in dieser Welt heimisch werden

#GetAtHome #Mikroabenteuer: Freude der Zivilisation bei Rotholz in Tirol

Mein “Abenteuern” dieses Frühjahr ging weiter mit einem letzten Mal bei einem der Jungpflanzenmärkte der Arche Noah.

Einfach ein Job…

Dafür war ich schon in Wien und Wiener Neustadt (wenig aufregend), am Hauptsitz in Schiltern die Woche zuvor und nun eben in Rotholz in Tirol.

Meine arme Frau musste schon wieder ohne mich auskommen; ich ging den besten Kompromiss ein, den ich finden konnte:
Früher fahren und etwas “abenteuern”. Dann auf dem Pflanzenmarkt arbeiten, schauen was den Tirolern beim Thema Chilli und Paprika so am Herzen liegt, und gleich wieder nach Hause zurück.

… und ein Mikroabenteuer

“Abenteuern” sage ich?

Also, den Tag vor der Arbeit hinfahren (schon alleine, um rechtzeitig in der Früh dort zu sein).
Dann aufwärts in den Wald hinein wandern, in die Nacht hinein, vorbei an der Ruine der Rottenburg.

Und die Nacht (nicht ganz legal) im Biwak, in dem Wald, verbringen.

In #GetAtHome-Natur ist das nicht gerade etwas, worüber ein Reiseblogger viel zu schreiben hätte.

Kaum auch nur ein Outdoor-Abenteuer.

Und doch eine interessante und lehrreiche Erfahrung.

Schliesslich bekam ich etwas von einer Burgruine zu sehen, die ich sonst nicht besucht hätte.

Ruine der Rottenburg vom Weg

Ruine der Rottenburg vom Weg

Ruine Rottenburg

Wieso sollte irgendwer hier hin? Sind doch nur irgendwelche alten Mauern; nichts was es wert wäre, dafür dorthin zu fahren.

Andererseits… Es sind Ruinen einer Burg, die früher doch einmal der Stammsitz einer lokalen Herrscherfamilie war.
Lokal, in diesem Fall, zog sich immerhin durch das Inntal bis nach Südtirol, und die Fürstenfamilie selbst stammte aus Bayern.

Doch schon ein paar interessante Beziehungen, nicht?

Und dann war ich da auch noch auf einem kleinen österreichischen Stück des Jakobswegs unterwegs, der viel später, in Spanien, zum Camino de Santiago würde.

Tirols einzige Landesheilige, die Heilige Notburga, lebte noch dazu auf dieser Burg.

Zumindest solange, bis ihre Wohltätigkeit gegenüber Fremden den Burgherren, ihren Arbeitgebern, so sehr auf die Nerven ging, dass sie sie hinauswarfen…

Mit so ein wenig historischem Wissen und (gleich wieder) einem Sinn fürs Mikroabenteuer war der Weg gleich wieder interessanter. Und wieder einmal bergauf zu müssen war gutes Training für mich Flachlandtiroler.

In die Nacht

Über Rotholz, In die Nacht Hinein

Über Rotholz, In die Nacht Hinein

Alles eigentlich nur auf der Suche nach einem geeigneten Schlafplatz.

Biwak über dem Inntal

Biwak über dem Inntal

Für mich hat die Biwakzeit wirklich begonnen. Und die Erfahrung, über den Lichtern der Zivilisation in seinen Schlafsack zu schlüpfen ist eine gute.

Dann wieder einmal eine Nacht, die man mit einem Blick auf den Grossen Bär zwischen den Bäumen beendet. Und ein Morgen mit Vogelgezwitscher und einem schönen Sonnenaufgang.

Rotholz (Inntal) am frühen Morgen

Rotholz (Inntal) am frühen Morgen

Nach Hause

Es war eine gute Nacht, eine interessante Arbeit – und die Erfahrung macht mich glücklich, wieder zu meiner Frau und meinem eigenen Bett, leichten Koch- und Schlafmöglichkeiten – Zivilisation – zurückzukommen.

Schon etwas wertvolles, das was wir so als Zivilisation zusammenfassen.

Umso mehr, wenn man die Erfahrungen macht, die zeigen, dass sie nicht alles ist.

Und gut.

Und was sagen Sie?