassiker, ziemlich viele aber asiatisch inspiriert.

Thai (Sweet) Chili Chicken, Restaurant Galina, Malbun, Liechtenstein

Die Präsentation alleine zählt schon einiges – und geschmeckt hat es auch

Thai Chilli Huhn fand ich einfach etwas, was ich mal probieren müsste. Es war ein wenig europäisiert in seiner Süße, aber ziemlich schmackhaft. Und es wird nicht wegen Massen an asiatischen Touristen geboten (von denen es manche, aber keine Massen, gibt), sondern um Einheimischen und Besuchern etwas zu bieten, die es lieber weniger schwer und wahrscheinlich etwas gesünder hätten als mit Schnitzel und ähnlichem.

Interessant, wie diese Dinge so stehen (insbesondere wo andere darüber diskutierten, wie unbeliebt z.B chinesische Touristen manchmal wären, etwa wenn sie Suppen zum Frühstück wollen, die dem üblichen Frühstücksgeruch noch ganz andere Aromen hinzufügen).

Wohl keine Überraschung an dieser Stelle, aber das Essen war auch hier teuer. Sehr gut und schön präsentiert, selbst wenn es – wie man hier feststellt – ein herausforderndes Angebot sein muss, gebratene Nudeln in einem nicht-so-günstigen Restaurant anzubieten.
(Okay, sorry, meine Foodblogger-Seite kommt gerade zum Vorschein.)

Zurück ging es wieder mit dem öffentlichen Bus.

Das war allerdings eine der interessanteren Busverbindungen, die ich bisher erlebt habe: An diesem Tag, zu jener Zeit, da fährt eine ganz normale Busverbindung – solange jemand anruft und sagt, dass dieser Bus gebraucht wird.

Ruft keiner an, dann gibt es erst später wieder eine letzte reguläre Verbindung…

Tour 3: Der Fürstensteig

Von einem Weg zu einem Steig, und damit wird es noch etwas mehr Trail-artig. Oder so,  wie wir in der Nähe des Traunstein es für Trails zu halten scheinen…

Der Fürstensteig wurde erst vor nicht allzu langer Zeit angelegt; fast in die Flanke des Berges geschlagen.

Fürstensteig Schilder

Fürstensteig Schilder

Dementsprechend verlangt dieser Weg einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit vor den Höhen, auf denen man sich eindeutig bewegt. Das macht aber auch die Schönheit des Weges aus: er windet sich sehr hübsch den Berg entlang nach oben.

Die Blicke auf den Weg, ebenso wie die Ausblicke, sind dementsprechend großartig; der Blick geht über so ziemlich das ganze Rheintal hier (und dementsprechend über gut die Hälfte des ganzen Landes Liechtenstein).

Liechtenstein-Blick vom Fürstensteig

Liechtenstein-Blick vom Fürstensteig

Hat man den Gafleisattel erreicht, dann öffnet sich der Blick auf das nächste Tal im Osten und zum Weg, der zu den Drei Schwestern führen würde.

Unser Weg allerdings geht auf demselben Berg weiter, nur jetzt eben auf seiner (sanfteren) Ostflanke, hinunter und wieder hoch zum nächsten Sattel, von wo aus man über den ganzen Weg, den man gerade durch dieses Tal gewandert ist, zurück blicken kann.

Der Fürstensteig, oder eigentlich die andere Seite des Berges (mit Blick auf den Weg zu den Drei Schwestern)

Der Fürstensteig, oder eigentlich die andere Seite des Berges (mit Blick auf den Weg zu den Drei Schwestern)

Von dort ging es dann im wesentlichen stetig bergab für uns, durch blumenbestandene Bergwiesen.

Für uns auf dieser Tour ging der Weg hier nicht wieder bis zum Start. Vielmehr war unser Ende dieser Tour in Gaflei gekommen, wo uns das finale Highlight des Wochenendes erwartete.

Paragliding in Liechtenstein

Sich in die Luft zu erheben mag vielleicht kein Spaß, sondern bitterer Ernst für einen Greifvogel sein (wie uns der Falkner nur zu gerne klargemacht hatte), aber es ist ein alter Menschheitstraum.

Längere kommerzielle Flüge sind inzwischen ziemlich normal geworden (und für meine Frau und mich steht gleich mal wieder ein ebensolcher Flug nach China am Programm).

Letztes Jahr habe ich, für weniger herkömmliche Erfahrungen in der Luft, die Chance auf einen Helikopterflug in die Berge ergriffen…

Gerald Zhang-Schmidt Paragliding

#GetAtHome geht in die Luft

Dieses Mal, dank Liechtenstein Marketing, könnte ich Paragliding zu meinen Erfahrungen hinzufügen.

Was für eine Erfahrung das war!

Das Laufen am Start, um auf die richtige Geschwindigkeit zum Abheben zu kommen, war lustigerweise noch der härteste Teil, hat man doch seinen Piloten gleich hinter sich, eine unebene abschüssige Wiese unter sich…

Erst einmal in der Luft allerdings war es eine Mischung aus Freude und Sinnesrausch und Unsicherheit, es war faszinierend, alles so zu merken und zu erleben.

Ich denke, ich habe das meiste eigentlich auch erst später wirklich bemerkt, was für ein Mix an Emotionen es eigentlich gewesen war.

Mittendrin im Erleben, da war ich zu sehr damit beschäftigt, mich an den Halteleinen festzuhalten, mir zu denken, dass ich mich sicherlich nicht so festhalten müsste, die Ausblicke zu genießen, mich bei jedem unruhigen Ruck zu sorgen und fleißig Fotos und Videos zu machen.

Alles.

Gleichzeitig.

Und ich hatte den perfekten Piloten, der genau wusste, was gut war:

Als er mich fragte, ob wir den einen Kollegen “wie ein Abfangjäger” abpassen sollten, da sagte ich gerne Nein dazu… Aber so ganz liess er das nicht gelten und musste doch zeigen, was man mit so einem Paraglider tun kann – und legte sich – uns – gleich einmal in ein paar Steilkurven.

Nicht gerade, was ich unbedingt gebraucht hätte.
Genau das, was er mit mir getan haben sollte.

Also, einfach gesagt… Würde mir jemand einen Paragliding-Kurs sponsern wollen, im Austausch für eine Dokumentation der ganzen Erfahrung: Ich würde nicht Nein dazu sagen.

Menschen reagieren natürlich unterschiedlich auf Erfahrungen, aber ich würde, sollte sich eine Chance ergeben, nur eines raten: Chancen gehören genützt.

“Nicht fürchten. Fertig machen.” ist aber nicht umsonst mein Motto für dieses Jahr geworden.

Und als nächstes

Und als nächstes am Programm: Der Ausblick auf neue Ausrüstung, die Outdoor-Aktionen interessanter oder angenehmer machen oder mehr ermöglichen wird, frisch für Frühjahr 2018, von der OutDoor Friedrichshafen. Und dann geht es wieder einmal für drei Wochen nach China.

2 comments

  1. Reply

    Sehr cooler Bericht lieber Zhang…. und sehr unterhaltsam noch dabei :)

      • Gerald on 2017/07/28 at 05:12
      • Author

      Reply

      Ja danke. Und jetzt gerade den ersten Bericht über die Abenteuer in Shanghai publiziert – Kontrastprogramm ;)

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